Die Vor- und Nachteile beim Verkauf eines Autos mit Nummernschild

Auto verkaufen. Wann abmelden?

Ein neues Auto muss her. Das alte Auto dafür weg. Doch bevor Du es verkaufst, fragst Du Dich bestimmt, ob und wann Du das Auto abmelden musst. Oder solltest Du es mit gültigen Nummernschildern verkaufen? Was ist besser? In diesem Ratgeber erklären wir Dir, ob Du Dein Auto nach oder vor dem Autoverkauf abmelden solltest.

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  • Veröffentlicht am 10/30/2019, 10:59 AM
Schön war die Zeit, nun muss dein Auto abgemeldet werden. Wie es funktioniert, erfährst Du in diesem Ratgeber
Quelle: Fabian Hoberg Schön war die Zeit, nun muss dein Auto abgemeldet werden. Wie es funktioniert, erfährst Du in diesem Ratgeber

Auf die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das Abmelden des Autos bei einem Verkauf gibt es keine eindeutige Antwort. Denn alle Varianten bieten Vor- und Nachteile. Du musst Dein Auto aber nicht unbedingt vor dem Verkauf abmelden, das ist keine Pflicht. Allgemein gilt: Wer ein Fahrzeug innerhalb Deutschlands verkauft, ist gesetzlich verpflichtet, den Verkauf unverzüglich der Zulassungsstelle mitzuteilen. Und zwar derjenigen, die dem Fahrzeug zuletzt ein amtliches Kennzeichen erteilt hat. Will der Verkäufer nicht selbst zum Amt fahren, kann er den Kaufvertrag als Kopie per Post, Fax oder per E-Mail schicken.



Es ist aber ein Unterschied, ob Du Dein Auto privat verkaufen möchtest, an einen Händler oder das Auto bei einem Händler in Zahlung gibst. Bei der Inzahlungnahme kümmert sich in der Regel der Händler um die Abmeldung. Du musst nichts weiter tun, als Dein Auto auf den Hof des Händlers zu fahren und ihm die Schlüssel sowie die Papiere zu geben. Dazu zählen Fahrzeugschein und die Zulassungsbescheinigung II (Fahrzeugbrief). Der Händler kümmert sich in der Regel um die Abmeldung. Er fährt zum Straßenverkehrsamt und meldet das Auto für Dich ab. Nach einigen Tagen erhältst Du Post von Deiner Versicherung und vom Zoll, die die Kfz-Steuer abführt.

Verkaufst Du Dein altes Auto an eine Privatperson, musst Du Dich selbst um die Abmeldung kümmern. Dabei gibt es vier Möglichkeiten: Du kannst Dein Auto verkaufen, ohne es vorher abmelden zu müssen, oder Du kannst es nach dem Verkauf (und der Probefahrt) abmelden, aber noch vor der Abholung. Oder Du kannst Dein Auto verkaufen ohne Abmeldung. Das klingt vielleicht verwirrend, aber jede Möglichkeit bietet Vor- und Nachteile.

Weg mit dem Alten: Verkaufst du Dein Auto, muss es abgemeldet oder umgemeldet werden
Quelle: Fabian Hoberg Weg mit dem Alten: Verkaufst du Dein Auto, muss es abgemeldet oder umgemeldet werden

Auto vor dem Verkauf abmelden: Die Vor- und Nachteile

Wenn Du Dein Auto vor dem Verkauf abmeldest, fällt die Probefahrt aus. Für viele Autokäufer ist diese aber ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Mit einer Abmeldung verprellst Du mögliche Interessenten. Nur die wenigsten Interessenten besorgen sich ein Überführungskennzeichen (Kurzkennzeichen), um das Auto Probe zu fahren. Für Händler mit einer roten Nummer (07er oder 06er-Kennzeichen) ist das kein Problem.

Deshalb raten wir, das Auto bis zur Vertragsunterzeichnung angemeldet zu lassen. Vielleicht kommt das aber für Dich ohnehin nur in Frage, da Du das Auto jeden Tag benutzt. Oder es parkt auf einer öffentlichen Straße – dann muss es angemeldet sein. Hast Du Dein Auto per Unterschrift im Vertrag verkauft, kannst Du das Auto ohne Kennzeichen verkaufen. Heißt: Du teilst dem Käufer fairerweise vorher mit, dass Du das Auto nicht angemeldet verkaufst. Er kann dann das Auto anzahlen, Du meldest es am nächsten Tag ab und der Käufer holt es am übernächsten Tag ab, meldet es anschließend an. Der Käufer muss sich um den Abtransport kümmern. Entweder per Hänger, mit einem Überführungs- oder Kurzkennzeichen für fünf Tage (kostet Geld) oder mit einer roten Nummer (haben meist nur Händler oder Sammler). Du kannst ihm auch nach Deiner Abmeldung die Unterlagen per Einschreiben (ist sicherer) auf dem Postweg zuschicken, sodass der Käufer mit dem Fahrzeugbrief und dem HU-Protokoll bei seinem Amt vorsprechen kann. Klingt kompliziert, ist es auch.

Für dich bedeutet dieses Prozedere den Gang zum Amt, was nervig sein kann, da je nach Stadtgröße die Wartezeiten beträchtlich sind. Die Abmeldegebühren von rund zehn Euro fallen nicht ins Gewicht. Vorteil: Du bleibst Herr über Deine Versicherung und bestimmst selbst, wann Du das Auto abmeldest. Wer sicher gehen will, verkauft sein Auto ohne Kennzeichen und Versicherungsschutz.

