Dacia Sandero (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Ab 2008 stellt die rumänische Renault-Tochter Dacia das Schrägheckmodell Sandero dem Stufenheckmodell Logan zur Seite. Entsprechend den Abmessungen und dem gebotenen Platz gehört der Sandero in die Kompaktklasse (Polo-Klasse) und bietet einfache Technik aus dem Renault-Regal und übersichtliche Ausstattung bei ordentlicher Verarbeitung. Mit dem niedrigsten Neupreis aller in Deutschland angebotenen Autos zeigt der Sandero, dass individuelle Mobilität auch ganz ohne Firlefanz möglich ist.

Daten

Daten

Die Sandero-Antriebe – allesamt Vierzylinder-Motoren von Renault – kommen in der ersten Generation (2008–2012) mit Hubräumen von 1,2 und 1,6 Litern (Benziner) sowie 1,5 Litern (Diesel) aus und decken ein Leistungsspektrum von 68 bis 105 PS ab. Für die zweite Sandero-Generation wurden die Motoren auf 0,9 bis 1,4 Liter Hubraum verkleinert, und das Leistungsangebot rückte mit einer Spanne von 72 bis 90 PS enger zusammen. Die Motoren sind mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe oder einem automatisierten Getriebe kombiniert; den Vortrieb übernehmen unverändert die Vorderräder. Eine elektrifizierte Antriebsversion ist nicht erhältlich, dafür gibt es aber eine Autogas-Version (LPG).

  • Schmale Antriebspalette
  • Genügsame Verbrauchswerte
  • Verhaltene Fahrleistungen
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Test

Test

Der Dacia Sandero muss der Konkurrenz in den Tests der Fachmedien zwar regelmäßig den Vortritt lassen, gibt angesichts seines Schnäppchen-Preises aber dennoch eine gute Figur ab. So können Platzangebot, Kofferraum, Fahreigenschaften, Bremsen, Federung und Verarbeitung durchaus überzeugen. Anlass zur Kritik bieten jedoch die schwachen Scheinwerfer, die unbequemen Sitze, das knappe Angebot an Extras sowie die recht laute Geräuschkulisse. Längerfristig können Auspuff, Lenkgelenke und Antriebswellen für Verdruss sorgen.

  • Ordentliche Verarbeitungsqualität
  • Sicheres Fahrverhalten
  • Standfeste Bremsen
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Preise

Preise

Einen neuen Sandero gibt es unter 7.000 Euro – kein anderes Auto auf dem Markt ist günstiger. Die fünf wählbaren Ausstattungslinien umfassen auch zwei `Stepway´-Versionen, die mit höhergelegtem Fahrwerk und Plastikbeplankungen den robusten Look eines SUV imitieren. Die Topversion gibt es ab gut 11.500 Euro. Selbst wer an Extras alles, was geht, ankreuzt, schafft es nur mit Mühe, den Listenpreis des Sandero über die 15.000-Euro-Schwelle zu schubsen. Damit bietet sich ein neuer Sandero als eine interessante Alternative zu einem jungen Gebrauchten an.

Allerdings ist die Zahl der Sonderausstattungen, die nicht an eine Ausstattungslinie gebunden sind, recht überschaubar.

  • Extrem günstige Preise
  • Stepway-Version mit SUV-Optik
  • Nur wenige Sonderausstattungen
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Im Renault-Konzern übernimmt die rumänische Marke Dacia seit 2004 konsequent die Rolle des Preisbrechers. Mit dem fünftürigen Schrägheckmodell Sandero bietet Dacia die günstigste Möglichkeit, ohne selbst strampeln zu müssen und mit Dach individuell unterwegs zu sein. Der Sandero nutzt Architektur und Technik des Renault Clio.


