Der neue Skoda Octavia fährt sich warm

Skoda Octavia 4 (2020): Erlkönig, Details, Marktstart

Kurz vor seiner Premiere zeigt sich der neue Skoda Octavia ganz schön offenherzig: Generation vier wird sparsamer und praktischer. Erste Details zum Kompakten.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 11/06/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 11/22/2019, 5:36 PM
Angeblich sollte dieses Bild aufgrund eines Fehlers im Konfigurator angezeigt worden sein
Quelle: Skoda Angeblich sollte dieses Bild aufgrund eines Fehlers im Konfigurator angezeigt worden sein. Aus dem Skoda-Umfeld hört man allerdings, es handle sich hierbei um einen gekonnt modifizierten Scala

Wenn Erlkönige auf öffentlichen Straßen unterwegs sind, dann so unauffällig wie möglich. Vor der offiziellen Premiere möchte der Hersteller noch keine Details preisgeben. Skoda macht das anders: Kurz vor seiner Premiere zeigt sich der Octavia 4 Combi mit knallbunter Tarnfolie. Der Hersteller ließ sie eigens in Italien designen. Nicht besonders zurückhaltend.

Darum geht es aber längst nicht mehr. Es gibt bereits offizielle Skizzen zum Auto, kürzlich war der Konfigurator online und verdarb die Überraschung. Alle Bilder bestätigen die üblichen Annahmen: Der Skoda Octavia verändert sich nicht grundlegend, insgesamt aber deutlich. Die Scheinwerfer wachsen wieder zusammen, der Grill wird größer, die Karosserie schicker.

Das ungetarnte Auto aus allen Blickwinkeln zeigt Skoda am 11. November 2019 in Prag. Um die Wartezeit zu verkürzen, gibt es jetzt bereits wichtige Details zum Auto. Skoda bestätigt, dass der Octavia kaum größer wird, aber nützlicher, sparsamer und digitaler. Ein klassischer Modellwechsel also, mit allem, was dazugehört. Vieles übernimmt er vom neuen VW Golf 8.



Der Skoda Octavia IV wird praktischer, aber nicht viel größer

Es sind nur Zentimeter, die den Skoda Octavia Combi von seinem Vorgänger unterscheiden. Er wird eine Daumenbreite länger (4,69 m) und eineinhalb Zentimeter breiter (1,83 m). Der Radstand ändert sich gar nicht, es bleibt bei 2,69 Metern zwischen den Achsnaben. Nominell fährt der Octavia weiterhin in der Kompaktklasse, erreicht bei den Maßen aber längst Mittelklasse-Format.

Im Innenraum gibt es noch mehr Platz als bisher. Große Menschen sitzen jetzt hinten besser, Skoda gönnt ihnen mehr Kniefreiheit. Das Kofferraumvolumen wächst auf 600 Liter (Skoda Octavia Limousine) bzw. 640 Liter (Skoda Octavia Combi). Das sind zehn bzw. 30 Liter mehr als bisher. Viel Konkurrenz gibt es für den Octavia in seinem Segment nicht.

Designskizze des Octavia-Innenraums
Quelle: Skoda Gesteuert wird der Octavia über ein Zweispeichen-Lenkrad. Das Infotainment-System bekommt ein freistehendes Display

Den Innenraum des neuen Octavia zeigt Skoda nur auf Skizzen. Wir erkennen: Es kommt ein großes Infotainment-Display, das zusätzliche Aufgaben übernimmt – zum Beispiel die Steuerung der Klimaanlage. Entsprechende Tasten fehlen in der Konsole, es wird also übersichtlicher im Octavia. Digitale Instrumente sind ebenfalls verfügbar. Ob sie – analog zum Golf – serienmäßig im Fahrzeug stecken, sagt Skoda noch nicht.

Motoren im Skoda Octavia: Von Dreizylinder bis RS

Unter der Motorhaube gibt es im neuen Skoda Octavia viele Parallelen zum Kompakten aus Wolfsburg. Er stiftet seine Motoren mechanisch unverändert: Der Octavia übernimmt die Drei- und Vierzylinder-Benziner mit 110 PS (Basis) bis 245 PS (Skoda Octavia RS). Die Diesel leisten 115 und 150 PS, der Octavia RS TDI erhält einen Selbstzünder mit 200 PS. Außerdem stehen langfristig ein Erdgas-Octavia (130 PS) und ein Plug-in-Hybrid (204 PS) in der Preisliste. Der Teilzeit-Stromer übernimmt die Technik vom Superb Plug-in. 