Sonst kann es passieren, dass der neue Besitzer Schäden verursacht, die Du mit Deiner Versicherung ausgleichen musst. Das wirkt sich eventuell auf Deine Schadensfreiheitsklasse aus, macht aber auf jeden Fall Ärger. Ebenso flattern Bußgelder in Deinen Briefkasten – denn das Auto ist noch auf Deinen Namen angemeldet. Du musst dann glaubhaft versichern, dass Du nicht gefahren bist.

Achte darauf, deinem Käufer alle Autoschlüssel inklusive z.B. der Fernbedienung für die Standheizung mitzugeben
Quelle: Fabian Hoberg Achte darauf, deinem Käufer alle Autoschlüssel inklusive z.B. der Fernbedienung für die Standheizung mitzugeben

Ein angemeldetes Auto verkaufen

Einfacher und bequemer für Verkäufer und Käufer ist auf jeden Fall der Verkauf des angemeldeten Autos und die Überführung mit dem alten Kennzeichen. Damit fährt der Käufer nach Hause und meldet es dort in den nächsten Tagen um. In einem anerkannten Kaufvertrag schreibt der Verkäufer in diesem Fall am besten den Zusatz, dass das Auto in den nächsten drei Tagen umgemeldet wird. Warum das wichtig ist? Obwohl das Auto verkauft ist, fährt der Käufer auf der alten Versicherung des Verkäufers. Passiert ein Unfall oder wird es gestohlen, haftet in der Regel der Versicherungsnehmer, also der Verkäufer. Es gibt auf jeden Fall Ärger.

Passiert nichts Unvorhergesehenes, ist der Verkäufer mit dem Verkauf fertig und wartet nur noch auf die Post. Bei der Abmeldung werden automatisch die Versicherung und der Zoll (für die Kfz-Steuer) benachrichtigt. Es schadet jedoch nichts, wenn der Verkäufer seiner Versicherung selbst umgehend Bescheid gibt (siehe oben), dass er sein Auto verkauft hat. Bei einigen Kaufverträgen wie dem des ADAC liegen Vordrucke für die Versicherung bei.

Autofahrer, die das Kennzeichen ihres alten Autos als Erinnerung behalten möchten, lassen sich das Kennzeichen vom Käufer nach der Anmeldung (sofern er ein neues Kennzeichen beantragt) zuschicken.

Nach dem Verkauf: So läuft die Abmeldung

Wie anfangs schon beschrieben, muss jedes Auto nach dem Verkauf ab-, an- oder umgemeldet werden. Der Verkäufer muss aber nicht unbedingt einen Termin beim Straßenverkehrsamt oder Bürgeramt machen, wenn er sein Auto mit Kennzeichen verkauft hat. Es reicht ein Kaufvertrag als Kopie per Post, Fax oder häufig als E-Mail. In einem anerkannten Kaufvertrag steht unter anderem, ob der Käufer Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II) erhalten hat. Dazu findet sich im Vertrag der volle Name mit Anschrift, Personalausweis-Nummer und seine Unterschrift. Dieses Dokument reicht den Behörden für eine Abmeldung des Verkäufers.  

Anders sieht es aus, wenn der Verkäufer sein Auto vor der Abholung durch den Käufer abmelden möchte. Dann vereinbart er am besten einen Termin mit seiner Behörde, um die Wartezeit zu verkürzen, und geht mit beiden Schildern sowie Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief zum Amt. Er muss die Landessiegel entfernen, entweder mit Bohrer oder Schaber, den Fahrzeugschein abgeben. Nur den Brief und die entwerteten Nummernschilder erhält der Besitzer wieder zurück.

Möchte der Käufer sein neues, gebrauchtes Auto anmelden, benötigt er einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung, den Fahrzeugbrief, ein letztes gültiges HU- und AU-Protokoll und eine elektronische Versicherungsbescheinigung (eVB-Nummer). Die hat er sich idealerweise von seiner Kfz-Versicherung zuschicken lassen, per E-Mail geht das sehr schnell. Einschränkung: Das HU-Protokoll entfällt bei Neuwagen unter drei Jahren, denn diese Fahrzeuge mussten noch zu keiner Hauptuntersuchung.

Die neuen Schilder lassen sich meist in der Nähe der Zulassungsstelle drucken. Das Wunschkennzeichen aber besser vorher online reservieren. Hat der Käufer seine frischgedruckten Schilder in der Hand, braucht es noch das Landessiegel. Dann sind die Nummernschilder offiziell gültig. Es fehlen nur noch ein passender Kennzeichenhalter oder ein paar Schrauben und die Nummernschilder haften am Auto. Dann kann es endlich losgehen.

Wenn Du Dein Auto verkaufst, räume es einmal komplett leer  - wertvolle Sachen werden häufiger "mitverkauft", als Du denkst
Quelle: Fabian Hoberg Wenn Du Dein Auto verkaufst, räume es einmal komplett leer - wertvolle Sachen werden häufiger "mitverkauft", als Du denkst

Pro und Contra: Auto verkaufen mit und ohne Abmeldung

Vor dem Verkauf Auto abmelden

  • Kein Risiko für den Verkäufer
  • Versicherung und Steuer ruhen beim Verkauf
  • Verkäufer muss Auto selbst abmelden
  • Auto darf nicht auf öffentlichem Grund parken
  • Probefahrt und Überführung nur noch mit Kurzzeitkennzeichen möglich
  • Interessenten könnten abgeschreckt werden

Auto verkaufen ohne Abmeldung

  • Auto kann weiter genutzt werden
  • Probefahrt jederzeit möglich
  • Bequem für Verkäufer und Käufer
  • Höhere Risiko für Verkäufer bei Bußgeld und Unfall
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