Vorderansicht - schräg
Keiner ist günstiger: Der Dacia Sandero bietet automobile Freiheit zum Kampfpreis.
Seitenansicht

Daraus ergibt sich ein mit dem Schwestermodell vergleichbares Platzangebot für Insassen und Gepäck. Um den Preis möglichst kräftig zu drücken, setzt Dacia knallhart den Rotstift an und streicht alles, was für ein zeitgemäßes Fahrzeug entbehrlich ist. Das Konzept funktioniert. Seit dem Start der Sandero-Produktion werden im Werk Pitesti rund 350.000 Autos pro Jahr gefertigt. Heute gehört Dacia zu den am schnellsten wachsenden Automarken weltweit. Die Marke ist nicht nur besonders stark in Ost-Europa, sondern hat sich auch in Südamerika überaus erfolgreich etabliert.

 Nachdem Dacia mit der viertürigen Limousine Logan ab 2004 den arrivierten Autoherstellern in Sachen Listenpreis eine harte Nuss zum Knacken gegeben hat, setzt die Marke aus Rumänien (Dacia ist die lateinische Bezeichnung Rumäniens) mit dem fünftürigen kompakten Schrägheckmodell Sandero noch einen drauf. Ab 2008 ergänzt der Sandero die Dacia-Produktpalette und ist mit einem Basispreis von weniger als 7.000 Euro ein unschlagbar günstiges Angebot, zumal der Sandero ähnliche Platzverhältnisse bietet wie der jeweilige Renault Clio, auf dessen Architektur und Technik der Sandero aufbaut. Bei den Wettbewerbern gibt es knapp unterhalb von 10.000 Euro nur Kleinstwagen wie den Fiat Panda, einen Ford Ka, Toyota Aygo, Seat Mii oder einen zweitürigen VW Up – und diese bieten deutlich weniger Raum. Der günstigste VW Polo hingegen kostet nahezu das Doppelte.

 

Die Motoren ändern sich, aber Fahrleistungen und Verbräuche bleiben gleich

Die von 2008 bis 2012 gebaute erste Generation des Dacia Sandero basiert auf der dritten Auflage des Renault Clio (R). Daraus ergibt sich für den Sandero nicht nur ein Platzangebot, das deutlich über dem Niveau der Konkurrenzmodelle liegt, sondern auch ein großzügiger Kofferraum, der mit 350 Liter Volumen (1.200 Liter bei umgeklappten Rücksitzen) bereits Golf-Klasse-Format erreicht. Die Technik einschließlich des Antriebs steuert ebenfalls der Renault Clio bei, und sie entspricht dem des Dacia Logan. Damit startet der Sandero zunächst mit den beiden Benzinern 1.4 MPI (75 PS) und 1.6 MPI (87 PS), die ihn bis zu 161 km/h bzw. 174 km/h schnell machen. Im Frühjahr 2009 kommt der 1.2 16V 75 mit ebenfalls 75 PS hinzu, dessen Durchschnittsverbrauch gut einen halben Liter niedriger liegt als der beim 1.4 MPI. Der 1.4 MPI wird im Herbst 2009 auf bivalenten Betrieb umgestellt und vermag fortan auch Autogas (LPG = Liquefied Petroleum Gas) zu verbrennen. Im Oktober 2010 endet die Bestellbarkeit der LPG-Version, während die Effizienz des 1.6 MPI durch eine gründliche Überarbeitung optimiert wird, wodurch zwei PS auf der Strecke bleiben. Ab Herbst 2011 ist dann auch der 1.6 MPI LPG 85 verfügbar – allerdings nur für die Stepway-Versionen. Schließlich bietet Dacia kurz vor dem Modellwechsel noch eine Ethanol-Variante des 1.6 16V an, die mit 105 PS die Leistungsspitze im Sandero markiert – aber auch diese Antriebsalternative ist nur für die Stepway-Modelle erhältlich.

Übersichtlicher gestaltet sich das Diesel-Angebot, das im Herbst 2009 mit den Vierzylindern dCi 70 (68 PS) und dCi 85 (86 PS), jeweils mit 1,5 Litern Hubraum, seinen Anfang nimmt. Bereits zwölf Monate später folgen die etwas kräftigeren Versionen dCi 75 (75 PS) und dCi 90 (88 PS), die bis zum Modellwechsel im Oktober 2012 im Programm bleiben.

