Motoren, Ausstattung, Innenraum: Unterschiede, Gemeinsamkeiten

VW Golf 8 und Golf 7 im Vergleich

Ein Golf sieht immer aus wie ein Golf. Bei Golf 7 und Golf 8 gibt es auch technisch viele Gleichteile. Hier erfährst Du, was im neuen Golf tatsächlich neu ist

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 11/01/2019, 3:30 PM
  • Aktualisiert am 12/10/2019, 11:04 PM
Der  neue VW Golf 8 und sein Vorgänger im Vergleich auf mobile.de 
Quelle: Volkswagen AG Auf den ersten Blick sind die Unterschiede nur schwer zu erkennen. Der neue VW Golf 8 und sein Vorgänger im Vergleichstest auf mobile.de

Es dauert nicht mehr lange, bis der neue Golf 8 in Deutschland startet. Schon im Dezember 2019 soll die neue Generation des Kompakten beim Händler stehen. In Wolfsburg entstehen in Halle 54 bereits die Autos. Während Volkswagen einige 100 Meter weiter das neue Auto vorstellt, wird hier bei Exemplar Nummer 2.192 die Unterbodenverkleidung angeclippt.



Die Produktion von Golf 7 und Golf 8 läuft parallel auf dem gleichen Band. Aktuell ist jeder siebte gebaute Golf ein neuer, alle anderen stammen aus der alten Generation. Wer sie in der Produktion sieht, ohne Front, ohne Haube und ohne Innenausstattung, der muss genau hingucken, um sie voneinander zu unterscheiden. Den Achter erkennt man am mittig angeordneten Golf-Schriftzug auf der Heckklappe und an den großen Ausschnitten in den Kotflügeln. Die Scheinwerfer sind breiter. 

Der neue VW Golf 8  ist genau drei Zentimeter länger
Quelle: Volkswagen AG Die Veränderung der Maße beruht auf kosmetischen Gründen: Der neue VW Golf 8 ist genau drei Zentimeter länger, und einen Zentimeter schmaler. Der Fokus liegt auf den spürbaren Neuheiten

Viele Neuheiten am Golf sieht man nicht auf den ersten Blick, aber der Kunde soll sie später spüren. Anderes ändert sich gar nicht oder nur wenig. Wir haben VW Golf 7 und VW Golf 8 verglichen und sagen Dir, was sich genau beim Modellwechsel tut – und was vom alten Modell erhalten bleibt. 

Maße und Plattform: Kaum Unterschiede zwischen Golf 7 und VW Golf 8 

Am Golf 8 ändert sich jedes Blechteil. Das erkennt man im direkten Vergleich. Das neue Auto guckt böser, zieht die Haube weiter nach unten und hat ein flacheres Dach. Unter der Hülle bleibt aber viel gleich. Schon bei der Präsentation des modularen Querbaukastens – der Architektur des VW Golf seit 2012 – sagte VW: Auf dieser Plattform kann man zwei Generationen bauen. Genau das tun die Wolfsburger. 

Dass sich Golf 7 und Golf 8 in ihren Maßen unterscheiden, hat vor allem kosmetische Gründe. Generation acht wird drei Zentimeter länger, einen Zentimeter schmaler und etwas flacher. Ihre technischen Dimensionen sind beinahe identisch. Der Radstand bleibt exakt gleich, die Achsen ebenfalls. In puncto Fahren wird also keine Überraschung auf Golf-Kunden zukommen, Federung und Lenkung übernimmt der Golf 8 vom Golf 7. 

 Das Dach des neuen VW Golf 8 ist vergleichsweise etwas schmaler geworden
Quelle: Volkswagen AG Die Scheinwerfer wurden in die Breite und die Motorhaube nach unten gezogen. Das Dach des neuen VW Golf 8 ist vergleichsweise etwas schmaler geworden

Ebenfalls gleich bleiben Sitzposition, Ergonomie, Raumgefühl und Platz im Innenraum. Der Kofferraum lädt 380 Liter ein, genau wie bisher. Eine riskante Entscheidung. In seinem Segment fährt der Golf weiterhin weit vorn, aber die Konkurrenz entwickelt sich weiter. Der Golf 8 muss jetzt sieben Jahre lang mit dem Platzangebot des Golf 7 antreten. 

