Fiat Punto (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Der Fiat Punto ist der Dauerbrenner im Programm des italienischen Herstellers. 1993 löste der Punto den Uno ab und kam sogar in einer Cabrio-Version. 1999 erschien der weniger rundlich gezeichnete Punto II auf dem Markt, der bis 2007 im Verkauf blieb. Parallel dazu lancierte Fiat ab 2005 den Grande Punto. Der war von 3,80 auf knapp 4,05 Meter gewachsen und firmierte 2009 zunächst in Punto Evo um, bevor er seit 2012 schließlich wieder schlicht auf Punto hört. Rund eine Viertelmillion Fiat Punto sind aktuell in Deutschland zugelassen, 2016 fanden allerdings nur noch knapp 2.500 Neuwagen einen Käufer. Das ist rund ein Zehntel dessen, was die Fiat-Händler in den besten Punto-Zeiten jährlich verkaufen konnten.

Daten

Daten

Die Motorenpalette des Fiat Punto II bestand aus Benzinern, die zwischen 60 und 130 PS leisten. Dabei waren schon die Einstiegsmotoren (1.2 8V) immer eine Empfehlung wert, weil sie den kleinen Wagen angemessen antreiben und recht sparsam im Verbrauch sind. Auf Basis des 1.2 gab es auch eine Variante mit Erdgasantrieb (Natural Power), die im Gasbetrieb 52 PS leistet. Mit dem 1.8 16V (130 PS) im Punto Abarth ließen sich auch größere Mittelklasseautos ärgern. Die Diesel (1.3 JTD und 1.9 JTD) leisten zwischen 69 und 100 PS und gehen sparsam und dennoch flott zur Sache. Was man vom 1.9D (60 PS) nicht behaupten kann, der noch ein beschaulicher Diesel alter Schule ist, also ohne Turboaufladung.Im aktuellen Punto bietet Fiat nur noch eine Handvoll Motorisierungen an: zwei Saugbenziner mit vier Zylindern (1.2 8V mit 69 PS, 1.4 8V mit 77 PS), die zwar nicht übertrieben temperamentvoll sind, aber das Unterhaltskostenbudget auch nicht über Gebühr belasten. Den 1.4 8V gibt es auch als Natural-Power-Modell. Im Betrieb mit Erdgas leistet der Motor 70 PS. Wer mit dem Punto flotter unterwegs sein will, wählt den 0.9 8V TwinAir, der aus zwei Zylindern 105 Turbo-PS mobilisiert. Für Vielfahrer empfiehlt sich der 1.3 Multijet-Diesel, der 95 PS und 200 Newtonmeter maximales Drehmoment liefert.

  • Knappe Motorenpalette
  • Erdgasantrieb im Programm
  • Günstige Betriebskosten
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Test

Test

Der Fiat Punto ist ein ausgereifter, solider Kleinwagen mit einem guten Platzangebot auf den vorderen Plätzen. Verarbeitung und Materialanmutung sind in Ordnung. Im Innenraum wechseln sich schön gestylte Applikationen und Hartplastik ab, vier Personen finden gut Platz. Das kompakte Fahrzeug erfreut vor allem im Stadtverkehr mit überzeugender Handlichkeit. Beim Kofferraumvolumen ist der Fiat Punto mit 275 Litern klassentypisch unterwegs, bei umgeklappten Sitzen schluckt er bis zu 1.030 Liter. Wegen seines 75-Liter-Gastanks verliert der Natural Power etwas an Kofferraumvolumen. In Tests wurde eine hohe Ladekante ebenso bemängelt wie die schwere Erreichbarkeit der Rücksitze beim Zweitürer. Das Fahrwerk des Punto ist straff ausgelegt, aber nicht unkomfortabel. Motor- und Windgeräusche sind vernehmlich zu hören, und vor allem beim Zweizylinderturbo dringen Motorbrummen und Vibrationen bis zu den Passagieren durch. Bei der passiven Sicherheit holte der Punto im (alten) Euro-NCAP-Crashtest fünf Sterne.

