Einordnung und Konzept
Der 2024 eingeführte Citroën ë-C3 (CC21) überträgt das seit Jahren etablierte Kleinwagenkonzept des C3 in die Elektromobilität und rückt mit seinem Preis näher an konventionelle Modelle heran. Die Entwickler orientieren sich am globalen C3, betonen in Europa jedoch die Rolle als erschwinglichen Elektro-Kleinwagen mit hohem Nutzwert.
Design und Karosserie
Optisch tritt der ë-C3 kantiger und höher auf als der rundlichere Vorgänger, was eine leichte SUV-Anmutung erzeugt. Mit rund 4.000 mm Länge und etwa 1.570 mm Höhe bleibt das Auto handlich und parktauglich, bietet aber einen bequemeren Einstieg und eine bessere Übersicht als viele klassische Kleinwagen. Technisch nutzt der ë-C3 eine Variante der modularen CMP-Plattform aus dem Stellantis-Konzern, die Kleinwagen und kompakte Crossover trägt. Die erhöhte Bodenfreiheit kommt mit schlechten Stadtstraßen und Bordsteinen gut zurecht, ohne das Fahrgefühl eines deutlich größeren SUV zu vermitteln.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum fällt das unkonventionelle Cockpit ohne klassisches Instrumentenhaus auf. Wichtige Fahrinformationen erscheinen auf einer schmalen Anzeige im Bereich des Head-up-Displays. Der Blick bleibt dadurch nahe an der Straße, die Darstellungsfläche bleibt jedoch begrenzt. In der Basisversion ersetzt eine Smartphone-Halterung den Zentralbildschirm. Diese Lösung funktioniert, wirkt in der Bedienung über Lenkradtasten und App-Menüs aber etwas umständlich. Ab der Plus-Ausstattung übernimmt ein 10,25-Zoll-Touchscreen mit kabelloser Smartphone-Integration die zentrale Anzeige und sorgt für ein moderneres Bediengefühl. Das Platzangebot überzeugt: Vorn sitzen auch große Personen bequem, im Fond fallen Kopf- und Kniefreiheit für einen Kleinwagen ausreichend aus. Die stärker angewinkelten Beine über dem Batterieboden machen sich bemerkbar. Der Kofferraum fasst offiziell 310 Liter und liegt damit auf Klassenniveau.
Antrieb und Fahrverhalten
Der an der Vorderachse montierte Elektromotor mit 83 kW liefert spontanen, gleichmäßigen Schub, der im Stadtverkehr und auf der Landstraße ausreicht. Auf der Autobahn erreicht der ë-C3 gut 130 km/h, darüber hinaus bleiben nur geringe Reserven, was den Charakter als Pendlerauto unterstreicht. Die Advanced-Comfort-Federung mit progressiven hydraulischen Anschlägen dämpft Unebenheiten wirkungsvoll und knüpft an die Komforttradition der Marke an. In schnellen Ausweichmanövern greift das Stabilitätsprogramm früh ein, die Bremswege fallen für diese Klasse kurz aus, das Lenkgefühl wirkt leichtgängig, aber ausreichend präzise.
Reichweite, Laden und Alltagstauglichkeit
Die Batterie mit 44 kWh ermöglicht im Alltag etwa 250 Kilometer Reichweite. Das deckt typische Pendel- und Stadtstrecken ab, zwingt Langstreckenfahrer aber zu häufigeren Stopps. Der Verbrauch liegt etwas höher als bei einigen Konkurrenten, bleibt jedoch im Rahmen. Die Gleichstrom-Ladeleistung von bis zu 100 kW ermöglicht praxisgerechte Ladepausen. An der heimischen Wallbox arbeitet der Onboard-Lader mit 7,4 kW oder optional 11 kW. Eine kleinere Batterie macht die Einstiegsversion preislich attraktiv, beschränkt den Einsatz allerdings klar auf urbane Profile. Da weder Wärmepumpe noch Akkukonditionierung verfügbar sind, nehmen Reichweite und Ladegeschwindigkeit im Winter spürbar ab.
Positionierung und Fazit
Im Wettbewerbsumfeld von Dacia Spring, Leapmotor T03 sowie höher positionierten Modellen wie Opel Corsa Electric oder Peugeot e-208 setzt der Citroën ë-C3 (CC21) stärker auf Komfort und Preis als auf maximale Effizienz oder Leistung. Das Modell eignet sich für pragmatisch orientierte Käufer, die ein bequemes, einfach nutzbares Elektroauto für Stadt und Umland suchen und mit moderater Reichweite, einfachen Materialien und reduzierter Basisausstattung zurechtkommen. Insgesamt bietet der ë-C3 einen alltagstauglichen Einstieg in die Elektromobilität der Kleinwagenklasse, solange der Schwerpunkt klar auf Kurz- und Mittelstrecken liegt.