Die meisten Benziner stammen aus der aktuellen Motorengeneration „EA 211 Evo“. Einige Varianten (voraussichtlich: 1.0 TSI mit 110, 1.5 TSI mit 130, 1.5 TSI mit 150 PS) wird Skoda als Mild-Hybrid mit Riemen-Startergenerator anbieten. Voraussetzung dafür ist das optionale Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Den Octavia RS wird ein 2,0-Liter-Benziner antreiben.

Getestet wurde der Octavia auf den Landstraßen der 50.000-Einwohner-Stadt Siena in Italien
Quelle: Skoda Getestet wurde der Octavia auf den Landstraßen der 50.000-Einwohner-Stadt Siena in Italien

Die Diesel bekommen keine Elektro-Unterstützung. Der VW-Konzern sieht diesen Schritt erst für die Einhaltung der Euro-7-Norm vor. Aber die Selbstzünder werden allgemein sparsamer und sauberer. Zwei SCR-Katalysatoren im Abgasstrang senken die Stickoxid-Emissionen. Partikel sind bei Dieseln längst kein Problem mehr. Ein verbesserter Brennraum und mehr Einspritzdruck reduzieren den Verbrauch und damit die CO2-Emissionen.

Allrad gibt es im Skoda Octavia wieder für einige Motorisierungen optional. Generation vier nutzt weiterhin das Haldex-System aus dem Vorgänger. Hier wird vor allem die Vorderachse angetrieben, bei Schlupf schalten sich die Hinterräder zu. Im höhergelegten Skoda Octavia Scout gibt es das serienmäßig, bei Limousine und Kombi optional.



Kombi und Limousine starten Anfang 2020

Seit der Premiere des VW Golf sind die meisten dieser Verbesserungen bereits bekannt. Sie haben mit dem Baukasten oder den Motoren zu tun. Toll für den Octavia: Der VW-Konzern beschränkt die Technologie weniger stark als bisher. Im tschechischen Kompakten gibt es deshalb bald Matrix-LED-Lampen und ein Head-up-Display, das direkt auf die Frontscheibe projiziert.

Preise für den Octavia der vierten Generation verrät Skoda noch nicht
Quelle: Skoda Preise für den Octavia der vierten Generation verrät Skoda noch nicht

Die eine oder andere Kleinigkeit ist beim neuen Octavia sogar eigenständig. Zum Beispiel die USB-C-Ladebuchse am Dachhimmel. Damit lassen sich Dashcams mit Strom versorgen, ohne vorher Kabel verlegen und verstecken zu müssen. Zudem tankt der Skoda Octavia TDI die Harnstoffflüssigkeit AdBlue jetzt an der Lkw-Säule. Für besseren Fahrkomfort baut Skoda Ergo-Sitze mit Massagefunktion und Lüftung ins Auto – natürlich gegen Aufpreis.

Der neue Octavia ist schon fertig. Von der Premiere bis zum Marktstart werden dennoch ein paar Wochen vergehen. Beim Händler kommen Limousine, Scout und Combi wohl erst Anfang 2020 an. Preise nennt Skoda noch nicht. Wir vermuten, dass sie sich an denen des Vorgängers orientieren. Aktuell startet der Octavia Combi bei 23.680 Euro. Dafür gibt es die „Ambition“-Ausstattung und 115 PS. Sein Nachfolger wird mit vergleichbarem Setup ähnlich viel kosten.

