Der neue Octavia wird so vielseitig wie der Golf

Skoda Octavia 4 (2020): Vorstellung, Bilder, technische Daten

Der große Kompakte von Skoda wird praktischer, moderner und sparsamer: Im Skoda Octavia 4 starten neue Motoren und ein frisches Infotainment. Alle Details.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 11/11/2019, 7:00 PM
  • Aktualisiert am 11/22/2019, 5:42 PM
Skoda Octavia in der Frontansicht
Quelle: Skoda Die neue Form des Skoda Octavia macht ihn aerodynamischer: Der cW-Wert sinkt auf 0,24 (Octavia Limousine) bzw. 0,26 (Octavia Combi)

Kaum ein Hersteller interpretiert die Kompaktklasse so groß wie Skoda. Der Octavia fährt bei Größe und Raumangebot gefühlt in der Mittelklasse. Im neuen Modell noch mehr als bisher: Octavia Limousine und Octavia Combi wachsen um rund zwei Zentimeter. Damit kratzen sie an der 4,70-Meter-Marke.

So lang wird er vor allem durch kosmetische Eingriffe. Der Skoda Octavia 4 bekommt ein neues Gesicht und ein hübsches Heck, jeweils mit neuen Schürzen. Dazwischen bleibt viel gleich: Der Radstand misst weiterhin 2,686 Meter. Hinter der B-Säule findet Skoda trotzdem mehr Platz als bisher. Die Fond-Passagiere bekommen einen halben Zentimeter mehr Raum am Knie, die Kofferräume wachsen um 30 bzw. 10 auf 640 Liter (Octavia Combi) bzw. 600 Liter (Octavia Limousine).

Platz bleibt die große Stärke des Octavia. Er übertrifft in Generation vier sogar die Raumriesen Ford Focus Turnier (608 Liter), Hyundai I30 Kombi (602 Liter) und Kia Ceed SW (625 Liter). Seine Plattform-Brüder aus dem VW-Konzern (VW Golf, Seat Leon, Audi A3) sind generell kleiner oder gar nicht als Kombi verfügbar.

Dennoch soll der Octavia kein dröger Lastenesel sein. Deshalb bekommt er fast alle Neuerungen, die VW kürzlich im Golf 8 vorstellte: Sparsame Motoren, moderne Infotainmentsysteme und verbesserte Assistenten.



Skoda Octavia 4: Benziner und Diesel mit 110 bis 200 PS

Unter der Haube orientiert sich Skoda ungefähr an den Leistungsstufen des Vorgängers. Im Octavia 4 arbeiten Benziner mit 110, 150 und 190 PS sowie Diesel mit 116, 150 und 200 PS. Alle Verbrenner stammen aus neuen Motorengenerationen, sie sollen die alten Antriebe bei Emissionen und Schadstoffen zum Teil deutlich unterbieten.

Das gilt vor allem für die kleinen Benziner. 1.0 TSI und 1.5 TSI rüstet Skoda mit einem Riemen-Startergenerator aus, der an ein 48-Volt-Bordnetz gekoppelt ist. Er erzeugt beim Bremsen Strom, unterstützt den Verbrenner beim Beschleunigen und stellt ihn ab, wenn der Fahrer keine Last abruft. Drückt der wieder auf das Gaspedal, lässt er ihn sanft wieder an. Bedingung für den Mild-Hybrid: das optionale Doppelkupplungsgetriebe. Mit einem Handschalter arbeiten die Motoren ohne Elektro-Unterstützung.

Alle Diesel reinigen ihre Abgase mit zwei SCR-Katalysatoren. Skoda nennt das „Twindosing“ und verspricht 80 Prozent weniger Stickoxide. Zudem sollen die Selbstzünder spürbar sparsamer werden. Ein Diesel mit 1,6 Litern Hubraum ist nicht mehr verfügbar, die Diesel arbeiten einheitlich mit 2,0 Litern Hubraum. Elektro-Hilfe gibt es für sie nicht.

Antriebe im Skoda Octavia: Plug-in-Hybrid, Erdgas, RS

Erstmals bietet Skoda im Octavia einen Plug-in-Hybrid-Antrieb an. Der Antrieb (“iV”) kombiniert einen 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS und einen Elektromotor mit 75 kW. Beide leisten gemeinsam 204 PS und bis zu 350 Newtonmeter Drehmoment. Der vorerst stärkste Octavia sprintet in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und läuft 220 km/h Spitze.

