Renault Twizy (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Viele halten ihn gar nicht für ein Auto, auch wenn er das laut Definition ist. Allerdings füllt der Renault Twizy eine Lücke, irgendwo zwischen herkömmlichen Autos, Elektrorollern und batteriebetrieben Velomobilen. Der Hersteller selbst drückt sich auf der Website um eine weitere Bezeichnung und spricht vom „perfekten Fahrzeug für die Stadt“. Womit der eigentliche und sinnvolle Einsatzbereich auch gleich genannt wäre. Denn für den urbanen Raum genügt zum einen die Reichweite des vierrädrigen Mobils und viel Gepäck für lange Reisen findet ohnehin keinen Platz. Dafür aber zwei Personen – und damit mehr als ohnehin für gewöhnlich bei städtischen Pkw-Fahrten mit an Bord sind.

Daten

Daten

Der überdachte vierrädrige gut 500 Kilo schwere Zweisitzer ist 2,34 Meter lang, 1,19 Meter breit und 1,46 Meter hoch. Er bietet Platz für zwei hintereinander sitzende Passagiere, einen Stauraum von 31 Litern, wobei die einsitzige Cargo-Version 156 Liter fasst. Angeboten werden zwei Motorisierungen: der Twizy 45 mit 5,4 PS und 33 Nm Drehmoment, der angesichts der Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h auch schon mit 16 Jahren gefahren werden darf. Den Autoführerschein erfordert der Twizy 80, der seit 2017 12 PS Leistung und 57 Nm Drehmoment vorweisen kann. Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von je 6,1 kWh. Der offizielle Verbrauch liegt zwischen 5,8 kWh und 6,3 kWh. Zum Aktionsradius macht der Hersteller mittlerweile realistischere Angaben: „Die tatsächliche Reichweite beträgt im rein innerstädtischen Fahrbetrieb ca. 80 km und bei Überlandfahrten auf hügeligen Bundesstraßen ca. 50 km“, heißt es auf der Website.

  •  Als Zwei- und Einsitzer verfügbar
  •   Autoführerschein nicht unbedingt notwendig
  •   80 Kilometer Reichweite
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Test

Test

In den meisten Tests wird erst gar nicht der Vergleich zu vollwertigen Autos gezogen, der Twizy verkörpert eine neue Art der Mobilität für den städtischen Verkehr. Er passt in jede Parklücke, wobei ein Drittel des Platzes genügt. Dabei ist das Mobil aber nicht sonderlich wetterfest, die Seitentüren besitzen in der Standardausführung keine Fenster. Die Sitze werden als unbequem empfunden, was vor allem für die hintere Sitzschale gilt. Dafür sind die Bezüge wetterfest. Die Verarbeitung ist mäßig, die Sicht nach vorn sehr gut.

Weil es hinten keine Heckscheibe gibt, empfehlen sich womöglich die Parksensoren am Heck. Gegen Aufpreis gibt es auch Fenstereinsätze. Deflektoren an den A-Säulen sorgen aber auch bei der offenen Version dafür, dass Wind und Nässe größtenteils abgelenkt werden. Zugig wird’s trotzdem. Der Twizy fährt sich agil, die Lenkung ohne Servounterstützung ist präzise abgestimmt, der Federungskomfort gilt als schwach. Kaum zu spüren ist auch die Energierückgewinnung. Obwohl ESP fehlt, fährt das E-Mobil sicher. Nur auf die Autobahn sollte man sich angesichts der niedrigen Maximalgeschwindigkeit nicht wagen.

  • Agiles Handling
  • Sichere Fahreigenschaften auch ohne ESP
  • Nicht autobahn-, aber stadttauglich
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Preise

Preise

Der günstigste Twizy 45 steht mit 6950 Euro in der Preisliste, teuerste Version ist der Twizy 80 in der „Sport Edition“, die ab 9500 Euro kostet. Jeweils hinzu kommt eine monatliche Batteriemiete, die bei 50 Euro beginnt, wenn man nicht mehr als 7500 Kilometer im Jahr fährt. Auch ein paar Extras gibt es: Ein Panoramadach kostet 250 Euro, ein Ladekabel mit Mennekes-Stecker Typ 2 statt des serienmäßigen Schuko-Steckers wird mit 100 Euro berechnet, eine Bluetooth-Audio- und Freisprecheinrichtung inklusive Lautsprecher mit 310 Euro. Die laufenden Kosten sind gering, was auch am niedrigen Energiebedarf liegt. Neukunden kommen allerdings nicht in den Genuss der Elektroprämie, da der Twizy als Quad statt als Auto eingestuft ist. 

