Einordnung und Design
Der Maserati Levante (M156) ist das großformatige SUV der Marke und nutzt die Plattform von Ghibli und Quattroporte. Mit gut fünf Metern Länge und langem Radstand zählt er zur oberen Mittelklasse. Die Karosserie mit langer Motorhaube und leicht abfallender Dachlinie betont den sportlichen Anspruch, bleibt jedoch alltagstauglich. Als erstes SUV der Marke besitzt der Levante kein direktes Vorgängermodell und grenzt sich optisch von Konkurrenten wie BMW X5 oder Genesis GV80 ab.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum verbindet der Levante klassische Gestaltung mit moderner Bedienung. Leder, Zierleisten und solide Schalter schaffen ein hochwertiges Ambiente, auch wenn die Materialanmutung nicht ganz das Niveau der besten deutschen Wettbewerber erreicht. Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer tief und gut konturiert, im Fond genießen zwei Erwachsene großzügigen Beinraum, während der mittlere Platz eher als Reserve gilt. Der Kofferraum fasst 580 Liter und bietet viel Stauraum, die umklappbare Rücksitzlehne erzeugt eine weitgehend ebene Ladefläche, die geringe Zuladung von rund 300 kg begrenzt jedoch voll beladenes Reisen.
Fahrverhalten und Komfort
Ein aufgeladener V6-Benziner prägt den Charakter des Levante, setzt Gasbefehle spontan um, dreht willig hoch und liefert auch bei höherem Tempo spürbare Leistungsreserven. Das 8-Gang-Automatikgetriebe arbeitet im Alltag komfortorientiert, lässt sich über Fahrprogramme jedoch straffer abstimmen und schaltet dann merklich agiler. Die serienmäßige Luftfederung an beiden Achsen verbindet guten Langstreckenkomfort mit ordentlicher Kurvendynamik, wirkt auf schlechten Straßen jedoch eher straff. Das hohe Fahrzeuggewicht führt zu leichten Wankbewegungen in Kurven, die Lenkung reagiert für ein SUV dieser Größe dennoch ausreichend präzise, auf der Autobahn überzeugt der Levante mit stabilem Geradeauslauf und niedriger Geräuschkulisse.
Verbrauch, Kosten und Konkurrenz
Die Kehrseite des starken Benziners zeigt sich beim Verbrauch, der Normwert liegt deutlich über vielen Rivalen mit Sechszylindermotor und im Alltag bewegen sich die Werte je nach Fahrprofil meist im zweistelligen Bereich. Entsprechend hoch fallen CO₂-Ausstoß und Effizienzklasse aus, was eine spürbare Kraftfahrzeugsteuer zur Folge hat. Hohe Ausgaben für Versicherung, Wartung und Bereifung verstärken das anspruchsvolle Kostenbild, der Levante bewegt sich damit klar im exklusiven Bereich der Oberklasse-SUV. Im Vergleich zu BMW X5 oder BMW X6 punktet er mit seltenerer Verbreitung und eigenständigem Auftritt, akzeptiert dafür aber Nachteile bei Effizienz und Werkstattkosten.
Sicherheit und Alltagstauglichkeit
Die Sicherheitsausstattung umfasst eine vollständige Airbagausstattung, Stabilitätsprogramme mit Anhänger-Stabilisierung und moderne Lichttechnik mit serienmäßigen Xenon-Scheinwerfern. Optional verfügbare Pakete mit Abstandsregeltempomat, Spurhalte- und Spurwechselassistent sowie Querverkehrswarner heben das Assistenzniveau auf das eines typischen Oberklasse-SUV. Rückrufe zu Kraftstoffleitungen, Vorderachsträger und Sitzverkabelung wurden behoben, ausgeprägte Langzeitschwächen sind bisher nicht erkennbar. Im Alltag helfen Luftfederung mit variabler Bodenfreiheit und ein für die Fahrzeuglänge relativ kleiner Wendekreis bei Einfahrten und Rangiermanövern, der große Kofferraum und die hohe Anhängelast machen den Levante als Reisewagen attraktiv, solange die begrenzte Zuladung im Blick bleibt.
Fazit zum Maserati Levante (M156)
Der Levante präsentiert sich als charakterstarkes Oberklasse-SUV mit sportlicher Note, hohem Langstreckenkomfort und viel Platz, verlangt im Gegenzug jedoch hohe laufende Kosten. Wer den eigenständigen Auftritt und den kultivierten V6-Benziner schätzt, akzeptiert damit Verbrauch und Effizienz nur als untergeordnete Kriterien.