Einordnung und Konzept
Der seit 2020 gebaute Citroën C4 (AM10) setzt in der Kompaktklasse konsequent auf Komfort. Optisch orientiert er sich stärker an Crossover-Modellen, bleibt mit seinen Abmessungen aber ein klassischer Kompakter. Die modulare CMP-Plattform trägt Benziner, Mildhybride und den elektrischen e-C4 auf derselben Basis. So deckt der C4 den Bedarf vom sparsamen Pendlerfahrzeug bis zum lokal emissionsfreien Stadtauto ab und positioniert sich klar gegenüber sportlicher ausgelegten Konkurrenten.
Design und Platzangebot
Das Facelift mit neu gestalteten LED-Frontleuchten und glatterer Schürze lässt die Front moderner wirken, der eigenständige Charakter bleibt erhalten. Flacher gezeichnete Rückleuchten nehmen dem hohen Heck optisch etwas Masse. Der über die Heckscheibe gespannte Spoiler verbessert die Aerodynamik, schränkt aber die Sicht nach hinten ein. Im Innenraum fällt das großzügige Platzangebot für die Beine in beiden Reihen auf, während die coupéartige Dachlinie die Kopffreiheit im Fond für große Personen einschränkt. Der Kofferraum fasst 380 bis 1.250 Liter und bietet dank nahezu ebener Ladefläche eine gut nutzbare Form.
Innenraum und Infotainment
Im Innenraum dominiert Komfort. Weiche, breit ausgeformte Sitze, hinterschäumte Kunststoffe und viele Ablagen schaffen eine ruhige, wohnliche Atmosphäre. Das kleine digitale Kombiinstrument und das ausfahrbare Head-up-Display auf Plexiglas wirken funktional, bleiben optisch eher klassisch. Ein zentraler 10-Zoll-Touchscreen mit klarer Kachelstruktur und separaten Tasten für Klima und Lautstärke erleichtert die Bedienung. Smartphones koppeln kabellos, Software-Aktualisierungen laufen über Funk. Die Sprachsteuerung mit Chat GPT übernimmt während der Fahrt etwa Senderwahl, Sitzheizung oder einfache Informationsabfragen und mindert die Ablenkung.
Antriebe und Fahrverhalten
Die Antriebe reichen vom 48-Volt-Mildhybrid über klassische Turbobenziner bis zum Elektroantrieb. Der Hybrid 110 koppelt einen 1,2-Liter-Dreizylinder mit Elektromotor und Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, beschleunigt im Alltag ausreichend und senkt vor allem in der Stadt den Verbrauch. Stärkere Benziner mit Acht-Gang-Automatik erlauben entspanntes Reisen auf der Autobahn. Der elektrische e-C4 bietet zwei Leistungsstufen und Batterien um 50 kWh, praxisnah liegen die Reichweiten bei gut 300 Kilometern. Die weich ausgelegte Federung mit progressiven hydraulischen Anschlägen bügelt Querfugen und Schlaglöcher effektiv glatt, verursacht jedoch spürbare Wankbewegungen und ein weniger direktes Handling.
Sicherheit und Alltag
Serien- und optionale Assistenten wie Spurhaltehilfe, Frontkollisionswarner mit Notbremsfunktion, Geschwindigkeitswarner und Abstandsregelung erhöhen die Sicherheit und lassen sich über eine separate Taste schnell anpassen. Totwinkelüberwachung, Rückfahrkamera und Parksensoren erleichtern das Rangieren im dichten Stadtverkehr. Im Alltag punkten der gut nutzbare Kofferraum, zahlreiche Ablagen, ein großer Schubkasten sowie ein Tablet-Halter vor dem Beifahrer. Kritisch wirken dagegen die eingeschränkte Kopffreiheit im Fond und die teils uneinheitliche Bedienlogik aus Touchscreen, Tasten und ausfahrendem Head-up-Display.
Fazit
Der Citroën C4 (AM10) tritt in der Kompaktklasse als komfortbetonter Crossover-Kompakter auf. Er kombiniert viel Alltagsnutzen, ein gutes Platzangebot und einen variablen Kofferraum mit einer großen Auswahl an Antrieben bis hin zum Elektroauto. Die weiche Abstimmung, der hohe Reisekomfort und das wohnliche Interieur prägen den Charakter stärker als Dynamik. Einschränkungen bei der Kopffreiheit im Fond, der eingeschränkte Rückblick durch den Spoiler und die nicht ganz stringente Bedienung bleiben die Hauptkritikpunkte. Insgesamt eignet sich der C4 vor allem für Fahrer, die entspanntes Fahren, eigenständiges Design und die Option auf elektrischen Antrieb höher gewichten als besonders sportliche Fahrleistungen.