Opel Astra K: Facelift 2019 mit neuen Motoren

Nur noch Dreizylinder im Opel Astra

Der Opel Astra erhält zwar nur ein kleines Facelift und Technik-Update – aber unter der Haube ändert sich alles. Künftig gibt es im Astra nur noch Dreizylinder.

  • Björn Tolksdorf
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  • Veröffentlicht am 08/28/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:06 PM
Opel Astra Facelift 2019
Quelle: Opel Außen dezent, innen fundamental: Zwei Jahre vor dem Modellwechsel stellt Opel das Facelift des Astra vor

Opel baut beim Astra zwei Jahre vor Produktionsende der aktuellen Generation noch einmal kräftig um. Zwar soll ab 2021 der Nachfolger des Opel Astra in Rüsselsheim vom Band laufen. Trotzdem bekommt die aktuelle Generation noch einmal ein komplett neues Motorenprogramm: Künftig gibt es im Astra nur noch Dreizylinder, das gilt für Benziner wie für Diesel. Opel verspricht dadurch bis zu 19 Prozent weniger Verbrauch.

Alle neuen Motoren im Opel Astra erfüllen nach dem Facelift die Abgasnorm Euro 6d, die ab Januar 2021 für den Astra obligatorisch wird. Neu im Sortiment ist ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 110, 130 oder 145 PS. Alle Varianten des Motors koppelt Opel an ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Darüber rangiert ein 1,4-Liter-Dreizylinder mit 145 PS, der nicht mehr schaltet, sondern seine Kraft über ein stufenloses CVT-Getriebe an die Räder überträgt. Bei 1.500 U/min sollen die Motoren bereits über 90 Prozent ihres maximalen Drehmoments verfügen.

Hinzu kommen zwei Varianten eines 1,5-l-Dieselmotors mit drei Zylindern. Sie leisten 105 oder 122 PS und sind an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelt. Den stärkeren Motor will Opel alternativ mit einer 9-Stufen-Wandlerautomatik anbieten. Alle Motoren erhalten serienmäßig ein Start-Stopp-System.

Keine PSA-Motoren im Opel Astra

Trotz einiger Hubraumgleichheiten und ähnlicher Leistungswerte bei Einstiegsbenziner und Diesel handelt es sich nicht um Motoren der neuen Konzernmutter PSA. Die Technik stammt aus dem Baukasten der ehemaligen Opel-Mutter General Motors (GM). Denn der Astra basiert weiterhin auf einer GM-Plattform. Opel hatte früh ausgeschlossen, die Technik-Baukästen der beiden Konzerne zu mischen. Das hätte unverhältnismäßig hohe Entwicklungskosten verursacht, erst Recht für ein Modell, das nur noch zwei Produktionsjahre vor sich hat. 

Die neuen Benziner basieren auf der „small gasoline engine“-Familie von General Motors, die Opel für den Einsatz im Astra stark überarbeitet hat. Der Diesel ist eine komplette Neuentwicklung. Opel unternimmt den radikalen Schnitt vor allem, um beim CO2-Flottenausstoß besser zu werden. Der PSA-Konzernverbund muss bis Ende 2020 seinen Flottenwert auf 93 g/km senken. 2017 lag der Wert bei 112 g/km. Ohne radikale Schnitte würde PSA den Zielwert nach Prognosen des Beratungsunternehmens PA Consulting verfehlen und müsste mit rund 600 Millionen Euro Strafe rechnen. Ein Szenario, das Konzernchef Carlos Tavares auf jeden Fall vermeiden will. Deshalb verzichtet Opel beim Volumenmodell Astra vorerst auf leistungsstarke und durstige Varianten.  

Opel Astra 2019: Innenraum
Quelle: Opel Das Bedienkonzept ändert Opel nicht. Neu sind im Innenraum eine induktive Ladeschale, das Infotainment und auf Wunsch ein Digital-Tacho

Alle drei Motoren werden voraussichtlich in ähnlicher Form zum Beispiel im Astra-Schwestermodell Chevrolet Cruze auftauchen, das vor allem in Amerika und Asien verkauft wird. Ebenso das CVT-Getriebe und die Neungang-Automatik, die gleichfalls aus dem GM-Baukasten stammen. Das CVT-Getriebe debütierte zum Modelljahr 2019 im Chevrolet Malibu. Die Neungang-Automatik bietet GM im Chevrolet Cruze und dessen SUV-Pendant Equinox an. 

Zurück nach Europa: Das Fahrwerk des Astra hat Opel ebenfalls überarbeitet, wenn auch nicht so fundamental wie die Motorenpalette. Neue Stoßdämpfer sollen für mehr Komfort sorgen. Optional gibt es außerdem ein neues Sportfahrwerk mit strafferen Dämpfern und einer direkteren Lenkabstimmung.

Neues Infotainment und neue Features

Weiterhin setzt Opel auf bewährte Astra-Features wie LED-Matrix-Scheinwerfer und Ergonomiesitze. Neu zum Facelift ist eine kleinere Frontkamera, die an einen schnelleren Prozessor gekoppelt ist. Damit ermöglicht sie eine Fußgängererkennung und verbessert die Funktionsweise der Verkehrsschilderkennung. Auch die digitale Rückfahrkamera wird leistungsstärker, vor allem bei Dunkelheit.



 
Neu im Astra ist außerdem eine Infotainment-Generation, die Opel „Multimedia“ nennt. Sie debütierte 2018 im Insignia, rechnet schneller und beherrscht nun auch Sprachsteuerung. Echtzeit-Verkehrsinformationen und Online-Kartenaktualisierungen sind neu im Astra, ebenso eine induktive Ladeschale für das Smartphone. Die Aufpreisliste des Astra erweitert Opel etwa um einen digitalen Tacho, eine beheizte Windschutzscheibe oder ein Bose-Soundsystem. Der Online-Concierge-Dienst Onstar entfällt allerdings. Opel hatte 2018 angekündigt, den Dienst 2020 einzustellen. 

Die Bestelllisten für den überarbeiteten Opel Astra will Opel noch im Sommer öffnen. Klar, der Kompakte ist ein wichtiger Bestseller. Die offizielle Premiere hat Opel für die IAA 2019 im September in Frankfurt angekündigt. Denkbar, dass dann noch weitere Motorvarianten folgen.

Opel Astra 2019

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