  • Sehr handlich
  • Der Klasse angemessenes Platz- und Gepäckraumangebot
  • Sicheres Fahrverhalten
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Preise

Preise

Der Fiat Punto ist ein preiswertes Fahrzeug; das gilt für Neu- und für Gebrauchtwagen. Aktuell ist das Modellangebot stark zusammengeschrumpft, nur noch Viertürer sind bestellbar. Der Fiat Punto Mystyle, der ab 12.790 Euro angeboten wird, ist ausschließlich mit dem Basismotor 1.2 8V erhältlich. Zur Serienausstattung gehören 15-Zoll-Stahlfelgen, manuelle Klimaanlage und Multifunktionslenkrad. Der Fiat Punto Lounge bietet unter anderem Leichtmetallräder (15 Zoll), Zweizonenklimaautomatik, Funkfernbedienung und Parksensoren hinten und startet als 1.2 8V ab 14.190 Euro. Als 0.9 TwinAir kostet der Punto 16.490 Euro, als Erdgasmodell 17.390, als Diesel 17.490 Euro. Im Frühjahr 2015 bepreiste Fiat die Modellvarianten Mystyle und Young zwischen 8.990 und 11.590 Euro (1.2 8V und 1.4 8V, Zwei- und Viertürer); diese niedrigen Neuwagenpreise gilt es beim Gebrauchtwagenkauf zu berücksichtigen.

  • Relativ günstige Neuwagenpreise
  • Vernünftige Serienausstattung
  • Keine Assistenzsysteme erhältlich
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Wer an Fiat denkt, denkt an kleine, wendige Autos zu erschwinglichen Preisen – so wie der Punto eben. Kein Wunder, steht der doch in einer langen Tradition pfiffiger Kleinwagen. Sie fanden auch in Deutschland viele Freunde – angefangen vom Topolino über den Ur-500er bis zum Punto-Vorgänger Uno.


Vorderansicht - schräg
Der Fiat Punto 1.4 Natural Power ist König in der Disziplin Reichweite.
Seitenansicht

Kleinwagen in bester Tradition: Punto I und II

Die erste Generation des Fiat Punto folgt dem Erfolgsmodell Uno nach. Der rundliche Punto I kommt 1993 auf den Markt, zwei- oder viertürig und mit deutlich verbesserter Qualität im Vergleich zum Vorgänger. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt spielt diese Modellgeneration heute keine große Rolle mehr. Sogar eine Cabrio-Version des Punto I wird aufgelegt. 1999 folgt der eckigere Punto II. Mit ABS sowie serienmäßigen Front- und Seitenairbags stellt er einen klaren Fortschritt dar, erreicht allerdings bei der Qualität nicht das Niveau der Klassenbesten. Auch bei den turnusmäßigen Hauptuntersuchungen schneidet der Punto eher schlecht ab. Mit zunehmendem Alter häufen sich die Beanstandungen der Sachverständigen. Viele der auftretenden Mängel resultieren aber aus nachlässiger Wartung.

Der pfiffige Punto II präsentiert sich als geräumig und komfortabel, dazu preiswert im Unterhalt. Auch Automatik-Versionen sind erhältlich und Modelle, die mit Erdgas betrieben werden können (Natural Power) – Garant für sensationell niedrige Unterhaltskosten. Die Motorenpalette des Punto bewegt sich dabei im Rahmen des Vernünftigen: kleinvolumige Vierzylinder als Benziner oder Diesel, die zumeist zwischen 60 und knapp 90 PS leisteten, bescheiden in Durst und Unterhaltskosten. Ausnahme das Topmodell, der Punto Abarth – mit seinen 130 PS avanciert der 1,8-Liter-16-Ventiler zum GTI-Konkurrenten. 2003 erhält die zweite Generation des Punto noch einmal ein Facelift und bevor sie dann ab 2005 sukzessive vom Nachfolger abgelöst wird. Der letzte Fiat Punto II wird 2007 gebaut.