Der Skoda Octavia (4. Generation) Erlkönig in Bildern

  • Clever getarnt: Verkleidungen in Wagenfarbe maskieren wichtige Stellen des Skoda Octavia
    Quelle: Stefan Baldauf | SB-Medien Clever getarnt: Verkleidungen in Wagenfarbe maskieren wichtige Stellen des Skoda Octavia 4. Die Proportionen sind trotzdem zu erkennen
  • Der Skoda Octavia Combi wird so groß wie sein Vorgänger, wird aber mit eigenständiger Optik auftreten
    Quelle: Stefan Baldauf | SB-Medien Der Skoda Octavia Combi wird so groß wie sein Vorgänger, tritt aber mit eigenständiger Optik auf
  • Unter der Haube des neuen Skoda Octavia arbeiten Mild-Hybride und erstmals ein Plug-in-Hybrid
    Quelle: Stefan Baldauf | SB-Medien Unter der Haube des neuen Skoda Octavia arbeiten Mild-Hybride und erstmals ein Plug-in-Hybrid
  • Diesel gibt es im Skoda Octavia weiterhin. Der neue Octavia TDI stößt dank doppelter SCR-Kats besonders wenig Stickoxide aus
    Quelle: Stefan Baldauf | SB-Medien Diesel gibt es im Skoda Octavia weiterhin. Der neue Octavia TDI stößt dank doppelter SCR-Kats besonders wenig Stickoxide aus
  • Die beliebte Kombination aus TDI und Combi wird Skoda im Octavia weiterhin anbieten
    Quelle: Stefan Baldauf | SB-Medien Die beliebte Kombination aus TDI und Combi wird Skoda im Octavia weiterhin anbieten
  • Designskizze des Octavia-Innenraums
    Quelle: Skoda Gesteuert wird der Octavia über ein Zweispeichen-Lenkrad. Das Infotainment-System bekommt ein freistehendes Display
  • Auf dem Heck schreibt Skoda den Markennamen aus
    Quelle: SKODA AUTO Auf dem Heck schreibt Skoda den Markennamen aus. Der Octavia erhält offenbar eine flache Dachlinie, wird aber nicht weniger praktisch
  • Ein neues Gesicht für Skodas Volumenmodell: Der Skoda Octavia 4 bekommt einteilige Lampen und einen neuen Kühlergrill
    Quelle: SKODA AUTO Ein neues Gesicht für Skodas Volumenmodell: Der Skoda Octavia 4 bekommt einteilige Lampen und einen neuen Kühlergrill
  • Seit 1996 hat der Octavia einen festen Platz in Skodas Modell-Portfolio
    Quelle: Skoda Seit 1996 hat der Octavia einen festen Platz in Skodas Modell-Portfolio. In den vergangenen 23 Jahren verkauften die Tschechen mehr als sechs Millionen Exemplare
  • Mehrere Octavias im Erlkönig-Kleid fahrend hintereinander
    Quelle: Skoda Die Rückleuchten ordnet Skoda beim neuen Octavia horizontal an. Das verleiht dem Heck optisch mehr Breite
  • Preise für den Octavia der vierten Generation verrät Skoda noch nicht
    Quelle: Skoda Preise für den Octavia der vierten Generation verrät Skoda noch nicht
  • Getestet wurde der Octavia auf den Landstraßen der 50.000-Einwohner-Stadt Siena in Italien
    Quelle: Skoda Getestet wurde der Octavia auf den Landstraßen der 50.000-Einwohner-Stadt Siena in Italien
  • Auch für den neuen Octavia bietet Skoda wieder einen Erdgas-Antrieb an
    Quelle: Skoda Auch für den neuen Octavia bietet Skoda wieder einen Erdgas-Antrieb an
  • Die Scheinwerfer geraten beim neuen Octavia etwas schmaler
    Quelle: Skoda Die Scheinwerfer geraten beim neuen Octavia etwas schmaler
  • Ungetarnt zeigt Skoda den Octavia am 11. November 2019 in Prag
    Quelle: Skoda Ungetarnt zeigt Skoda den Octavia am 11. November 2019 in Prag
  • Der Octavia streckt sich in vierter Generation nochmals in Länge und Breite
    Quelle: Skoda Obwohl der Octavia bereits zu den größten Fahrzeugen seiner Klasse zählt, streckt er sich in vierter Generation nochmals in Länge und Breite
  • Angeblich sollte dieses Bild aufgrund eines Fehlers im Konfigurator angezeigt worden sein
    Quelle: Skoda Angeblich sollte dieses Bild aufgrund eines Fehlers im Konfigurator angezeigt worden sein. Aus dem Skoda-Umfeld hört man allerdings, es handle sich hierbei um einen gekonnt modifizierten Scala