Die Mercedes V-Klasse (447) ist eine Großraumlimousine, die bis zu acht Personen und deren Gepäck transportieren kann. Sie basiert zwar auf einer Nutzfahrzeugplattform, aber ihre Komforteigenschaften und Innenanmutung kommen sehr Pkw-mäßig rüber. Mercedes bietet seit 2014 die dritte Generation dieser Baureihe an und lässt den Kunden die Wahl zwischen drei Fahrzeuglängen. Die V-Klasse konkurriert im Markt mit den etablierten und erfolgreichen VW Multivan T6, Opel Vivaro oder Ford Transit.
Stärken
Großraumlimousine mit bis zu acht Sitzplätzen
Drei verschiedene Längen im Angebot
Zahlreiche Assistenzsysteme und Allrad verfügbar
Schwächen
Hohes Preisniveau
Nur drei Motoren zur Auswahl
Mager ausgestattete Grundversion
Beta
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Eine Mercedes V-Klasse ist kein günstiges Familienmobil, dafür aber eine hochwertig ausstaffierbare Großraumlimousine für bis zu acht Personen, die auch im Businessbereich eine sehr gute Figur macht – ganz im Stil der Limousinen aus dem Hause Mercedes-Benz. Eher untypisch: Obwohl die Grundpreise vor allem für die besseren Ausstattungslinien hoch sind, unterbieten die Schwaben den Klassen-Primus VW Multivan dennoch teilweise deutlich.
Testberichte
ADAC Auto-Test
Testergebnis vom 8. Juli 2015
MERCEDES-BENZ V 250 (BlueTEC) d lang 7G-TRONICViertüriger Bus der oberen Mittelklasse (140 kW / 190 PS)
Mercedes bietet die V-Klasse mit drei Dieselmotoren mit 136, 163 und 190 PS an, von denen die stärkste Variante V 250 d, die serienmäßig mit Automatik bestückt ist, kurzfristig noch 14 PS zusätzlich mobilisieren kann. Für den V 200 d und den V 220 d ist das Automatikgetriebe optional bestellbar. Wird die V-Klasse mit Allradantrieb gewählt, ist für alle Modelle die Automatik verbindlich. Die Verbrauchswerte sind angesichts der Größe des Fahrzeuges zeitgemäß, Benzinmotoren oder Sechszylinder finden sich nicht mehr im Angebot.
Die Mercedes V-Klasse ist ein sehr fahrsicheres Auto mit guten Bremsen und bietet über die serienmäßigen passiven Sicherheitssysteme sowie den Seitenwindassistenten und den Müdigkeitswarner hinaus noch eine Reihe von optionalen Assistenzsystemen. Damit setzt sich Mercedes in dieser Klasse an die Spitze.
Front-, Seiten- und Windowairbags
Seitenwindassistent und Müdigkeitswarner serienmäßig
Im Klassenvergleich große Auswahl an Assistenzsystemen verfügbar
Die Mercedes V-Klasse ist trotz ihrer Größe ein sehr fahrstabiles Auto mit guten Bremsen und hat im Euro-NCAP-Crashtest den Bestwert von fünf Sternen erreicht. Serienmäßig ist das Fahrzeug mit ABS, ESP, Traktionskontrolle, aktivem Bremsassistenten, Berganfahrhilfe, elektrischer Feststellbremse, Reifendruckanzeige, Front-, Seiten- (kombinierter Thorax-/Pelvisbag) und Kopfairbags (als Windowbags in den Türen) ausgestattet.
Windowbags hinten gibt es optional, ebenso das Pre-Safe-System, das das Fahrzeug auf einen drohenden Unfall vorbereitet. Dagegen sind ein Müdigkeitswarner und ein Seitenwindassistent Standard. Das Intelligent Light System mit LED-Scheinwerfern kostet nur in den beiden einfachsten Ausstattungslinien Aufpreis und ist ansonsten Serie. Als einzelne Extras oder Bestandteile von Ausstattungslinien gibt es noch zahlreiche Assistenzsysteme, etwa optisch und akustisch warnende Totwinkel- und Spurhalteassistenten, einen Kollisionswarner, einen Abstandstempomaten, eine Verkehrszeichenerkennung oder zum aktiven Parkassistenten nicht nur eine Rückfahrkamera, sondern auch – in der Klasse einzigartig – 360-Grad-Kameras, die die Übersichtlichkeit deutlich verbessern.
