Kommende Klassiker für Spritpar-Füchse

Die 7 sparsamsten Youngtimer von Lupo bis Prius

Smart Fortwo, VW Lupo 3L, Toyota Prius: Vor 20 Jahren kommen sehr verbrauchsarme Modelle auf den Markt. Diese Youngtimer sind besonders genügsam.

  • Haiko Prengel
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  • Veröffentlicht am 04/19/2020, 09:30 AM
  • Aktualisiert am 04/20/2020, 03:06 PM
VW Lupo Dreiviertel-frontansicht
Quelle: Volkswagen AG Der VW Lupo 3L TDI setzt auf Leichtbautechnik und Aerodynamik. So schafft auch er es in den Club der 3-Liter-Autos

Alte Autos gelten als Spritfresser. Als Pauschalurteil stimmt das jedoch nicht. Schließlich arbeiten die Hersteller nicht erst seit gestern an sparsamen Antrieben. Beispiel: Der ab 1980 angebotene VW Golf 1 mit 1,6-l-Diesel begnügt sich schon vor 40 Jahren mit rund vier Litern auf 100 Kilometer, wenn man ihn gemächlich bewegt. Eine sportliche Gangart ist angesichts der kargen 54 PS allerdings ohnehin schwer möglich. Auch ein Renault 4 oder Fiat Panda, leichte Autos mit wenig Leistung, lassen sich problemlos mit weniger als sechs Litern fahren.

Das Problem: Diese Oldies sind nicht nur lahm und spartanisch ausgestattet, die meisten von ihnen sind inzwischen weggerostet. Anders sieht es mit Youngtimern aus den späten 1990er und frühen Nullerjahren aus. Sie sind nicht nur technisch ausgereifter, sondern bieten auch deutlich mehr Komfort und bessere Fahrleistungen. Das gilt auch, wenn vergleichsweise kleine Motoren drinstecken. Fährt ein VW Golf 1 Diesel maximal 140 km/h Spitze, schaltet da ein Audi A2 oder ein Opel Meriva beim Beschleunigen erst in den fünften Gang – bei moderatem Gesamtverbrauch. Hier sind sieben besonders genügsame Youngtimer von geläufig bis exotisch für Spritspar-Füchse.

Audi A2 1.2 3L (2001 bis 2005)

Der A2 ist vor 20 Jahren Audis großer Wurf. Der 1999 vorgestellte Kompakte sieht aus wie ein Kleinwagen, bietet aber beinahe so viel Platz wie ein Van. Dazu kommen Aluminium-Leichtbauweise, eine gute Aerodynamik und effiziente Motoren. Da verwundert es nicht, dass der Audi A2 auf geringe Verbrauchswerte kommt. Der 1,4 TDI begnügt sich mit 4,3 Litern, selbst die Benziner liegen unter sechs Litern.


Audi A2
Auf dem Weg zum Klassiker

Der Audi A2 ist leicht, sparsam und geräumig. 15 Jahre nach Produktionsende avanciert Audis Mini-Van zum Klassiker.


2001 legen die Ingolstädter noch einen drauf und präsentieren den A2 1.2 3L. Unter der Haube werkelt ein Dreizylinder-Diesel, das Fahrzeug-Leergewicht liegt bei sensationellen 855 Kilogramm. Der Kraftstoffverbrauch kann so – wie der Modellname schon verrät – auf 3,0 Liter Diesel gesenkt werden. Trotz der nur 61 PS ist der Audi A2 1.2 nicht lahm – seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 170 km/h. Kaum zu glauben, dass die ersten Audi A2 bereits ins Youngtimer-Alter kommen, wo das Auto doch immer noch so modern aussieht.

Mehr Infos zum Audi A2 im Gebrauchtwagen-Tipp

Audi A2 Seitenansicht
Quelle: Audi Der aufwändige Audi A2 verfügt über einen Spaceframe anstelle einer selbsttragenden Karosserie - besteht also aus einem Alu-Skelett, das mit Teilen desselben Materials vervollständigt wird

Mercedes A 160 CDI (1998 bis 2001)

Mercedes stellt seine A-Klasse bereits 1997 vor, es ist der erste Kleinwagen mit Stern und Frontantrieb. Für Furore sorgt die Baureihe 168 zunächst beim sogenannten „Elchtest“: Drei Tage nach der offiziellen Modellvorstellung gelingt es einem schwedischen Autotester, die neue A-Klasse beim Spurwechsel-Fahrmanöver auf die Seite zu kippen. Mercedes spielt den Fall zunächst herunter, entschließt sich dann jedoch, alle A-Modelle mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) auszurüsten.


Mercedes A-Klasse W168 dreiviertel-frontansicht
Der Mercedes-Benz A160

Als erster PKW mit Vorderradantrieb wurde die Mercedes A-Klasse im Herbst 1997 vorgestellt.