Weißer Skoda Octavia während des Ladevorgangs, stehend in einer Einfahrt
Quelle: Skoda In der elektrifizierten Variante sorgen ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS und ein Elektromotor mit 75 kW für den Vortrieb

Den Plug-in-Hybrid übernimmt Skoda vom VW Golf 7. Im Octavia versorgt ihn ein Akku mit einer Kapazität von 13 kWh, genug für eine Reichweite von 55 Kilometer laut Norm. Damit die Batterie ins Auto passt, macht der Kofferraum Platz: Der Octavia iV lädt nur 450 Liter (Limousine) bzw. 490 Liter Gepäck ein (Combi). Zudem fasst der Tank nur 40 statt 45 Liter Sprit.

Weiterhin im Programm: Der Skoda Octavia 1.5 TGI dürfte die im Betrieb günstigste Variante werden. Sein 1,5-Liter-TSI leistet 130 PS. Erdgasflaschen mit einem Netto-Volumen von 17,7 Kilogramm sollen genug Kraftstoff für eine Reichweite von 523 Kilometern speichern. Mit einer kleinen Sprit-Reserve lässt sich die Distanz zur nächsten CNG-Tanke überbrücken.

Skoda kombiniert die Motoren mit manuellen Sechsgang-Schaltboxen oder Siebengang-Doppelkupplungsgetrieben (DSG). Nur der Plug-in-Hybrid fährt mit einem Sechsgang-DSG. Die Schaltbefehle kommen digital in den automatischen Getrieben an. Den stärksten Benziner und die beiden großen Diesel gibt es optional mit Allradantrieb (Octavia 4x4). Die Sportversion Octavia RS hat Skoda noch nicht offiziell angekündigt. Wir rechnen mit einem 2,0-Liter-Turbobenziner mit 245 PS.

Digitales Cockpit im Octavia

Im Innenraum wird der Octavia spürbar moderner. Skoda verlegt die Bedienung der Klimaanlage in das Infotainment. Schon in der Basisversion sitzt ein Touch-Display mit 8,25 Zoll Diagonale auf dem Armaturenbrett. Gegen Aufpreis wächst der Bildschirm auf 10 Zoll. Darunter steuert ein virtueller Schieberegler die Lautstärke oder den Zoom der Navi-Karte. Die höher positionierten Systeme verstehen Gesten und natürliche Sprache.

Blick in den Innenraum des Octavias
Quelle: Skoda Einige Schalter wandern als Funktion ins Infotainment. Den Innenraum hat Skoda spürbar modernisiert

Optional ersetzt ein weiteres Display (10,25 Zoll) die serienmäßigen Rundinstrumente und den kleinen Bordcomputer (4,2 Zoll). Der große Monitor lässt sich weitgehend frei gestalten. Erstmals bietet Skoda im Octavia außerdem ein Head-up-Display an. Das projiziert Fahr- und Navi-Informationen direkt auf die Windschutzscheibe.

Viele dieser Elemente stammen aus dem VW Golf. Skoda gestaltet aber einen eigenen Innenraum, mit Zweispeichen-Lenkrad und neuer Schalter-Anordnung. Schön: Der Drehregler für die Lautstärke bleibt erhalten. Insgesamt lassen sich über die Tasten am Volant 14 Funktionen bedienen, darunter einige Assistenzsysteme. Hier rüstet Skoda ebenfalls auf: Der neue Octavia warnt vor Gefahren beim Abbiegen und Aussteigen, er hält Abstand, Tempo und Spur, kann ausweichen und unterstützt mit Bild und Ton beim Parken. Bis zu neun Airbags schützen die Passagiere.



Octavia 4: Bestellbar für Anfang 2020

Fürs Wohlfühl-Gefühl bietet Skoda neue ergonomische Sitze an. Matrix-LED-Lampen sorgen für gute Sicht. Ein Schlafpaket für die Rückbank besteht aus Kopfstützen und Decke. Hinzu kommen ein besserer Sonnenschutz hinten und Handyhalter an den Rückseiten der Vordersitze. Eine induktive Ladeschale und fünf USB-C-Buchsen laden Smartphones und Tablets. Eine Steckdose am Dachhimmel soll Dashcams möglichst komfortabel mit Strom versorgen.

