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Eine Person betrachtet einen blauen Nissan Leaf der ersten Generation auf seinem Laptop-Bildschirm.
Quelle: Unsplash / Maximilian Funk
Bei der Suche nach einem elektrischen Gebrauchtwagen müssen teils andere Kriterien angewendet werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gebrauchte Elektroautos bekommst du deutlich günstiger als Neufahrzeuge.
  • Vor allem der Batteriezustand ist bei Gebrauchtwagen entscheidend.
  • Die Laufleistung gibt dennoch auch wichtige Anhaltspunkte vor dem Kauf.

Du möchtest dir ein neues oder gebrauchtes E-Auto zulegen?

Zusammen mit der renommierten Fahrzeug-Ingenieurin und Kfz-Sachverständigen Laura Kukuk sowie dem auf Elektroautos spezialisierten Kfz-Sachverständigen Ove Kröger haben wir einige wichtige Tipps für dich gesammelt.

Die Ratschläge der Experten helfen dir dabei, das beste gebrauchte Elektrofahrzeug zu finden.

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Fahrprofil: Wie lange bzw. weit fährst du?

Skeptiker der Elektromobilität geben oft die Reichweitenangst als ihren größten Vorbehalt im Hinblick auf ein E-Auto an.

Realistisch betrachtet bietet jedoch für die meisten Anwendungsfälle selbst ein Stromer mit einer kleinen Batterie genug Reichweite: Statistisch gesehen legt ein Pkw im Schnitt nämlich nur knapp 40 Kilometer pro Tag zurück. Das schaffen auch E-Autos mit sehr geringer Batterie-Kapazität.

In einigen Fällen lohnt sich jedoch die Wahl eines Elektroautos mit einer komfortableren Batterie-Kapazität:

  • Du bist im überregionalen Außendienst tätig.
  • Du machst mit dem Auto regelmäßig längere Urlaubsfahrten.
  • Du ziehst oft schwere Anhänger mit deinem Fahrzeug.

In diesen Fällen solltest du dich nach einem besonders reichweitenstarken E-Auto mit einer ordentlichen Anhängelast umschauen.

Spitzenmodelle kommen mit einer Batterieladung unter realen Bedingungen heute teilweise schon über 600 Kilometer weit. Ove Kröger meint dazu: "Für eine hohe Reichweite würde ich immer 60 kWh plus nehmen, für die Stadt reicht auch eine niedrigere Batterie-Kapazität."

Seitenansicht der rechten Front eines Skoda Enyaq
Seitenansicht der rechten Front eines Skoda Enyaq
E-Autos bei mobile.de

Finde dein nächstes Elektroauto zum Kauf oder Leasing ganz einfach bei mobile.de.

Wie gut ist die Ladeinfrastruktur in deiner Umgebung?

Wo und bei welchen Gelegenheiten du dein Elektroauto laden kannst, ist ebenfalls entscheidend bei der Auswahl.

  1. Du kannst zu Hause oder am Arbeitsplatz laden
    Kannst du bei dir zu Hause oder an der Arbeitsstelle eine Lademöglichkeit nutzen, betrifft dich eine schlechte Ladeinfrastruktur nicht. Dann kannst du auch mit einem E-Auto ohne Schnellladefunktion glücklich werden.
  2. Du hast begrenzte Lademöglichkeiten
    Gibt es in deiner Umgebung kaum Lademöglichkeiten oder sind diese stark ausgelastet, ist eine möglichst hohe Ladegeschwindigkeit wichtig. Achte beim Kauf oder Leasing des E-Autos darauf.
Ein blauer Nissan Leaf der ersten Generation von vorn im Abendlicht fotografiert.
Quelle: Nissan
Der erste Nissan Leaf ist günstig zu haben. Bei der Technik muss man aber Abstriche machen.

Wie nutzt du das Fahrzeug?

Laura Kukuk bringt es auf den Punkt: "Ich muss zunächst mein Fahrverhalten analysieren. Erst dann kann ich auch die Frage beantworten, wie viel Reichweite ich tatsächlich benötige."

Wie und ggf. mit wem wirst du das Elektroauto nutzen? Wenn du überwiegend alleine und vor allem in der Stadt unterwegs bist, reicht auch ein elektrischer Kleinwagen à la Renault Zoe.

Familien benötigen ein Auto mit einem großzügigeren Platzangebot. Hier könnte ein E-SUV wie das Tesla Model Y oder der VW ID.4 die richtige Wahl sein.

Welches Budget steht dir zur Verfügung?

Bei E-Autos gibt es inzwischen eine ähnlich große Auswahl wie bei den klassischen Verbrennern. Vom elektrischen Leichtfahrzeug bis zum luxuriösen Oberklasse-SUV ist für fast jeden Anspruch und Geldbeutel etwas dabei.

Aerodynamische und komfortable Elektrolimousinen wie der oder das kommen vor allem für gut betuchte Vielfahrer infrage. Deutlich günstiger ist man mit dem

  • ,
  • oder

unterwegs.

Laut Ove Kröger gibt es brauchbare Secondhand-Elektroautos wie den Renault Zoe schon ab etwa 6.000 Euro. "Den klassischen Spruch – Elektromobilität ist zu teuer für mich – kann ich in den meisten Fällen nicht mehr gelten lassen", so der Experte.

Ein Renault Zoe der ersten Generation vor einem malerischen Panorama fotografiert.
Ein Renault Zoe der ersten Generation vor einem malerischen Panorama fotografiert.
Renault Zoe

Der Renault Zoe war lange Zeit Europas erfolgreichstes E-Auto. Ältere Exemplare gibt es für wenig Geld.

