Design und Konzept
Der Honda e (ZC7) kam 2020 als elektrischer Kleinwagen mit eigenständiger Plattform auf den Markt und zielt klar auf den Stadtverkehr. Die kurzen Überhänge, die breite Spur und die aufrechte Frontorientierung greifen bewusst klassische Civic-Formen auf, wirken aber modern. Runde LED-Leuchten vorn und hinten, schwarz abgesetzte Flächen und bündig integrierte Türgriffe sorgen für ein klares, reduziertes Erscheinungsbild. Die gut sichtbare Ladebuchse unter einer Klappe in der Motorhaube erleichtert das Anstecken an Ladesäulen, gerade in engen Parkbuchten.
Innenraum und Bedienung
Im Cockpit dominiert eine breite Leiste mit mehreren Bildschirmen, ergänzt durch die Monitore der Außenspiegelkameras. Die Kombination aus Holzoptik, hellen Stoffbezügen und klaren Linien erzeugt eine wohnliche Atmosphäre, die sich von vielen sachlich gehaltenen Kleinwagen absetzt. Vorn entsteht durch den flachen Boden und die fehlende Mitteltunnel-Konsole ein großzügiges Raumgefühl. Auch im Fond sitzen zwei Erwachsene für die Fahrzeugklasse erstaunlich bequem, die hoch ausgeformte Rückbanklehne erinnert an ein Sofa. Deutlich weniger großzügig zeigt sich der Kofferraum: Für den Alltagseinkauf reicht das Volumen, längere Reisen erfordern umgeklappte Rücksitzlehnen und sorgfältige Gepäckplanung.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Hinterradantrieb verleiht dem Honda e einen in dieser Klasse ungewöhnlichen Charakter. Der Elektromotor spricht spontan an und setzt Befehle direkt um, ohne dass die Vorderräder mit der Traktion kämpfen. Die im Fahrzeugboden platzierte Batterie senkt den Schwerpunkt, das Auto lenkt damit präzise ein und wirkt in Kurven stabil und ausgewogen. Die Lenkung reagiert direkt, der sehr kleine Wendekreis erleichtert das Rangieren in Parkhäusern und engen Straßen. Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt, filtert kurze Unebenheiten aber noch ordentlich heraus. Auf der Autobahn reicht die Leistung für übliche Reisegeschwindigkeiten, der e fühlt sich dennoch im Stadtverkehr und im Umland deutlich wohler.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Die Batterie mit begrenzter Kapazität ermöglicht im gemischten Betrieb rund 180 Kilometer Reichweite. Für tägliche Pendelstrecken genügt das in vielen Fällen, spontane Langstreckenfahrten benötigen jedoch Ladepausen und Planung. Die Schnellladeleistung erlaubt spürbare Nachladung während eines Einkaufs, bleibt aber hinter manchen Wettbewerbern zurück. Im Stadtverkehr zeigt der Honda e seine Stärken: Er fährt leise, reagiert sehr wendig und lässt sich dank zahlreicher Assistenzsysteme entspannt bewegen. Dem stehen ein kleiner Kofferraum und ein im Vergleich zu anderen Elektro-Kleinwagen höheres Preisniveau gegenüber, was das Modell eher für stil- und technikorientierte Käufer interessant macht als für Familien mit großem Platzbedarf.
Fazit
Der Honda e (ZC7) tritt als charakterstarker Elektro-Kleinwagen an, der Design, Fahrverhalten und Innenraumwirkung klar priorisiert. Die begrenzte Reichweite und der überschaubare Kofferraum machen ihn vor allem im urbanen Umfeld und als Zweitwagen attraktiv. Wer diesen Einsatzzweck im Blick hat, erhält ein eigenständiges Elektroauto mit klarem Fokus auf Komfort, Wendigkeit und unverwechselbarem Auftritt.