Blauer Skoda Octavia in der Ansicht von hinten-links
Quelle: Skoda Die Varianten 1.0 TSI und 1.5 TSI rüstet Skoda mit einem Riemen-Startergenerator aus

Bekannt ist Skoda zudem für kluge und witzige Ideen. Den Regenschirm in der Fahrertür kennt man mittlerweile. Der Octavia verstaut dort außerdem einen Schneebesen. Zudem tankt der Octavia TDI die Harnflüssigkeit AdBlue an der Lkw-Zapfsäule, der Combi verstaut das Laderaum-Rollo im Kofferraumboden. Außerdem lässt sich der Deckel des Wischwasserbehälters zu einem Trichter ausklappen.

Insgesamt bleibt der Octavia ein Octavia: Groß, praktisch und an vielen Stellen gut durchdacht. In Generation vier knausert er mit dem Sprit und bringt mehr digitale Funktionen mit. Anfang 2020 startet der Octavia in Deutschland, bestellbar ist er üblicherweise schon vorher. Preise nennt Skoda noch nicht. Das alte Modell startet als Octavia Combi Style 1.0 TSI mit 115 PS derzeit bei 23.680 Euro. Sein Nachfolger wird sich auf ähnlichem Niveau einordnen.

Der neue Skoda Octavia IV in Bildern

  • Octavia in der Seitenansicht
    Quelle: Skoda Der Skoda Octavia 4 wächst um ungefähr 2 Zentimeter in der Länge. Limousine und Combi sind rund 4,69 Meter lang. Am Radstand ändert sich nichts
  • Bild von der Mittelkonsole im Octavia
    Quelle: Skoda In der Mittelkonsole hat Skoda fast alle Tasten entfernt und ins Infotainment verlegt
  • Skoda Octavia in der Frontansicht im urbanen Umfeld
    Quelle: Skoda LED-Lampen vorn und hinten gibt es im Skoda Octavia 4 serienmäßig. Optional baut der Hersteller Matrix-LED-Scheinwerfer ein
  • Skoda Octavia in der Frontansicht
    Quelle: Skoda Die neue Form des Skoda Octavia macht ihn aerodynamischer: Der cW-Wert sinkt auf 0,24 (Octavia Limousine) bzw. 0,26 (Octavia Combi)
  • Skoda Octavia 4 in der Ansicht von hinten-links
    Quelle: Skoda Fahr- und Navi-Informationen projiziert der Octavia auf die Windschutzscheibe
  • Skoda Octavia in der Frontansicht
    Quelle: Skoda Auf der Diesel-Seite stehen Aggregate mit 116, 150 und 200 PS zur Verfügung
  • Weißer Skoda Octavia während der Fahrt in der Seitenansicht
    Quelle: Skoda Anfang 2020 kommt der neue Octavia nach Deutschland
  • Der silberne Skoda Octavia in der Heckansicht
    Quelle: Skoda Wo vorher das Emblem der Marke prangte, steht jetzt in großen Lettern "Skoda" geschrieben
  • Silberner Skoda Octavia als Kombi in der Seitenansicht
    Quelle: Skoda Die alte Stärke des Octavia - den Kofferraum, baut Skoda weiter aus. Der Octavia lädt in Generation vier nochmals mehr hinten ein
  • Blick in den Innenraum des Octavias
    Quelle: Skoda Einige Schalter wandern als Funktion ins Infotainment. Den Innenraum hat Skoda spürbar modernisiert
  • Blauer Skoda Octavia in der Nacht
    Quelle: Skoda Von den geteilten Scheinwerfern verabschiedet sich Skoda in der vierten Generation
  • Blauer Skoda Octavia in der Ansicht von hinten-links
    Quelle: Skoda Die Varianten 1.0 TSI und 1.5 TSI rüstet Skoda mit einem Riemen-Startergenerator aus
  • Weißer Skoda Octavia während des Ladevorgangs, stehend in einer Einfahrt
    Quelle: Skoda In der elektrifizierten Variante sorgen ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS und ein Elektromotor mit 75 kW für den Vortrieb
  • Ansicht des Infotainment-Bildschirms
    Quelle: Skoda 8,25 Zoll misst das Touch-Display auf dem Armaturenbrett. Wer mehr ausgibt, bekommt 10,25 Zoll
  • Skoda Octavia als Limousine stehend in einem Innenhof, Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg zwischen zwei Gebäuden
    Quelle: Skoda Als Limousine kommt der Octavia auf 600 Liter Kofferraumvolumen