Sicherheit durch ein Batterie-Zertifikat

Die Batterie ist das entscheidende Kriterium, wenn du dir ein gebrauchtes E-Auto kaufen möchtest. Dem Herzstück eines E-Autos gilt also beim Kauf besondere Aufmerksamkeit.

Die meisten Hersteller geben zwischen sechs und acht Jahre (oder 160.000 Kilometer) Garantie auf die Batterie. Das hat einen guten Grund, denn das Alter der Batterie ist ein wichtiges Merkmal eines gebrauchten Elektroautos.

Sicherheit verschafft ein Batterie-Zertifikat. Eine unabhängige Prüfstelle (wie der TÜV Rheinland oder die Dekra) stellt es nach der Prüfung der Batterie aus. Es verrät, wie leistungsfähig der Energiespeicher im gebrauchten Elektroauto noch ist. Man spricht auch vom "State of Health" (SoH), also dem "Gesundheitszustand" der Batterie.

Ich würde niemals ein Elektroauto kaufen, ohne dessen Batteriezustand zu kennen. Im Leben nicht.
Ove Kröger

Falls kein Batterie-Zertifikat vorliegt und du keinen Sachverständigen bei der Besichtigung dabei hast, gibt es laut Ove Kröger noch eine weitere Möglichkeit, den Batteriezustand zumindest ungefähr einzuschätzen: "Bitten Sie den Verkäufer darum, das Auto vor der Besichtigung auf 100 Prozent zu laden. Die auf dem Bildschirm im Fahrzeug angezeigte Reichweite können Sie dann mit realitätsnahen Reichweitenangaben aus Autotests vergleichen."

Laura Kukuk rät außerdem zur Frage, ob das Fahrzeug nur Kurzstrecken gefahren ist oder auch ab und zu auf der Langstrecke bewegt wurde. Das gibt Hinweise auf die Art der Ladezyklen. Allgemein gilt natürlich: je weniger Ladezyklen, desto besser.

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Welche Laufleistung hat das gebrauchte Elektroauto?

Viele Fahrzeugteile beim Elektroauto sind vom Antrieb unabhängig und unterliegen den gleichen Verschleißprozessen wie beim Verbrenner. Einige sogar noch mehr, weil die Stromer durch ihre Batterien häufig ein höheres Fahrzeuggewicht aufweisen.

Die bisherige Laufleistung gibt dir also einen ersten Anhaltspunkt dafür, wie stark die Komponenten des Autos beim Vorbesitzer belastet waren und mit welchen Schwachpunkten und Reparaturen du eventuell rechnen musst.

Die Laufleistung ist weniger entscheidend

Trotzdem hält Ove Kröger die Laufleistung nicht für das wichtigste Kriterium: „In meinen Augen ist die Laufleistung bei Elektroautos nicht so hoch zu bewerten wie bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.“

Diese Einschätzung begründet er mit der niedrigeren Komplexität des Antriebsstrangs: „Im Motorraum eines Verbrenners laufen bis zu 4.000 Teile, die nur dafür sorgen, dass du überhaupt vorwärtskommst. Bei einem Elektroauto sind es dagegen nur 150. Die Gefahr, dass etwas kaputtgeht, ist beim Verbrenner also deutlich größer.“

Dazu kommt, dass die Bremsanlage aufgrund der Rekuperation nicht so stark beansprucht wird wie bei einem konventionell angetriebenen Fahrzeug.

Wichtig: Auch bei Elektroautos kann die Laufleistung manipuliert werden. Solche illegalen Eingriffe lassen sich eher feststellen, wenn man sich den Gesamtzustand des Fahrzeugs genau anschaut.

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Nutze die Filter für Elektroautos auf mobile.de

Die Filterfunktionen von mobile.de machen es besonders leicht, dein nächstes Elektroauto zu finden.

  1. Am Desktop (auf der mobile.de Startseite)
    Wähle bei der Kraftstoffart „Elektro“ aus. Über den Punkt "E-Autos" kannst du weitere Kriterien wie die Reichweite, Batterie-Kapazität und mehr festlegen.
  2. Am Handy (auf der mobilen mobile.de Website)
    Tippe die Schaltfläche "Weitere Filter" an. Du kannst dort bei "Motor" angeben, dass du dich nur für Elektrofahrzeuge interessierst. Im sich dann öffnenden Menü kannst du weitere Kriterien für dein nächstes E-Auto festlegen.
  3. In der mobile.de App
    Tippe die Lupe für die Suchfunktion an und wähle bei "Kraftstoff" den Punkt "Elektro" aus. Du bekommst dann weitere Auswahlmöglichkeiten für deine Suchanfrage, wie z. B. die Reichweite oder Batterie-Kapazität.
Auf mobile.de gibt es jetzt neue Filter speziell für die Suche nach dem passenden Elektroauto.
Quelle: Peter Besser
Die neuen Filter auf mobile.de erleichtern die Suche nach dem passenden Stromer.

Kaufen oder leasen?

Entscheide selbst, ob du dein gebrauchtes Elektroauto kaufen oder leasen möchtest.

Leasing bei Elektroautos kann eine attraktive Alternative für dich sein. Teilweise bieten Händler kurze Leasinglaufzeiten an, damit sich Einsteiger in die Elektromobilität an die neue Antriebsart gewöhnen können.

Auf mobile.de gibt es sowohl für die private als auch für die gewerbliche Nutzung mehrere tausend E-Auto-Leasing-Angebote. Die monatlichen Raten starten oft schon bei unter 100 Euro. Es lohnt sich, einmal einen Blick in die Angebote zu werfen.

Wichtig zu wissen ist allerdings: Die wieder aufgelegte Förderung für E-Autos gibt es sowohl beim Kauf als auch beim Leasing nur für Neuwagen.

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