Ausstattung
Die Grundausstattung der Mercedes V-Klasse ist zwar mager, aber in den höheren Ausstattungslinien sind die Fahrzeuge umfangreich bis luxuriös ausgestattet, vor allem wenn man die Versionen mit dem Zusatz Edition wählt. Dann wächst der Ausstattungsumfang gegen einen angemessenen Aufpreis und teilweise sogar trotz eines geringeren Preises nochmals deutlich.
Zur Serienausstattung gehören:
Elektrisch bedienbare Fenster und Spiegel
Klimaanlage
Zentralverriegelung mit Fernbedienung
Mercedes offeriert die V-Klasse in einer Grundausstattung sowie in den beiden optionalen Ausstattungslinien Avantgarde und Exclusive. Für alle drei Ausstattungsniveaus bieten die Stuttgarter jeweils noch eine Edition-Variante mit weiteren Ausstattungsdetails. Jede V-Klasse ist im Fond mit vier Einzelsitzen ausgerüstet und bietet so sechs Passagieren Platz.
Zweier-Sitzbänke sind (außer bei Exclusive) ohne Aufpreis erhältlich, Dreier-Sitzbänke, mit denen die Zahl der Plätze bis auf acht erhöht werden kann, kosten jeweils gut 500 Euro extra. Die Grundausstattung der V-Klasse ist recht mager. Sie hat aber eine elektrische Bedienung von Fensterhebern und Spiegeln sowie Klimaanlage, Multifunktionslenkrad, Radio mit Freisprecheinrichtung, Regensensor, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sowie Zierelemente in Klavierlack-Optik an Bord.
Allerdings gibt es lediglich unbeheizte Stoffsitze; am Lenkrad greift der Fahrer nur Plastik. Auch Leichtmetallräder, Tempomat (345 Euro) oder die linke Schiebetür (870 Euro) werden vermisst. Als V-Klasse Edition (nicht für V 200 d) wird das Ausstattungsniveau deutlich besser. Sitzheizung (460 Euro), Lederlenkrad und eine zusätzliche Klimaanlage für den Fond sind dann ebenso mit an Bord wie Metallic-Lack (1.000 Euro), Automatik und ein Sport-Paket mit Sport- oder Agility-Control-Fahrwerk, größeren Bremsen und 17-Zoll-Leichtmetallrädern.
Hinzu kommen noch automatisch abblendende und anklappbare Spiegel (550 Euro), ein aktiver Parkassistent inklusive Rückfahrkamera (1.250 Euro) sowie ein Spurhalte- und Totwinkelassistent (950 Euro). Beim V 220 d kostet das lediglich 1.300 Euro Aufpreis, der V 250 d Edition ist sogar fast 1.700 Euro günstiger als die Grundversion. Ab der Linie Avantgarde, die immerhin knapp 7.500 Euro Aufpreis kostet, veredeln Sitze, Lenkrad und Schalthebel mit Lederbezug, Eschenholz-Zierelemente und eine Ambiente-Beleuchtung den Innenraum.
Hinzu kommen eine zweite Schiebetür, 17-Zoll-Leichtmetallräder, eine praktische, separat zu öffnende Heckscheibe (490 Euro), das sich anpassende Agility-Control-Fahrwerk und das Intelligent Light System mit LED-Scheinwerfern, aktivem Kurvenlicht und zahlreichen Lichtprogrammen (1.900 Euro). Für weitere gut 5.700 Euro beim V 220 d und nur 2.750 Euro beim V 250 d sind in der Avantgarde Edition zusätzlich bereits Automatik und Metallic-Lack, Sitzheizung, das Command-Navigationssystem (3.600 Euro) mit Burmester Soundsystem (950 Euro), Klimaautomatik (725 Euro) und die elektrische Betätigung beider Schiebetüren (je 900 Euro) sowie der Heckklappe (720 Euro) enthalten.
