Opel Karl (Serie)

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"Small but beautiful" könnte das Motto bei der Entwicklung des Opel Karl gewesen sein. Der Corsa war zu groß geworden, der Adam zu jung und flippig - und fertig war die Marktlücke für den Karl. Der Kleinstwagen, seit Juni 2015 auf dem Markt, ist die zeitgemäße Verkörperung des funktionalen Stadt-Autos: Günstig, spritsparend und mit ansprechendem Design. Produziert wird der Karl allerdings nicht mehr wie sein Vorgänger Agila in Europa, sondern in Südkorea, zusammen mit seinem Konzerncousin, dem Chevrolet Spark. Damit soll den Experten zufolge der Preisdruck reduziert werden, unter dem der Corsa als kleinster Opel lange stand. Zwar ist im A-Segment die Gewinnmarge der Autobauer am niedrigsten, doch dafür kann der Karl als Einstiegsmodell in die Opel-Welt fungieren.

Daten

Daten

Beim Karl ist alles übersichtlich – vom Preis über die Ausstattung bis hin zu den Ausmaßen. Zu Opels Leidwesen allerdings auch die Absatzzahlen. Zwar wurden 2016 fast dreimal so viele Karls (9058) wie Ford Ka in Deutschland zugelassen, doch das ist immer noch weniger als ein Drittel von dem, was im letzten Jahr an VW up! auf die Straßen gelangte. Und das, obwohl der Karl im Verbrauch doch recht günstig ist und bei gemäßigter Fahrweise um die fünf Liter herum pendelt. Opel hat sogar versucht, den Verbrauch noch weiter herunterzuschrauben und bietet den 1,0-Liter-Benziner in einer Ecoflex-Variante an. Damit soll der Karl sogar nur knapp vier Liter auf 100 Kilometer schlucken. Dazu wurden aerodynamischere Spoiler, Reifen mit geringem Rollwiderstand und eine Start-Stopp-Automatik verbaut. Wer möchte, kann den Karl auch in einer LPG-Variante ordern, deren Preis zwar etwas höher ist, der sich durch den geringeren Verbrauch aber wieder reinholen lässt. Wer noch mehr sparen will, muss auf den Wahrheitsgehalt von Gerüchten vertrauen, denen zufolge eine Elektro-Variante des Karl für Ende 2018 kommen soll.

  • eine Motor-Variante mit 75 PS muss genügen
  • sparsamer und laufruhiger Dreizylinder
  • Autobahnfahrten möglich, aber etwas laut
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Test

Test

Beim Euro-NCAP-Crashtest im Oktober 2015 erzielte der Karl nicht jene Bestnoten, für die Opel sonst so bekannt ist: Es gab nur vier von fünf Sternen, die Tester bemängelten den Airbag und das Gurtsystem. In der Praxis könnten diese Mängel dazu führen, dass der Fahrer nicht genügend im Sitz gehalten wird oder sogar unter dem Gurt durchrutscht. Auch für das fehlende Notbrems-Assistenzsystem zogen die Experten Punkte ab. Doch insgesamt überzeugt der Karl – vor allem als Stadtmobil. Das liegt vor allem am ordentlichen Platzangebot, mit dem auch fünf Personen, zumindest auf kurzen Strecken, befördert werden können. Die Mängel bei der Haptik (Kunststoffoberflächen, etc.) lassen sich mit einem Verweis auf den niedrigen Preis in Kauf nehmen.

