Einordnung und Konzept
Die Lotus Elise (S3) bildet die dritte und letzte Generation des leichten Mittelmotor-Roadsters und lief bis 2021 vom Band. Sie setzt konsequent auf niedriges Gewicht, kompakte Abmessungen und eine sehr direkte Fahrdynamik. Im Modellprogramm steht die Elise S3 als puristische Straßenversion unterhalb der noch radikaleren Cup-Modelle. Die hier beschriebene späte Ausführung mit leistungsgesteigertem Motor knüpft technisch an bewährte Komponenten an, bietet aber mehr Kraft als frühere Elise-Serien. Gleichzeitig verbessern ein etwas niedrigeres Geräuschniveau und optionale Komfortdetails den Alltagseinsatz leicht. Die Zielgruppe besteht aus erfahrenen Sportwagenfahrern, die klare Rückmeldungen und einen analogen Charakter dem Komfort vorziehen. Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich die Elise S3 zwischen leichten Exoten wie dem Alfa Romeo 4C und konventionelleren Roadstern wie dem Porsche 718 Boxster.
Design und Karosserie
Die Karosserie bleibt dem typischen Elise-Auftritt mit flacher Front, betonten Radhäusern und kurzen Überhängen treu. Mit 3.824 mm Länge, 1.719 mm Breite und nur 1.117 mm Höhe wirkt die Elise S3 sehr geduckt und kompakt. Basis ist ein verklebter Aluminiumrahmen, auf den glasfaserverstärkte Kunststoffteile montiert sind. In der hier betrachteten Version liegt das Leergewicht bei nur 922 kg und unterstreicht den konsequenten Leichtbau. LED-Tagfahrlichter, glatter gezeichnete Lufteinlässe und ein überarbeiteter Diffusor unterscheiden späte S3-Modelle von früheren Jahrgängen. Der Kofferraum fasst 112 Liter und sitzt direkt neben dem Motor, weshalb sich das Gepäckabteil auf längeren Fahrten deutlich aufheizen kann. Das Stoffverdeck lässt sich per Hand einrollen und im hinteren Bereich verstauen, was etwas Übung erfordert, aber zum klassischen Roadster-Gefühl passt.
Innenraum und Alltag
Im Innenraum zeigt die Elise S3 ein klar funktionales Ambiente. Die sehr niedrige Sitzposition, schmalen Türöffnungen und hohen Schweller erschweren den Einstieg, schaffen dafür eine stark fahrerorientierte Perspektive. Sichtbare Aluminiumflächen, einfache Schalter und nur wenige Zierleisten sparen Gewicht und verleihen dem Cockpit einen sachlichen Charakter. Die straff gepolsterten Sportsitze geben guten Seitenhalt, können auf langen Etappen aber anstrengend wirken. Serienmäßig stehen Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber bereit, Klimaanlage und Radio waren optional erhältlich. Stauraum bleibt knapp, nur kleine Ablagen und das Handschuhfach nehmen Kleinteile auf. Motor- und Reifengeräusche dringen deutlich in den Innenraum, besonders bei höherem Autobahntempo. Dadurch eignet sich die Elise S3 eher für Fahrten über kurvige Landstraßen und gelegentliche Einsätze auf der Rennstrecke als für tägliches Pendeln oder Urlaubsreisen mit viel Gepäck.
Technik und Fahrverhalten
Das Fahrwerk mit Schraubenfedern und fein abgestimmten Dämpfern vermittelt ein sehr direktes Lenkgefühl. Die Vorderachse reagiert spontan, während die Hinterachse viel Traktion aufbaut und dennoch lebendig bleibt. Das geringe Gewicht sorgt für hohe Agilität, erfordert bei nasser Fahrbahn jedoch einen sensiblen Umgang mit dem Gaspedal. Der kompressoraufgeladene Vierzylinder hinter den Sitzen dreht willig in hohe Bereiche und stellt sein Drehmoment früh bereit, was kräftige Zwischenspurts aus Kurven ermöglicht. Die manuelle 6-Gang-Schaltung arbeitet präzise mit kurzen Wegen und unterstreicht den analogen Charakter der Elise S3. Scheibenbremsen an beiden Achsen lassen sich gut dosieren und bleiben auch bei intensiver Beanspruchung standfest, was auf Rennstrecken Vertrauen schafft. Der Kraftstoffverbrauch fällt für die gebotenen Fahrleistungen moderat aus, steigt bei schneller Fahrweise aber spürbar an, zumal der Tank relativ klein ausfällt.
Fazit
Insgesamt bietet die Elise S3 ein intensives, aber alltagskritisches Fahrerlebnis.