Dacia Logan (Serie)

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Er ist so etwas wie die Reinkarnation von Käfer & Co und der Schrecken aller Gebrauchtwagenhändler. Als Renault im Jahr 2004 mit dem Logan seine rumänische Tochter Dacia in die westliche Welt geholt hat, haben die Franzosen Neuwagen plötzlich wieder erschwinglich und bezahlbar gemacht. Zwar mussten die Kunden bei der schlichten Stufenheck-Limousine anfangs auf nahezu alle Ausstattung verzichten und selbst bei der Sicherheit Abstriche machen. Dem Erfolg hat das jedoch keinen Abstrich getan: Das billigste Auto auf dem Markt wurde vom Stand weg zum Bestseller. Daran hat sich auch mit der zweiten Generation nichts geändert.

Daten

Daten

Dacia bietet den Logan MCV mit vier vergleichsweise modernen Motorvarianten an: Zwei Benzinern, einem Diesel und einer Version für den Betrieb mit Flüssiggas. Geschaltet wird dabei wahlweise von Hand mit fünf oder mit automatisierten Schaltgetrieben mit fünf oder sechs Gängen.

Das Einstiegsmodell ist der SCe 75 mit einem 1,0 Liter großen Dreizylinder, der es auf 73 PS bringt und ein Spitzentempo von 158 km/h erreicht. Daneben gibt es den TCe 90, mit einem Dreizylinder-Turbo von 0,9 Litern, 90 PS und einem Spitzentempo von 175 km/h sowie als einzigen Selbstzünder einen 90 PS starken 1,5-Liter mit vier Zylindern und 173 km/h Spitze im Logan MCV dCi90. Wer CO2 sparen und billig tanken will, dem verkauft die Renault-Schwester den stärkeren Benziner auch als LPG-Modell mit Flüssiggas-Umrüstung, was an Leistung und Tempo nichts ändert. Die kleinen Motoren haben alle einen vergleichsweise niedrigen Verbrauch. So kommt der Diesel auf einen Normwert von bestenfalls 3,5 Litern und für die Benziner nennt Dacia Werte zwischen 4,9 und 5,4 Litern.

  • drei- und Vierzylinder von 73 bis 90 PS
  • keine konventionelle Automatik
  • Flüssiggas-Umrüstung ab Werk
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Test

Test

Die Tester waren bei dem Dacia Logan MCV geteilter Meinung. So wird neben dem konkurrenzlosen Kampfpreis zwar das gewaltige Platzangebot mit 573 bis 1518 Litern Kofferraum gelobt. Auch werden die Motoren zumindest als vernünftig und deshalb einem Billigmodell angemessen empfunden. Doch zugleich kritisieren die Experten das lustlose Fahrverhalten. Außerdem monieren sie die mäßige Materialanmutung der tristen Kunststofflandschaft und bemängeln das Fehlen zahlreicher moderner Ausstattungsmerkmale, die es selbst für Geld und gute Worte nicht zu ordern gibt. Das mag beim Komfort noch angehen, wird bei Sicherheitsfeatures aber stark kritisiert.

Immerhin haben die Rumänen auf die Kritik am schlichten Design reagiert und den Logan MCV im Sommer 2017 auch als „Stepway“ aufgelegt und ihn so mit mehr Bodenfreiheit und markanten Planken ein wenig in Richtung Lifestyle getrimmt.

  • konkurrenzloses Platzangebot
  • mäßige Materialanmutung
  • betont nüchternes Fahrverhalten
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Preise

Preise

Der Dacia Logan MCV ist der mit Abstand günstigste Kombi auf dem deutschen Markt. Er startet bei 7990 Euro für die vergleichsweise nackte Grundversion mit einem 73 PS starken Benziner. Der günstigste Diesel – ein 1,5-Liter mit 90 PS – ist bereits an das Top-Niveau Lauréate gebunden und steht mit 13.150 Euro in der Liste. Auch mit viel Mühe, den stärkeren Motoren und allen Optionen lässt sich er Preis des Logan nicht einmal ansatzweise in die Nähe von 20.000 Euro bringen. So kostet selbst das Top-Modell Logan MCV dCi 90 mit einem 90 PS starken Diesel-Motor in der etwas lebenslustigeren „Stepway“-Ausstattung nur 14.050 Euro. 

