Einordnung und Konzept
Der Lada 4x4 (VAZ 2131) knüpft in den Baujahren 2011 bis 2013 direkt an das Konzept des ursprünglichen russischen Geländewagens aus den 1970er Jahren an. Im Markt für kompakte Allradfahrzeuge steht er als einfaches Arbeitsgerät unterhalb moderner SUV. Die Konstruktion wirkt robust, technisch überschaubar und lässt sich gut warten. Ein 1,7-Liter-Benzinmotor mit Einspritzung ersetzt die früheren Vergaservarianten und verbessert Laufkultur sowie Abgasverhalten, ohne das grundsätzliche Layout zu verändern. Der Schwerpunkt liegt klar auf Geländegängigkeit und niedrigen Anschaffungskosten, weniger auf Komfort oder Sicherheit.
Karosserie und Geländeeigenschaften
Die Karosserie des Lada 4x4 fällt kompakt aus und erleichtert Fahrten auf engen Waldwegen oder in schmalen Ortschaften. Relativ kurze Überhänge und eine Bodenfreiheit von 220 mm unterstützen den Einsatz abseits befestigter Straßen. Große Böschungs- und Rampenwinkel mindern das Risiko von Bodenkontakt, die Wattiefe von 650 mm ermöglicht das Durchfahren flacher Wasserstellen. Ein permanenter Allradantrieb mit sperrbarem Mitteldifferenzial und zuschaltbarer Untersetzung sorgt auf losem Untergrund für gute Traktion. Der kleine Wendekreis erleichtert Rangiermanöver auf beengten Flächen. Der Kofferraum bietet für die Fahrzeugklasse ein ordentliches Volumen und wächst bei umgelegter Rückbank deutlich an, was den Alltagsnutzen steigert.
Innenraum und Alltagstauglichkeit
Im Innenraum dominieren harte Kunststoffe und einfache Stoffbezüge. Das nüchterne Armaturenbrett zeigt eine klare Struktur und lässt sich gut reinigen. Die Sitzposition wirkt hoch, die Einstellmöglichkeiten bleiben begrenzt und die Polster bieten wenig Seitenhalt. Auf den hinteren Plätzen fällt das Raumangebot eher knapp aus. Die Geräuschkulisse liegt bereits bei Landstraßentempo deutlich über dem Klassendurchschnitt und nimmt auf der Autobahn spürbar zu, was längere Strecken anstrengend macht. Eine kräftige Heizung bringt den Innenraum bei Minusgraden schnell auf Temperatur, eine Klimaanlage steht in diesem Zeitraum meist nicht zur Verfügung. Ablagen und Verarbeitungsqualität bewegen sich auf einfachem Niveau, dafür verkraftet der Innenraum harte Einsätze im Alltag.
Motor und Fahrverhalten
Der 1,7-Liter-Vierzylinder leistet 61 kW (83 PS) und stellt 129 Nm Drehmoment bereit. Diese Werte reichen für gemächliche Fahrten und niedrige Geschwindigkeiten, Reserven auf der Autobahn bleiben gering. Der Sprint auf 100 km/h dauert rund 19 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 137 km/h. Am wohlsten fühlt sich der Lada 4x4 im Bereich bis ungefähr 100 km/h. Ein manuelles Fünfganggetriebe mit kurzem ersten Gang passt den Antrieb an schwere Geländeeinsätze an. Die Kombination aus permanentem Allradantrieb, Untersetzung und einfacher Fahrwerkskonstruktion mit hinterer Starrachse sorgt im Gelände für gute Traktion, auf Asphalt jedoch für deutliche Karosseriebewegungen und ein eher schaukeliges Fahrgefühl. Der Praxisverbrauch liegt bei rund 10 Liter Super auf 100 Kilometer, der 45-Liter-Tank begrenzt die Reichweite auf etwa 400 Kilometer.
Sicherheit und Kosten
Der Sicherheitsstandard fällt nach heutigen Maßstäben sehr niedrig aus. Weder ABS noch ESP sind verfügbar, Airbags fehlen vollständig. Die Bremswege geraten lang, da die Bremsanlage ohne Regeltechnik arbeitet und die Karosserie kaum gezielte Knautschzonen besitzt. Moderne Assistenzsysteme wie Spurhaltewarnung oder Notbremsassistent stehen nicht zur Verfügung, was hohe Sicherheitsreserven im Fahralltag erfordert. Positiv wirken sich die einfache Technik und vergleichsweise günstige Ersatzteile aus, während hoher Kraftstoffverbrauch, Kfz-Steuer und eine eher schwache Rostvorsorge die laufenden Kosten erhöhen und die Werthaltigkeit dämpfen.
Fazit
Der Lada 4x4 (VAZ 2131) tritt als spezialisiertes Arbeitsfahrzeug auf, das Geländegängigkeit klar über Komfort und Sicherheit stellt. Auf schlechten Wegen, im Wald oder auf Feldern spielt der Antrieb mit permanentem Allrad, Untersetzung und hoher Bodenfreiheit seine Stärken aus. Im Alltagsbetrieb auf der Straße wirken der laute Innenraum, die schwachen Fahrleistungen und das niedrige Sicherheitsniveau jedoch deutlich. Wettbewerber wie Dacia Duster oder Suzuki Jimny bieten mehr Komfort und Sicherheit, verlangen dafür aber höhere Anschaffungskosten. Für Nutzer, die ein preisgünstiges, technisch einfaches und robustes Allradfahrzeug für Arbeit und Freizeit im Gelände suchen, bleibt der Lada 4x4 eine sehr spezielle, klar umrissene Option.