  • wendiges Citymobil
  • kleiner Kofferraum (195 Liter)
  • fünf Türen
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Preise

Preise

Der Karl ist kein Freund von Schnick-Schnack. Selbst die Race Edition der Edel-Schmiede Irmscher bietet nur andere Räder und Veloursteppiche an. In der Basisvariante kostet der Karl 9500 Euro, in der ausgefeiltesten Innovation-Version mit 5-Gang-Easytronic 13.805 Euro. Aber dafür sind auch das OnStar-Assistenzsystem, teilbare Rücksitzlehne und beheizbare Vordersitze dabei. Doch eigentlich ist der Karl eher asketisch (auch wenn die Berg-Anfahrhilfe standardmäßig dabei ist), selbst die Fenster müssen in der Grundausstattung von Hand bedient werden. Wer es bequem will, muss dafür ein bisschen tiefer in die Tasche greifen, schließlich geben Ausstattungen die einzige Möglichkeit für Opel mit dem Karl Geld zu verdienen.

  • günstiger Einstiegspreis unter 10.000 Euro
  • übersichtliche Ausstattungsliste
  • Smartphone-Einbindung und drei Kaffeehalter
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Den Einstieg hat Opel tatsächlich allen Passagieren leicht gemacht. Statt sich wie beim Adam notgedrungen sportlich durch Fahrer- oder Beifahrertür drängeln zu müssen, spendiert Opel dem Karl gleich vier Türen (fünf, wenn man die Hecktür noch dazurechnet). Bei fünf Passagieren müssen sich die drei im Fonds allerdings etwas kleinmachen – und Platz im Kofferraum ist nur noch für zwei Kisten Wasser. Die Sitzbank lässt sich in der Basisversion nur komplett umlegen, erst ab der Edition-Version ist sie auch teilbar. Doch dafür lockt auch ein günstiger Preis: Opels Kleinster kostet ohne Extras 9500 Euro.


Seitenansicht
Der kleine Karl ist das perfekte Stadtmobil.

Günstiger Einstiegspreis mit Haken

Ein Sparpreis, für den manche allerdings auch fehlende Wertigkeit bemängeln: Dazu zählt etwa die dünne Filz-Kofferraummatte, die dominanten Kunststoffmaterialien oder die mangelnde Schalldämmung, die Motor oder Abrollgeräusche hörbar in den Innenraum lässt. Doch dafür entschädigt die dynamische Optik des Karl, die sich stark an die übrige Opel-Familie anlehnt und durch markante Seitenlinien betont wird.

Außerdem gibt es nur einen Motor mit Fünfgang-Getriebe. Der sparsame 1-Liter-Benziner mit 75 PS erlaubt eine Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h und ist in der Stadt flott unterwegs. Der Dreizylinder ist agil und spricht gut auf das Gaspedal an – wiegt der Karl leer ja auch nur 939 Kilo. Noch zwei weitere Vorteile kommen in der Stadt dazu: Der kleine Wendekreis von 9,50 Metern und seine 3,67 Meter Länge, mit der er in viele Parklücken passt.

„Liebling, ich habe das SUV geschrumpft!“

Für Kunden, die den Karl etwas exklusiver haben wollten, hat Opel den Karl Rocks aufgelegt: Gleicher Motor, etwas andere Optik und 18 Millimeter mehr Bodenfreiheit: Die silberne Dachreling springt ins Auge, Stoßfänger sind vorne und hinten mit Unterfahrschutz versehen und die Radkästen haben schwarze Einfassungen. Dafür sind in der Basisversion allerdings auch gleich 12.600 Euro zu berappen – also etwas mehr als die Basisversion eines Adam. Allerdings sind für diesen Preis beim Karl Rocks auch gleich Assistenzsysteme für das Anfahren am Berg und eine Reifendruckkontrolle an Bord. Außerdem gehört noch eine Klimaanlage zum Umfang.

Mit diesen Merkmalen – wertig, sparsam, agil – kann sich der Karl gut neben Konkurrenten wie dem Peugeot 108, dem VW up! oder dem eigenwilligen Twingo halten. Obwohl er in Asien produziert wird, verspricht Opel, dass der Karl die klassischen Opel-Tugenden bewahrt. Er soll merklich ein Produkt deutscher Ingenieurskunst, mit viel Technik und durchdachtem Design, sein.

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