Motoren und Getriebe: Weniger CO2 im VW Golf 8 

Die Konstanz beim Platz bedeutet allerdings nicht Stillstand in der Entwicklung. VW arbeitet kontinuierlich am Baukasten und integriert neue Funktionen. Zum Beispiel die Möglichkeit, ein 48-Volt-Bordnetz zu integrieren. Das ermöglicht den Einsatz von Mild-Hybriden. Die gab es noch nicht im Golf 7, aber im Golf 8. 

Die im Golf 7 eingeführten 1,5-Liter-Turbobenziner mit 130 bzw. 150 PS werden mit einem Riemen-Startergenerator sanft elektrifiziert. Gleiches gilt für den überarbeiteten Dreizylinder mit 110 PS. Aus derselben Motorenfamilie („EA 211 Evo“) stammt der Basis-Dreizylinder mit 90 PS – ihn gibt es aber nur ohne Strom-Unterstützung. Generell bietet VW die Mild-Hybride nur in Verbindung mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe an. 

Die Größe des Kofferraumvolumens hat sich nicht verändert
Quelle: Volkswagen AG Ein mittig angeordneter Golf-Schriftzug ziert nun die Heckklappe. Die Größe des Kofferraumvolumens hat sich nicht verändert: 380 Liter

Auf der Diesel-Seite kommen neue Motoren zum Einsatz. Die Motorengeneration „EA 288 Evo“ reinigt ihre Abgase gründlicher und verbraucht weniger Kraftstoff als die Motoren im Vorgänger. Die Aggregate basieren auf den Motoren des Golf 7, sind aber umfassend weiterentwickelt. Die Abgasreinigung soll prinzipiell fit für die zukünftige Abgasnorm Euro 7 sein. Eine 1,6-Liter-Version gibt es nicht mehr, alle Diesel im Golf 8 haben 2,0 Liter Hubraum. 

Ein Großteil der Antriebstechnik ändert sich also im Golf, obwohl die Leistungsstufen gleich bleiben. Ein neu entwickeltes Schaltgetriebe soll mit weniger Reibung ebenfalls den Verbrauch senken. Den ehemaligen GTE-Antrieb mit 204 PS übernimmt der Golf 8 im Prinzip unverändert, die Erdgas-Variante (Golf TGI, 130 PS) ebenfalls. Einen E-Golf gibt es in Generation acht nicht mehr. Dafür aber einen zweiten Plug-in-Hybrid mit 245 PS Systemleistung. 

Die Sportmodelle des VW Golf 8 hat VW bereits bestätigt, aber noch nicht vorgestellt. Wie beim Vorgänger wird es einen Golf GTD, einen Golf GTI und einen Golf R geben. Alle bekommen mehr Leistung als bisher. Bei Golf GTI und Golf R kommen wieder 2,0-Liter-Turbobenziner aus der Motorenfamilie „EA888“ in einer überarbeiteten Version zum Einsatz. 



Bedienung, Instrumente, Assistenz: Der VW Golf wird digital 

Den größten Unterschied zwischen VW Golf 7 und VW Golf 8 gibt es im Innenraum. VW verzichtet im neuen Golf auf analoge Anzeigen und viele Schalter. Die Mittelkonsole wirkt aufgeräumt, der Touchscreen des Infotainmentsystems rutscht nach oben. Damit sitzt er besser im Blickfeld als bisher. Das Einstellen von Lautstärke und Temperatur übernimmt nun eine spezielle Touch-Leiste.  

