Mercedes Vito (Serie)

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Der Mercedes Vito ist ein Nutzfahrzeug von Daimler, das mehrere Generationen bezeichnet. Von 2003 bis 2014 verkaufte Daimler die Nutzfahrzeug-Version der Baureihe 639 unter diesem Namen. Parallel dazu wurde der Viano als Pkw verkauft. Der erste Vito kam 1996 auf den Markt, damals als Kastenwagenableger von der ersten V-Klasse-Generation. Seit 2014 verkauft Mercedes seine Kleinbusse wieder als V-Klasse, für die Kastenwagen hielt man am Namen Vito fest. Bei der Motorisierung hat der Hersteller allerdings noch nie einen großen Unterschied gemacht. Allerdings gab es nur vom Vito eine Elektro-Version.

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Daten

Daten

Der kompakteste Vito ist 4,90 Meter lang und besitzt ein Ladevolumen von 5,5 Kubikmetern sowie eine Ladefläche von knapp 4,0 Quadratmetern. Die Zuladung beträgt bis zu knapp 1,4 Tonnen, die Anhängelast zwei Tonnen. In der 5,14-Meter-Langversion wächst das Volumen auf 6,0 Kubik- und die Fläche auf 4,4 Quadratmeter. 5,37 Meter misst der extralange Vito mit einem von 3,2 auf 3,43 Meter gestreckten Radstand (Laderaum: 6,6 Kubik-, Fläche: 4,76 Quadratmeter). Das Leergewicht liegt bei 1,75 bis 1,9 Tonnen. Die Turbodiesel schöpfen aus 1,5 und 2,2 Litern Hubraum 88 PS bis 190 PS und wenigsten 6,2 Liter Normverbrauch gibt Mercedes an. Das maximale Drehmoment beläuft sich je nach Motor auf 230 bis 440 Nm. Die Kraftübertragung erfolgt entweder über ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder eine 7-Gang-Automatik.

  • drei Längen, zwei Radstände
  • bis zu 6,6 Kubikmeter Ladevolumen
  • bester Verbrauch nach Norm 6,2 Liter
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Test

Test

Hohe Zuladung, hohe Anhängelast, variabler Innenraum – in den Basisanforderungen eines Nutzfahrzeuges schneidet der Vito gut bis sehr gut ab. Auch als Personentransporter eignet er sich angesichts von bis zu neun Sitzen. Und räumt man diese aus, bleibt ein immenser Laderaum. Die Fahrleistungen gehen in Ordnung, auch wenn Fahrer, die viel zuladen, zum stärksten Vito greifen sollten. Doch selbst dann hält sich der Durchschnittsverbrauch mit über 7,0 Litern für ein so schweres und großes Auto noch sehr in Grenzen. Allerdings bringt der Aufbau auch eine schlechte Rundumsicht mit sich. Ansonsten zeigt der Vito kaum Schwächen.

  • großes Ladevolumen
  • ausreichende Fahrleistungen
  • unübersichtliche Karosserie
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Preise

Preise

Los geht es bei gut 22.000 Euro für den frontgetriebenen Vito 109 CDI mit 88 PS und 6-Gang-Getriebe in der Langversion als nackte „Worker“-Ausführung (netto rund 18.500 Euro). Der günstigste Vito in der Kurzversion mit gleichem Motor, aber besserer Innenausstattung kostet 32.070 Euro (netto: 26.950 Euro.). Die teuerste Version ist bei rund 52.000 Euro (netto: knapp 44.000 Euro) der Vito 119 CDI mit 190 PS in der gut ausgestatteten Version Tourer Select. Wer die Fahrzeuge in längeren Versionen bestellt, muss jeweils rund 850 bis 900 Euro je Stufe hinzurechnen. Der Allradantrieb für einzelne Motorversionen schlägt mit 4.050 Euro (netto: 3400 Euro) Aufpreis zu Buche (Stand Mai 2018).  

  • Basispreis 22.000 Euro
  • Allradantrieb für knapp 4.000 Euro extra
  • Aufpreis für längere Versionen ab 850 Euro
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Im März 1996 kam der erste Vito als Kastenwagen, als sechssitziger Mixto sowie als achtsitziger Kombi für den Personentransport in den Handel. Als Laderaumvolumen nannte Mercedes knapp fünf Kubikmeter bei einer 3,6 Quadratmeter großen Ladefläche.


Vorderansicht - schräg
Der schwächste Diesel, noch ohne Turbolader, kam zum Marktstart auf 79 PS.
Seitenansicht

Der schwächste Diesel, noch ohne Turbolader, kam zum Marktstart auf 79 PS, ein weiterer Turbodiesel auf 98 PS und sowie zwei Benziner auf 129 PS und 143 PS. Ein Jahr nach dem Debüt legte Mercedes einen von VW zugekauften Reihensechszylinder mit 174 PS nach. Die Serienausstattung umfasste ABS, Fahrer-Airbag sowie Servolenkung – und nicht viel mehr.