  • Kein Umweltbonus
  • Alle Versionen unter 10.000 Euro
  • Niedrige laufende Kosten
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Was ist das denn? Kopfschütteln und mitleidsvolles Lächeln erntete die etwas andere Form der urbanen Mobilität, die Renault auf der IAA 2009 seinem Messepublikum in Form des Twizy präsentierte.


100 Kilometer Reichweite: Damit sollte das Vehikel für alltägliche gewappnet sein.

Dort war das 2,30 Meter lange und gut 1,10 Meter breite Mobil ohne Seitenfenster noch als Vorserienmodell erstmals öffentlich zu sehen. Als Antrieb diente ein 20 PS starker E-Motor, dessen Kraft an die Hinterräder weitergeleitet wurde – für eine Maximalgeschwindigkeit von bis zu 75 km/h. Als Reichweite je Akkuladung gab Renault 100 Kilometer an. Damit sollte das Vehikel für alltägliche Wege gewappnet sein.

 

Mit schrägem Konzept in die Elektro-Offensive

 Bemerkenswert war, dass der Hersteller nicht mit einem elektrifizierten Auto im herkömmlichem Format – wie dem späteren Zoe –, sondern mit einem gewöhnungsbedürftigen Gefährt seine Elektrooffensive im neuen Jahrtausend eröffnete. Renault warb mit dem Ergebnis von Versuchen im Pariser Stadtverkehr, die gezeigt hätten, dass mit dem wendigen Twizy gegenüber einem normalen Pkw etwa ein Viertel der Fahrzeit eingespart werden könne.

Das fertige Serienmodell wurde 2011 in Paris vorgestellt. Im Folgejahr ging es in den Verkauf, in Deutschland lag der Einstiegspreis bei 6990 Euro. Dafür gab es allerdings die schwächere von beiden Versionen mit 5,4 PS (Twizy 45) statt 18 PS (Twizy 80) und einer auf 45 km/h statt 80 km/h begrenzten Höchstgeschwindigkeit. Dafür konnte der Twizy 45 aber auch mit einem Führerschein der Klasse S gefahren werden, den man ab 16 Jahren machen kann. Der als Quad eingestufte Twizy 80 erforderte dagegen den Autoführerschein und kostete ab 7690 Euro.

 

Cargoversion mit Platz für zwei Getränkekisten

 Mit dem vierrädrigen E-Flitzer mit dem unschlagbaren Wendekreis von 3,40 Metern führte Renault auch das Modell der Batteriemiete bei E-Autos ein, das der Hersteller bis heute verfolgt. Zusätzlich zum Kaufpreis musste man 45 Euro monatlich für die Nutzung des Lithium-Ionen-Akkus einplanen. Deren Kapazität wurde mit 6 kWh angegeben, die Ladezeit mit 3,5 Stunden. Die beiden Sitze wurden hintereinander montiert, im Lenkrad war ein Airbag installiert. Ansonsten war und ist die (Sicherheits-)Ausstattung – im Vergleich mit herkömmlichen Autos – mager: Es gibt weder Klimaanlage noch ABS oder ESP, immerhin lässt sich eine beheizte Frontscheibe ordern sowie Parkpiepser fürs Heck.

Das Stauvolumen des abschließbaren Gepäckfachs ist 31 Liter groß. 2013 führte Renault eine Cargovariante ein, die statt des hinteren der beiden Sitze ein Laderaum von 156 Liter besitzt, bei einer Grundfläche von rund 0,5 mal 0,5 Metern, genug Platz für zwei gestapelte Wasserkisten. Zuvor aber reagierte der Hersteller 2012 auf die Kritik des ungenügenden Wetterschutzes im seitlich offenen Twizy. Pünktlich zum Herbst konnten Kunden für 300 Euro extra abnehmbare Seitenscheiben bestellen.

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