Design und Konzept
Der Audi A7 (4G8) überträgt das klassische Oberklassekonzept in eine flach gezeichnete Schrägheckform. Die gestreckte Silhouette mit coupéhafter Dachlinie und rahmenlosen Türen richtet sich an ein designorientiertes Publikum. Gleichzeitig verbessert die große Heckklappe die Zugänglichkeit des Kofferraums im Vergleich zu einer Stufenhecklimousine. Im Verhältnis zum technisch verwandten A6 wirkt die Karosserie emotionaler, das Platzangebot bleibt weitgehend ähnlich.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum dominieren horizontale Linien, hochwertige Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung. Das MMI mit ausfahrbarem Bildschirm prägt die Mittelkonsole und bündelt Navigation, Medien und Fahrzeugeinstellungen. Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer tief und komfortabel mit guter Schulterfreiheit, die flache Frontscheibe verstärkt den leicht sportlichen Eindruck des Cockpits. Im Fond genießen zwei Erwachsene ordentliche Beinfreiheit, die Kopffreiheit fällt wegen der abfallenden Dachlinie begrenzt aus. Damit eignet sich die zweite Reihe eher für normal große Personen, der mittlere Platz bleibt auf langen Etappen nur eine Notlösung. Der Kofferraum wirkt für ein Oberklassecoupé großzügig und lässt sich über die umklappbare Rückbank erweitern.
Fahrverhalten und Antrieb
Auf der Straße zeigt der A7 ein souveränes und stabiles Fahrverhalten, besonders auf der Autobahn. Die Lenkung arbeitet präzise und bleibt klar komfortorientiert abgestimmt. Luftfederung und adaptive Dämpfer, sofern vorhanden, glätten Unebenheiten wirkungsvoll, können mit großen Rädern aber einen strafferen Eindruck hinterlassen. Die Auswahl an Benzin- und Dieselmotoren deckt ein breites Spektrum von effizienten Reisewagen bis zu leistungsstarken Varianten ab. Quattro Allradantrieb steigert in vielen Konfigurationen die Traktion, während frontgetriebene Modelle etwas leichterfüßig und sparsamer fahren. Die Automatikgetriebe schalten überwiegend weich, nur die frühere Multitronic wirkt beim Beschleunigen gelegentlich gummibandartig. Insgesamt passt das Antriebskonzept eher zu hohem Reisetempo als zu sportlich geprägter Kurvenjagd.
Assistenzsysteme und Technik
Je nach Ausstattung verfügt der A7 über ein umfangreiches Paket an Fahrerassistenz. Systeme wie Spurhalteassistent und Abstandsregeltempomat mit Stop-and-Go-Funktion entlasten auf längeren Strecken, Totwinkelüberwachung und Verkehrszeichenerkennung unterstützen im Alltag zusätzlich. Die optionalen LED und Matrix-LED-Scheinwerfer verbessern die Ausleuchtung bei Nacht und geben der Front eine moderne Optik. Spätere Baujahre erhielten ein schnelleres Infotainmentsystem mit Onlinefunktionen, was Bedienung und Navigation erleichtert. Ein Head-up-Display gehört zu den technisch anspruchsvolleren Extras und hilft, den Blick auf der Straße zu halten.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Im Alltag überzeugt der A7 mit hohem Langstreckenkomfort, leiser Geräuschkulisse und wirkungsvoller Klimatisierung. Die große Fahrzeugbreite und die eingeschränkte Sicht nach hinten erschweren das Rangieren in engen Parkhäusern, weshalb Parksensoren und Kameras empfehlenswert sind. Sparsame Dieselmotoren halten die Kraftstoffkosten im Rahmen, während stärkere Benziner und V8 Varianten deutlich höhere Verbräuche und Versicherungsprämien verursachen. Hinzu kommen Verschleißteile auf Oberklasseniveau, etwa bei Bremsen und Fahrwerk. Dieselmodelle bestimmter Baujahre waren vom Abgasskandal betroffen und erhielten Softwareupdates, ein dokumentierter Werkstattaufenthalt schafft hier Klarheit.
Fazit
Der Audi A7 (4G8) verbindet Oberklassekomfort mit eigenständiger Coupéoptik und bietet dank großer Heckklappe spürbar mehr Alltagstauglichkeit als viele direkte Konkurrenten. Das breite Motorenangebot und die umfangreiche Sicherheits- und Assistenztechnik stehen höheren Anschaffungs- und Unterhaltskosten sowie leichten Einschränkungen beim Fondkomfort gegenüber. Insgesamt tritt der A7 als eleganter Langstreckenwagen mit praktischer Schrägheckkarosserie auf.