Zwar war der Vito nicht auf den familiären Alltag ausgelegt, doch für Urlaube war er durchaus gerüstet. So gab es eine Version mit Wohnmobilaufbau als „Marco Polo“, der 1999 im Zuge einer Modellpflege die neuen Dieselmotoren mit jetzt bis zu 122 PS erhielt. Als einer der ersten in der Baureihe kam er damit in den Genuss der noch recht neuen Commonrail-Einspritztechnologie, die zwar eine effektivere Kraftstoffverbrennung, aber als Nebenwirkung auch mehr Feinstaub verursachte. Erst 2005 reichte Mercedes Partikelfilter nach – für die Neuauflage der Baureihe. 

Bei den Motoren ging Mercedes in die Vollen

Die zweite Generation des Vito sah moderner aus, war von 4,66 Metern auf jetzt mindestens 4,75 Meter gewachsen und es gab sie wie den Viano in drei Längen. Varianten waren wieder der reine Kastenwagen mit maximalem Laderaum, der sechssitzige Mixto für den Kompromiss aus Waren- und Personentransport sowie der Kombi mit neun Sitzen. 

Auch bei den Motoren ging man in die Vollen. Die Benziner waren ausschließlich V6-Aggregate mit je nach Baujahr 190 PS bis 258 PS. Die Diesel gab es ebenfalls mit sechs Brennkammern (204 PS und 224 PS), während man hier auch an effizienzbewusstere Kunden dachte und Vierzylinder mit 88 PS bis 163 PS aufbot – darunter auch zwei Allradversionen. Anders als beim Vorgänger baute Mercedes die Motoren für eine bessere Fahrdynamik längs ein. 

Ab 2010 Sprit sparende BlueEfficieny-Versionen und die E-Version

Die trotz serienmäßigen ESP anfangs etwas dürftige Sicherheitsausstattung erweiterte Mercedes 2007 mit einem Anhänger-Assistenten sowie zwei Jahre später mit einem adaptiven, also bei heftigen Bremsmanövern flackernden, Bremslicht zur Verhinderung von Auffahrunfällen. Das Facelift von 2010 bescherte dem Vito ein überarbeitetes Äußeres, darunter nun LED-Tagfahrlicht sowie optimierte und neue Motoren, teils auch als Sprit sparende BlueEfficieny-Versionen. Aber auch der stärkste V6-Diesel schob sich ins Programm. Die Neuheit des Jahres schlechthin war jedoch die Nachricht, dass der Vito als E-Version aufgelegt werden sollte.

Zunächst entstanden 100 Fahrzeuge zu Testzwecken, die an ausgewählte Leasingnehmer gingen, später gab es den E-Cell mit 95 PS in Kleinserie auch regulär zu kaufen. Dank einem Lithium-Ionen-Akku mit 36 Kilowattstunden (kWh) konnte der elektrifizierte Vito offiziell bis zu 130 Kilometer weit mit einer Ladung stromern, die Höchstgeschwindigkeit wurde dazu aber auf 80 km/h begrenzt.

Adieu Sechszylinder

2014 auf der „IAA Nutzfahrzeuge“ wurde der Nachfolger des Vito vorgestellt, auf Basis der aktuellen V-Klasse, bei der sich Mercedes für die Pkw-Versionen wieder vom Namen Viano trennte. Das Blechkleid wurde deutlich überarbeitet, so dass Van und Nutzvariante fast schon schnittig aussehen. Das Raumkonzept blieb dagegen gleich: seitliche Schiebetüren, zwei Radstände und drei Längen von jetzt 4,90 Metern bis 5,37 Metern sowie die Karosserievarianten Kastenwagen, Mixto und Tourer mit neun Sitzen, wie die Version für den Personentransport getauft wurde. Die maximale Nutzlast bezifferte Mercedes auf 1.369 Kilogramm, das maximale Ladevolumen auf 6,6 Kubikmetern.

Auch beim Antrieb gab es Neuerungen. Sechszylinder und jegliche Benziner werden im Vito nun nicht mehr angeboten, dafür aber besteht die Auswahl zwischen Heck-, Front- und Allradantrieb. Die beiden verfügbaren Dieselmotoren beziehen aus 1,6 Liter und 2,1 Liter Hubraum 88 PS bis 190 PS und sollen laut Mercedes bis zu 20 Prozent sparsamer sein als die Vergleichsmotoren im Vorgänger. Bestenfalls soll der Vito nach Norm somit 6,2 Liter auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 162 g/km) verbrauchen. 

Extras wie im Pkw

Auch technisch wurde der Vito aufgerüstet. Ein Müdigkeitswarner und ein Seitenwind-Assistent sind immer an Bord, ebenso wie eine Berganfahrhilfe und Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Oft nur für Pkw erhältliche Helfer wie Totwinkel- und Spurhalteassistent sind gegen Aufpreis erhältlich. Der Kunde kann bis zu acht Airbags und LED-Scheinwerfer bestellen. Seit Mitte 2014 gibt es mit dem Marco Polo Activity auch wieder einen Campingumbau, zwar ohne Küchenzeile (wie im Marco Polo auf Basis der V-Klasse), dafür aber mit viel Platz zum Schlafen sowie Transport von Sportgeräten, Surfbrettern oder Fahrrädern. 

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