Dazu kommen wie bei der V-Klasse Edition das Spiegel-Paket, der Parkassistent sogar mit 360-Grad-Kameras (1.650 Euro) sowie das Spur-Paket, erweitert um einen Kollisionswarner und das Pre-Safe-System (1.450 Euro). Richtig luxuriös wird es schließlich bei der Exclusive Edition, die zwar fast 19.000 Euro teurer ist als die Grundversion, aber bei noch größerem Ausstattungsumfang mehr als 7.000 Euro unter der Linie Edition liegt.
Geboten werden dann Nappa-Leder, elektrisch verstellbare Sitze vorn mit Memoryfunktion (2.400 Euro) und Belüftung (1.300 Euro) sowie klimatisiertes Fondgestühl (2.600 Euro), Panoramaschiebedach (3.200 Euro), 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und zusätzlich zum Assistenz-Paket noch ein Abstandstempomat (1.000 Euro). Inklusive sind zudem ein Design-Paket für das Interieur (2.400 Euro) und das Exterieur (1.300 Euro).
Für gut 1.000 Euro gibt es für einige Modelle ein Liege-Paket, für einen Tisch müssen rund 500 Euro extra investiert werden. Für die einfacheren Versionen gibt es auch eine Garmin-Navigationslösung für gut 1.000 Euro. Digitaler Radioempfang kostet immer 500 Euro. Für 1.600 bis 4.100 Euro je nach Linie ist zudem ein AMG-Optik-Paket erhältlich.
Aller guten Dinge sind drei: In der dritten Generation hat es die Mercedes V-Klasse geschafft, dem etablierten VW Multivan ein Duell auf Augenhöhe zu liefern. Mit viel Platz und Komfort sowie einer besseren Ausstattung für weniger Geld ist der Mercedes eine sehr reizvolle Alternative.
Auf Augenhöhe mit dem Klassen-Primus VW Multivan – mehr Ausstattung für weniger Geld.
Viel Platz und in höheren Linien gute Ausstattung
Die Mercedes V-Klasse hat viele Talente. Sie bietet zum einen Platz für maximal acht Personen mit mehr als 600 Litern Gepäck, die sie dank ihrer komfortablen Abstimmung auch über lange Strecken entspannt ans Ziel bringt. Sie kann als besonders luxuriöser Sechssitzer das elegante Business-Mobil geben, selbst wenn dann ein bisschen die laufruhigen Sechszylinder des Vorgängers fehlen, aber auch mit maximal 4.200 Litern Fassungsvermögen schon in der Kompaktvariante einen kleinen Umzug schultern oder Sportgeräte wie Kanus oder Mountainbikes transportieren, auf Wunsch mit Allrad gefühlt bis ans Ende der Welt.
Klassenvorbild bei den Assistenzsystemen
Die drei Vierzylinder-Turbodiesel kombinieren einen geringen Verbrauch mit – speziell bei den beiden stärkeren Varianten – guten Fahrleistungen für ein derart großes und schweres Fahrzeug. Mit ihrer Durchzugsstärke ist die V-Klasse auch ein prima Zugfahrzeug, wobei Mercedes sich die Aufstockung der Anhängelast von 2 auf 2,5 Tonnen extra bezahlen lässt.
Ansonsten erlebt der Mercedes-Fan beim Studium der Preislisten eher positive Überraschungen. Die höheren Ausstattungslinien und vor allem die Edition-Varianten beinhalten zahlreiche Extras und kosten wenig, zum Teil sogar weniger Geld als die vegleichbare Basis. Insgesamt ist die V-Klasse in den meisten Fällen günstiger als der Rivale VW Multivan, den sie auch bei den Assistenzsystemen übertrumpft und wodurch sie in diesem Bereich zum Klassenvorbild taugt.
Fazit zur Mercedes V-Klasse (447)
Viel Platz und Komfort, hochwertige Verarbeitung, in den höheren Linien mit einer sehr guten Ausstattung, dazu mit durchzugsstarken und sparsamen Dieselmotoren: die Mercedes V-Klasse hat sich zu einer sehr reizvollen Alternative zum VW Multivan gemausert und unterbietet den Wolfsburger Dauerbrenner dabei auch noch deutlich im Preis. Wer es braucht, kann zudem längere Karosserien und Allradantrieb ordern.