Im Konkurrenzvergleich ist der Logan damit unerreichbar. Ein im Format halbwegs vergleichbarer und technisch eng verwandter, innen aber sehr viel engerer Renault Clio Grandtour zum Beispiel kostet mindestens 12.990 Euro und für den Golf Variant verlangt VW sogar 21.850 Euro und damit fast dreimal so viel wie Dacia für den Logan MCV.

  • Grundpreis 7990 Euro
  • Diesel ab 13.150 Euro
  • Tausende Euro günstiger als die Konkurrenz
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Seine Premiere war ein Schlag ins Gesicht der Volumenhersteller wie VW oder Opel. Als die Franzosen von Renault im Jahr 2004 den Logan ihrer rumänischen Tochter Dacia auf den Markt brachten, zeigten sie, wie man einen wahren Volkswagen baut und Mobilität wieder erschwinglich macht. Mit einem Grundpreis von damals 7200 Euro war er der mit Abstand billigste Neuwagen am Markt.


Vorderansicht - schräg
Der wahre Volkswagen – günstig, geräumig, einfach.
Seitenansicht

Dieser konkurrenzlose Preis fußt auf gleich mehreren Faktoren: Dem niedrigen Lohnniveau in der rumänischen Produktion, der kostengünstigen Architektur, die auf abgelegten Renault-Modellen wie dem letzten Clio basiert, sowie einer radikal vereinfachten Modellpalette, die nur wenige Motoren und ein Minimum an Ausstattungsoptionen vorsieht.

 

Großer Erfolg mit kleinen Preisen

Diese Rechnung ging auf: In Zeiten, in denen Geiz als geil galt und man Champagner plötzlich auch beim Discounter kaufen konnte, gab es auch in Deutschland eine überraschend hohe Nachfrage nach einem Auto, das im Grunde alles zu bieten hatte, wofür VW Golf-Käufer das Dreifache zahlen mussten. Erst recht, als Dacia im Herbst 2006 auch noch den Kombi Logan MCV mit einem konkurrenzlosen Platzangebot nachgereicht hat.

Abgesehen von einer Karosserie samt vier Rädern und Motoren nur knapp über der Schwelle der Minimalanforderungen durfte man vom Logan allerdings nicht viel erwarten. Die Fahrleistungen waren bescheiden, der Fahrkomfort mäßig, das Ambiente nüchtern und einfach und die Ausstattung rudimentär. Das hat sich nicht zuletzt auch in den Crashergebnissen niedergeschlagen, bei denen der Dacia nur drei Sterne im Euro-NCAP erzielt hat.

 

Mit der zweiten Generation kommt der Abschied vom Stufenheck

Ende 2012 hat Dacia den Logan auf den neuesten Stand gebracht und das weltweit unter mehreren Marken vertriebene Erfolgsmodell überarbeitet. Am Design hat sich dabei nur wenig verändert und auch innen ist es beim eher rustikalen Charme geblieben. Doch bietet der Logan seitdem eine etwas modernere Ausstattung und vor allem zeitgemäßere Motoren. Bei den Benzinern hat mit dem Generationswechsel das Downsizing Einzug gehalten und dem Logan in Westeuropa sparsame Dreizylinder gebracht.

Auf dem deutschen Markt hatte der Generationswechsel gravierende Folgen: Mit Blick auf die Segmententwicklung hat Dacia bei uns das Stufenheck aus dem Programm genommen, einen kleinen Preissprung akzeptiert und sich auf den Kombi MCV beschränkt. Dieses „Mega Capacity Vehicle“ punktet selbst gegenüber etwas größeren Konkurrenten wie dem VW Golf Variant, dem Opel Astra Sports Tourer oder Schwestermodellen wie dem Renault Mégane Grand Tour nicht nur mit dem unerreicht günstigen Preis, sondern auch mit einem extrem großen Laderaum von 573 bis 1518 Litern. Und geht seit dem letzten Facelift im Jahr 2017 sogar ein wenig mit der Mode: Seitdem gibt es den Logan MCV auch als „Stepway“, der mit erhöhter Bodenfreiheit, Plastikplanken am Blech und etwas Mut zur Farbe den Trend zum SUV aufgreift.

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