Einordnung und Konzept
Der Lada 4x4 (VAZ 2121) knüpft direkt an die lange Tradition des russischen Geländewagens Niva an. Er tritt als kompakter Allradkombi mit selbsttragender Karosserie, permanentem Antrieb auf beide Achsen und Untersetzungsgetriebe an. Gegenüber früheren Niva-Generationen wurden Instrumententräger, Sitze und die Abgasreinigung modernisiert, die Technik bleibt jedoch bewusst einfach gehalten. Das Modell positioniert sich klar als Arbeitsgerät und robustes Freizeitauto für schwierige Wege und weniger als komfortorientiertes Alltagsfahrzeug.
Karosserie, Platzangebot und Kofferraum
Die kantige dreitürige Karosserie mit kurzen Überhängen sorgt für gute Böschungswinkel und einen robusten Auftritt. Im Innenraum sitzen vorn zwei Personen mit ordentlichem Raumgefühl, im Fond nehmen Erwachsene eher aufrecht Platz. Der Kofferraum bietet im Normalzustand 263 Liter und wächst mit umgeklappter Rückbank zu einer langen, hohen Ladefläche mit deutlich größerem Volumen. Eine Bodenfreiheit von 220 mm, der kompakte Radstand und ein Wendekreis von etwa 11 m erleichtern das Rangieren auf engen Feldwegen und in Hofeinfahrten.
Innenraum und Bedienung
Der Fahrerplatz wirkt sachlich und altmodisch, die Bedienung bleibt mit großen Schaltern und gut ablesbaren Rundinstrumenten jedoch übersichtlich. Harte Kunststoffe prägen den Innenraum, wirken einfach, zeigen sich im rauen Alltag aber widerstandsfähig. Die Sitze unterscheiden sich von frühen Baujahren durch etwas mehr Seitenhalt, bleiben auf längeren Strecken allerdings eher unbequem. Hohe Geräuschpegel von Motor, Getriebe und Reifen prägen den Charakter, eine aufwendige Geräuschdämmung oder Klimaautomatik steht nicht zur Verfügung. Funktionalität zählt mehr als Anmutung und Detailqualität.
Motor und Fahrverhalten
Ein 1,7 Liter großer Benzinmotor arbeitet rau, stellt aber ausreichendes, wenig temperamentvolles Drehmoment bereit. In Verbindung mit dem Fünfgang-Getriebe entstehen gemächliche Beschleunigung und eine begrenzte Höchstgeschwindigkeit, der Verbrauch liegt deutlich über dem Niveau moderner SUV ähnlicher Größe. Seine Stärken zeigt der Lada 4x4 im Gelände. Permanenter Allradantrieb, sperrbares Mitteldifferenzial und Untersetzung ermöglichen Fahren, Ziehen und Klettern auf rutschigen oder ausgefahrenen Wegen, wo weich abgestimmte Freizeit-SUV oft an Grenzen geraten. Fahrwerk und Lenkung fordern Aufmerksamkeit, vor allem bei höherem Tempo und auf welligen Fahrbahnen.
Kosten, Sicherheit und Alltagstauglichkeit
Der niedrige Neupreis und die einfache Technik erleichtern den Einstieg und halten viele Werkstattkosten im Rahmen. Dem stehen hoher Kraftstoffverbrauch, deutlicher Wertverlust und ein Sicherheitsniveau gegenüber, das klar unter dem von Konkurrenten wie Suzuki Jimny oder Dacia Duster bleibt. Airbags und elektronische Assistenzsysteme fehlen, die Karosseriestruktur bietet nur begrenzte Crashreserven. Im reinen Familienalltag wirkt dieses Konzept veraltet, als günstiger und robuster Geländewagen mit klarem Einsatzprofil erfüllt der Lada 4x4 seine Rolle.
Fazit
Der Lada 4x4 (VAZ 2121) überzeugt vor allem als einfacher, geländetauglicher Allradarbeiter mit robustem Aufbau und leicht verständlicher Technik. Wer hohe Sicherheitsreserven, Komfort und geringen Verbrauch erwartet, findet passendere Alternativen. Für Nutzer, die hauptsächlich auf schlechten Wegen unterwegs sind und einen ehrlichen, leicht zu wartenden Geländewagen suchen, bleibt der Lada 4x4 jedoch ein stimmiges, wenn auch technisch alten Standards folgendes Angebot.