Abgesehen davon zeigt sich die erste Generation der A-Klasse im Nachhinein als solides Auto, das sich mit für Daimler-Verhältnisse sehr niedrigen Unterhaltskosten fahren lässt. Besonders knauserig im Verbrauch fällt die A-Klasse mit dem Diesel-Motor OM 668 aus. Mit seiner Common-Rail-Einspritzung verbraucht der A 160 CDI keine fünf Liter. Auch die Anschaffungskosten sind heute sensationell günstig, selbst Exemplare mit neuem HU-Siegel gibt es für unter 2.000 Euro. Günstiger kann man kaum Mercedes fahren. Allerdings: Eine grüne Plakette gibt es nur mit Nachrüst-Partikelfilter.

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Mercedes-Benz A-Klasse-Limousine der Baureihe 168 Frontansicht
Quelle: Mercedes-Benz AG Reines Renter-Auto? Die Mercedes A-Klasse der Baureihe 168 kam mit einem innovativen Minivan-Konzept

Opel Meriva A 1.3 CDTI (2005 bis 2009)

Dass Kleinwagen innen ganz groß sein können, zeigt neben Mercedes auch Opel. Auf Basis des Corsa bringen die Rüsselsheimer 2003 den smarten Mini-Van Meriva heraus. Der sieht von außen schnuckelig aus, innen zeigt er wahre Größe. Von der erhöhten Sitzposition schauen Insassen gut hinaus, das Platzangebot erstaunt wegen des langen Radstands. Dazu kommt das pfiffige Raumkonzept Flex Space – die Sitze lassen sich praktisch verschieben, um mehr Platz für Mitfahrer oder Gepäck zu schaffen.


Opel Meriva dreiviertel-frontansicht
Opel Minivan

Der Opel Meriva wurde 2003 vorgestellt und bietet hervorragendes Packaging.


Sparsam und langstreckentauglich zeigen sich vor allem die Diesel-Motoren – in die Innenstadt dürfen auch sie jedoch nur mit nachgerüstetem Partikelfilter. Sparfüchse sind mit dem 2005 eingeführten 1.3 CDTI ecoFlex gut beraten. Der Verbrauch liegt bei fünf Litern auf 100 Kilometer, allerdings sind die Fahrleistungen trotz 75 PS recht bescheiden. Die Alternative: Man greift zum 1.7 CDI Ecotec mit 101 oder 125 PS. Deren Verbrauchswerte sind mit rund 5,4 Litern Diesel kaum höher.

Opel Meriva dreiviertel-frontansicht
Quelle: Opel Mit 125 PS Leistung verbraucht der Opel Meriva lediglich 5,4 Liter auf 100 Kilometer

Smart 450 Fortwo (1998 bis 2006)

1998 verblüfft ein neues Zwergen-Vehikel andere Verkehrsteilnehmer: Der Kleinstwagen Smart 450 rollt auf die Straßen. Der Fortwo genannte Stadtflitzer bietet nur zwei Personen Platz, auch der Kofferraum ist mickrig. Dafür sind die Ausmaße mit einer Gesamtlänge von nur 2,5 Metern so kompakt, dass der Smart praktisch in jede Lücke passt und sogar quer zu anderen Autos einparken kann. Neider sagen jedoch, dass das Querparken von Smart-Fahrern gegen die Straßenverkehrs-Ordnung verstößt.


Der Smart Fortwo

Alte Smart-Modelle mit Verbrennungsmotoren werden zur Rarität.


Auch an der Zapfsäule der Tankstelle hält sich ein Smart nicht lange auf. Die 600- bis 800-Kubik-Motörchen der ersten Baureihe 450 haben zu wenig Hubraum, um ausgesprochen durstig zu sein. Besonders sparsam zeigt sich der Smart cdi, der sich mit rund drei Litern Diesel auf 100 Kilometer begnügt. Auch die kleinen Benziner mit 599 Kubikzentimetern Hubraum verbrauchen kaum mehr als vier Liter.

 Exterieur smart fortwo cdi
Quelle: Smart Perfekt für die Stadt: der Smart 450 Fortwo passt auch in die kleinsten Parklücken

Toyota Prius I (1997 bis 2003)

Toyota setzt ab 1997 mit dem Prius neue Maßstäbe. Das Erfolgsrezept lautet Hybridantrieb. Der Kompaktwagen kombiniert als erstes Großserienmodell einen herkömmlichen Benzinmotor mit einem Elektromotor und einem Generator. Die Motoren unterstützen den Prius beim Anfahren und können ihn bei geringen Geschwindigkeiten lautlos rein elektrisch bewegen. Wenn mehr Leistung benötigt wird, schaltet sich der Benziner zu.


Toyota Prius
Der Toyota Prius

Als erstes Großserienmodell mit Hybridantrieb kam der Toyota Prius Ende 1997 auf den Markt.


Unterm Strich ergibt das innovative Konzept gepaart mit der gewöhnungsbedürftigen, aber strömungsgünstigen Karosserie einen sehr niedrigen Spritverbrauch. Bei moderater Fahrweise lässt sich der Prius erster Generation mit 4,5 Litern Durchschnittsverbrauch bewegen, was für einen Benziner wenig ist. Das Hybrid-Konzept wird so erfolgreich, dass andere Hersteller mit eigenen Modellen folgen. Für Toyota wird der Prius zum erfolgreichsten Hybrid-Auto der Welt, inzwischen läuft die vierte Modellgeneration vom Band.