Dass neben einer Gleichteil-Strategie auch rigorose Sparmaßnahmen erforderlich waren, um die Kampfpreise des Sandero zu ermöglichen, wird indes bei der Ausstattung und der Materialanmutung im Innenraum deutlich. Reduktion auf das Nötigste ist offenbar die Devise. Das gilt für die Geräuschdämmung ebenso wie für die sehr synthetisch wirkenden Sitzbezüge auf den zierlichen und dünn gepolsterten Sitzgelegenheiten. Die Passagiere finden sich umgeben von grauem Hartplastik, dem bei Wärme ein wenig angenehmer Geruch entweicht. Ein gewisser Ostblock-Charme ist dem Sandero mithin nicht abzusprechen. Dem Fahren tut das aber kaum Abbruch. Abgesehen von einem vergleichsweise hohen Innengeräusch zeigt der Sandero ein gutmütiges und damit sicheres Fahrverhalten, dass das Fehlen von ESP beinahe verzichtbar macht. Die Federung ist komfortabel ausgelegt, was angesichts der kaum Temperament bietenden Antriebe absolut Sinn macht.

 

Der zweite Sandero wird kompakter und leichter

Bedingt durch die Neuauflage des Plattform- und Technik-Spenders Renault Clio, bei dem die nunmehr vierte Generation (X98) im Herbst 2012 an den Start geht, muss Dacia bereits nach fünf Jahren Bauzeit auch einen Modellwechsel beim Sandero durchführen. In allen Außenabmessungen leicht verkleinert, aber auch mit weniger Gewicht startet der neue Sandero im Januar 2013 in den Verkauf. Geblieben ist der unerhörte Kampfpreis für das Basismodell von weniger als 7.000 Euro. Unter der Motorhaube werkeln zum Start zunächst der bekannte 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 75 PS sowie dessen Zwilling mit bivalenter LPG-Verbrennung. Auch Freunde des Turbodiesels treffen auf einen alten Bekannten, denn der bewährte 1,5-Liter-Vierzylinder mit 90 PS tut weiterhin genügsamen Dienst. Gänzlich neu ist ein downgesizter Common-Rail-Turbobenziner mit drei Zylindern, der ebenfalls 90 PS aus nur 0,9 Litern Hubraum holt und dem Sandero eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h beschert. Zum Jahresstart 2017 löst ein 1,0 Liter kleiner Benziner ohne Turboaufladung und mit konventioneller Einspritzung den 1,2-Liter-Vierzylinder ab. Der Neue leistet 73 PS und benötigt wie der kleine Common-Rail-Benziner durchschnittlich nur 5,2 Liter Super pro 100 Kilometer.

Nur die nötigste Ausstattung

Viel getan hat sich im Innenraum, wo das Hartplastik sich nun viel eleganter um die Passagiere schwingt und kleine Applikationen das Erscheinungsbild auflockern. Wie der Vorgänger ist der neue Sandero ebenfalls als Stepway zu bekommen, der mit höhergelegtem Fahrwerk und Kunststoff-Anbauteilen auf rustikalen Geländegänger macht. Mit fünf Ausstattungslinien lässt sich das Komfortniveau des Sandero stufenweise verbessern. Grundsätzlich lässt sich der Sandero mit Klimaanlage, Leichtmetallrädern, Navigationssystem, Rückfahrkamera und sogar Lederpolsterung aufrüsten. Allerdings sind eine Reihe der verfügbaren Extras auch weiterhin nicht einzeln bestellbar, sondern nur als Bestandteil einer Ausstattungslinie verfügbar. Angesichts des niedrigen Basispreises und der günstigen Zuzahlungen für die Pakete ist das aber durchaus verkraftbar.

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