Namens-Zickzack bei Generation III

Der Übergang zur dritten Generation gibt sich ein wenig unübersichtlich: Durch den Wechsel auf eine größere Technikplattform wächst die neue Punto-Generation von 3,80 Meter auf knapp 4,05 Meter. Damit einher geht ein neuer Name: Grande Punto. Der alte Punto wird aber noch bis 2007 weitergebaut. Keine zwei Jahre später wird aus dem Grande Punto wurde der Punto Evo, und nach drei weiteren Jahren darf sich der Kleinwagen wieder so nennen wie früher: einfach Punto. Mit der Rückbenennung erhält der Punto 2012 auch eine letzte Modellpflege. Das ist mittlerweile auch schon wieder fünf Jahre her, kein Wunder also, dass der Punto im Vergleich zu vielen moderneren Kleinwagenkonkurrenten wie Opel Corsa, VW Polo, Hyundai i20, Skoda Fabia oder Peugeot 208 inzwischen alt aussieht.

Kleines Motoren- und Modellprogramm

Auf einer Länge von knapp 4,05 Metern bietet der Punto genügend Platz für vier Passagiere; die Zulassung für fünf ist, wie bei Kleinwagen üblich, eine Formsache. Inzwischen wird der Punto in Deutschland nur noch als Viertürer angeboten. Der Kofferraum fasst 275 Liter, mit umgelegten Rücksitzen sind es bis zu 1.030 Liter. Das sind klassentypische Werte. Das Beladen des Kofferraums ist wegen der hohen Ladekante aber nicht superkomfortabel, und auch die Stufe, die beim Umklappen der Rücksitze entsteht, macht es nicht einfacher, Gegenstände nach vorn zu schieben. Innen macht der Fiat Punto einen frischen Eindruck, wenngleich Hartplastik dominiert. Die Bedienung gibt wenig Rätsel auf. Auf Assistenzsysteme müssen Punto-Käufer allerdings verzichten; allenfalls Hilfe beim Einparken gibt es durch Parkpiepser hinten. Die Passagiere sitzen sehr bequem auf den gut gepolsterten Sitzen, es gibt genügend Bein- und Kopffreiheit – hinten mit leichten Einschränkungen bei der Kniefreiheit. Man muss sich aber darauf einstellen, dass Unebenheiten bisweilen ziemlich ungefiltert ankommen. Im Vergleich zu moderneren Konkurrenten wirkt der Fiat Punto somit etwas ungehobelt. Die Lenkung gibt wenig Feedback und wird in Tests immer als sehr synthetisch beschrieben. Wind- und Fahrgeräusche sind deutlich zu vernehmen, dazu tragen auch die Motoren bei – sowohl Vier- als auch Zweizylinder sind eher brummige Zeitgenossen.

Die Motoren sind beim Kraftstoffverbrauch generell recht genügsam. Selbst mit den Benzinern ermöglicht der 45-Liter-Tank Reichweiten von 800 Kilometern. König in dieser Disziplin ist der Fiat Punto 1.4 Natural Power. Der bivalent ausgelegte Motor kann auch mit Erdgas betrieben werden; 13 Kilogramm Erdgas fassen die Zusatztanks, die am Fahrzeugboden und unter dem Kofferraum untergebracht sind. Dessen Volumen schrumpft dadurch auf 200 Liter. Ist das Gas aufgebraucht, kann mit Benzin als Treibstoff weitergefahren werden. So erreicht der Erdgas-Punto eine Reichweite von über 1.000 Kilometern. Allerdings gilt im einen wie im anderen Fall: Die Fahrleistungen sind eher beschaulich. Wer es flotter mag, greift zum Fiat Punto 0.9 8V TwinAir, der aus zwei Zylindern 105 Turbo-PS mobilisiert. Für Vielfahrer empfiehlt sich der Turbodiesel 1.3 Multijet mit 95 PS und 200 Newtonmeter maximales Drehmoment. Alle aktuell angebotenen Modelle sind mit gut schaltbarem Sechsgang-Getriebe ausgestattet.

Auch die aktuellste Generation – ganz gleich, ob sie sich Grande Punto, Punto Evo oder nur Punto nennt – gilt in Sachen Zuverlässigkeit und Langzeitqualität nicht als Musterknabe. Wie beim Vorgängermodell liegen in der Hauptuntersuchung (TÜV) die Mängelquoten in allen Altersklassen über dem Durchschnitt. Einen Bogen um einen gebrauchten Punto muss man deshalb aber nicht machen. Wer sich vor dem Fahrzeugkauf genau mit Vorbesitzern und Wartungshistorie beschäftigt, hat die Chance, ein solides und im besten Sinne preiswertes Fahrzeug zu erwerben.