Der Innenraum des neuen VW Golf 8
Quelle: Volkswagen AG Die größte Veränderung zeigt sich im Innenraum des VW Golf 8: Tasten und Schalter wurden reduziert, die Mittelkonsole neu gestaltet und das Infotainmentsystem weiter oben platziert

Besonders die digitalen Instrumente und die Verfügbarkeit eines echten Head-up-Displays, das auf die Frontscheibe projiziert, sind große Schritte nach vorn. Letzteres war zuletzt noch nicht im Baukasten verfügbar, es wurde nachträglich integriert und geht nun erstmals in dieser Architektur in Serie. 

Ein Touch-Display gab es schon im Golf 7 serienmäßig, weil hierüber viele Funktionen gesteuert werden können. Im Golf 8 wird es größer und auch der Funktionsumfang wächst. Alle Systeme sind stets online. Und sie können mit der Umgebung kommunizieren: Der neue Golf beherrscht als erstes Auto in Europa die Technik Car-to-X. Daten über Einsatzfahrzeuge, Pannen oder Stauenden kommen im Golf 8 an. 

VW bindet sie in die Assistenzsysteme ein. Nähert sich der Golf 8 einem Stauende, senkt der (optionale) adaptive Tempomat die Geschwindigkeit und warnt den Fahrer. Hinzu kommen weitere neue Funktionen, zum Beispiel die Erkennung des Gegenverkehrs beim Abbiegen (Serie) oder die Matrix-LED-Lampen mit zehn verschiedenen Lichtmodi (Option). 

Fazit 

Äußerlich entwickelt sich der VW Golf nur behutsam weiter. Das muss so sein, Experimente verträgt die Modellreihe nicht. Unterm Blech verändert sich der Golf dort, wo er es muss: Seine Abgase werden sauberer, die Assistenz wird umfangreicher, der Anspruch im Innenraum wird moderner. Obwohl sich an seinen Maßen wenig tut, ist der Golf 8 eindeutig ein neues Auto. 

Dennoch bleibt abzuwarten, ob die Taktik aufgeht. Die Golf-Plattform ist nicht veraltet, aber auch nicht mehr frisch. Die Konkurrenz fährt elektrisch oder mit hohen Karosserien, auch markenintern. Ob die Golf-Kundschaft ihrem Favoriten treu bleibt, wird die nahe Zukunft zeigen. 


VW Golf 8 vs. VW Golf 7 in Bildern

  •  Das Dach des neuen VW Golf 8 ist vergleichsweise etwas schmaler geworden
    Quelle: Volkswagen AG Die Scheinwerfer wurden in die Breite und die Motorhaube nach unten gezogen. Das Dach des neuen VW Golf 8 ist vergleichsweise etwas schmaler geworden
  • Der neue VW Golf 8  ist genau drei Zentimeter länger
    Quelle: Volkswagen AG Die Veränderung der Maße beruht auf kosmetischen Gründen: Der neue VW Golf 8 ist genau drei Zentimeter länger, und einen Zentimeter schmaler. Der Fokus liegt auf den spürbaren Neuheiten
  • Die Größe des Kofferraumvolumens hat sich nicht verändert
    Quelle: Volkswagen AG Ein mittig angeordneter Golf-Schriftzug ziert nun die Heckklappe. Die Größe des Kofferraumvolumens hat sich nicht verändert: 380 Liter
  • Der Innenraum des neuen VW Golf 8
    Quelle: Volkswagen AG Die größte Veränderung zeigt sich im Innenraum des VW Golf 8: Tasten und Schalter wurden reduziert, die Mittelkonsole neu gestaltet und das Infotainmentsystem weiter oben platziert
  • Der  neue VW Golf 8 und sein Vorgänger im Vergleich auf mobile.de 
    Quelle: Volkswagen AG Auf den ersten Blick sind die Unterschiede nur schwer zu erkennen. Der neue VW Golf 8 und sein Vorgänger im Vergleichstest auf mobile.de