Toyota Prius dreiviertel-frontansicht
Quelle: Toyota Der Toyota Prius gilt als Vorreiter der Hybridtechnik. Als erster Großserienwagen kombiniert er Otto- und Elektromotor

Honda Insight I (1999 bis 2006)

Honda reagiert auf den Prius mit ebenfalls zukunftsweisender Hybrid-Technologie: 1999 mit dem ersten Insight. Ein aus heutiger Sicht besonders schrulliger Youngtimer: Die zweisitzige Schrägheck-Limousine mit verkleideten Hinterrädern ist kleiner als der Toyota Prius und wiegt keine 900 Kilogramm. Das ermöglicht einen Normverbrauch von 3,4 Litern auf 100 Kilometer. Damit avanciert der Honda Insight zum ersten serienmäßigen Dreiliter-Auto mit Ottomotor. Dreizylinder-Benziner und Elektromotor leisten zusammen 81 PS.


Honda Insight
Honda Insight

Der Honda Insight war lange das günstigste Hybrid-Auto auf dem deutschen Markt.


Trotz seiner technischen Vorzüge: Den Massengeschmack trifft der Honda nicht. So laufen vom ersten Insight nur 12.000 Exemplare vom Band. Auf dem deutschen Markt wird das Modell offiziell nie angeboten, lediglich einige Dutzend Exemplare gehen zu Präsentationszwecken an deutsche Händler. Das macht den Honda Insight als rare Youngtimer-Perle heute besonders interessant.

Honda Insight Seitenansicht
Quelle: Honda Mit 3,4 Litern pro 100 Kilometer Verbrauch, war der skurrile, erste Honda Insight das erste serienmäßige 3-Liter-Auto mit Ottomotor

VW Lupo 3L TDI (1999 bis 2005)

Mit einem Dreiliter-Auto kann auch Volkswagen aufwarten. 1998 bringen die Wolfsburger den possierlichen Lupo auf den Markt, den baugleichen Arosa hatte Seat bereits ein Jahr zuvor präsentiert. Der dreitürige Lupo wiegt bloß eine knappe Tonne, dabei ist die Ausstattung mit Frontairbags, elektronischer Wegfahrsperre und optionaler Klimaanlage durchaus modern.


VW Lupo 3L dreiviertel-frontansicht
Der 3-Liter-Lupo

Für seinen geringen Verbrauch beworben, wurden fast 490.000 Exemplare des VW Lupo produziert.


Der Lupo 3L erscheint 1999 und gilt mit einem Normverbrauch von 2,9 Litern Diesel als erstes serienmäßiges Dreiliter-Auto der Welt – wenn man einmal vom Honda Insight absieht. Statt Hybrid-Antrieb werkelt beim VW Lupo ein Dreizylinder-TDI unter der Haube, der 61 PS leistet. Dank des geringen Leergewichts und einer guten Aerodynamik reicht dies für immerhin 165 km/h Spitze. Sein CO2-Ausstoß von nur 81 Gramm CO2 pro Kilometer ist für einen Youngtimer bis heute überragend.

Nähere Infos zum VW Lupo findest Du in unserem Gebrauchtwagen-Test


Die Top 7 sparsamen Youngtimer in Bildern

  • Audi A2 Seitenansicht
    Quelle: Audi Der aufwändige Audi A2 verfügt über einen Spaceframe anstelle einer selbsttragenden Karosserie - besteht also aus einem Alu-Skelett, das mit Teilen desselben Materials vervollständigt wird
  • Honda Insight Seitenansicht
    Quelle: Honda Mit 3,4 Litern pro 100 Kilometer Verbrauch, war der skurrile, erste Honda Insight das erste serienmäßige 3-Liter-Auto mit Ottomotor
  • Opel Meriva dreiviertel-frontansicht
    Quelle: Opel Mit 125 PS Leistung verbraucht der Opel Meriva lediglich 5,4 Liter auf 100 Kilometer
  • Mercedes-Benz A-Klasse-Limousine der Baureihe 168 Frontansicht
    Quelle: Mercedes-Benz AG Reines Renter-Auto? Die Mercedes A-Klasse der Baureihe 168 kam mit einem innovativen Minivan-Konzept
  • Toyota Prius dreiviertel-frontansicht
    Quelle: Toyota Der Toyota Prius gilt als Vorreiter der Hybridtechnik. Als erster Großserienwagen kombiniert er Otto- und Elektromotor
  •  Exterieur smart fortwo cdi
    Quelle: Smart Perfekt für die Stadt: der Smart 450 Fortwo passt auch in die kleinsten Parklücken
  • VW Lupo Dreiviertel-frontansicht
    Quelle: Volkswagen AG Der VW Lupo 3L TDI setzt auf Leichtbautechnik und Aerodynamik. So schafft auch er es in den Club der 3-Liter-Autos