Das ist die beste Mercedes C-Klasse (205)

Kaufberatung: Mercedes C-Klasse (ab 2014)

Die C-Klasse von Mercedes gehört zu den festen Größen in der Mittelklasse. Doch welche Variante soll es sein? Wir sagen Dir, welche die beste C-Klasse ist.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 10/18/2019, 2:30 PM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:09 PM
Kaufberatung auf mobile.de: Das ist die beste Mercedes C-Klasse
Quelle: Daimler AG Kaufberatung auf mobile.de: Das ist die beste Mercedes C-Klasse

Einst war es der Baby-Benz, mittlerweile heißt die Mittelklasse bei Mercedes C-Klasse. Und sie hat sich fest etabliert. Aktuell ist mit der Baureihe 205 die 4. Generation unterwegs. Das kleinste Modell ist sie längst nicht mehr, diese Position hat die A-Klasse inne. Doch hierzulande ist kein Daimler beliebter. Fast 63.000 Exemplare wurden 2018 verkauft, bis September 2019 waren es knapp 50.000 Fahrzeuge. Entsprechend groß ist das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Dort macht ihn seine Zuverlässigkeit interessant. Und die Ausgewogenheit seiner Eigenschaften.

Im Juli 2018 kam eine Modellpflege. Damit änderten sich die Antriebe, das Infotainment und ein kleines bisschen die Optik. Insbesondere Diesel-Käufer sollten auf das Datum achten, denn mit dem Facelift kam ein komplett neues 2,0-Liter-Aggregat, das den Vorgänger in vielen Bereichen übertrumpft. Sonst blieb die C-Klasse, was sie war: ein komfortables Reiseauto mit vernünftigem Platzangebot und dem Prestige des Sterns auf der Haube.



Karosserieformen: C-Klasse T-Modell, Limousine, Cabriolet, Coupé

Mercedes bietet die Mittelklasse in diversen Formen an. Als C-Klasse Cabrio und Coupé hat sie vergleichsweise wenig Relevanz. Die C-Klasse Limousine ist beliebter als die Stufenheck-Versionen anderer Hersteller im Mittelklasse-Segment. Doch das wichtigste Modell ist der Kombi. Das T-Modell steht für den größten Teil der Verkäufe in Deutschland. Logisch, Deutschland ist eine Kombi-Nation. Und die C-Klasse ist als T-Modell die vielseitigste Variante.

Seit dem Facelift gibt es weniger Kofferraumvolumen im T-Modell. Zwischen 460 und 1.480 Liter lädt das Facelift-Modell
Quelle: Daimler AG Seit dem Facelift gibt es weniger Kofferraumvolumen im T-Modell. Zwischen 460 und 1.480 Liter lädt das Facelift-Modell

Mit  einer Länge von 4,70 Metern streckt sich der Benz auf typische Mittelklasse-Maße. In den Kofferraum passen seit dem Facelift zwischen 460 und 1.480 Liter, zuvor war der Platz üppiger. Doch die Elektrifizierung einiger Antriebe erfordert ein neues Packaging. Die Plug-in-Hybride C 300 de und C 300 e können allerdings noch weniger einladen (315 bis 1.335 Liter). Im Alltag und auf Reisen reicht das Gepäckvolumen in der Regel für bis zu drei Personen. Für größere Familien ist die C-Klasse jedoch nicht die beste Wahl.

Ausstattungslinien: Avantgarde, Exclusive, AMG Line

Drei Ausstattungen bietet Mercedes zusätzlich zur Serienausstattung an. Nur bei der Exclusive Line gibt es den klassischen Kühlergrill mit auf der Motorhaube aufgesetztem Stern. Bei Avantgarde und AMG Line prangt ein großer Zentralstern in der Front. Die Avantgarde-Linie ist als etwas sportlichere, progressive Variante gedacht, Exclusive als elegante. Die AMG Line treibt die Sportlichkeit weiter. Sie kostet am Neuwagen vor allem außen deutlich mehr. Das Night-Paket mit schwarzen Zierelementen außen baut auf Avantgarde oder AMG Line auf.

Die klassische Variante des Kühlergrills mit aufgesetztem Stern gibt es nur mit der Exclusive-Ausstattung
Quelle: Daimler AG Die klassische Variante des Kühlergrills mit aufgesetztem Stern gibt es nur mit der Exclusive-Ausstattung

Ob man sich für Avantgarde oder Exclusive entscheidet, ist Geschmackssache. Die Optionen für Polster und Zierleisten variieren je nach gewählter Linie. Wer gerne außen den Mercedes-Stern auf der Haube sieht, jedoch den moderneren Innenraum bevorzugt, kann mischen, auch mit der AMG Line. Ein Interieur-Paket erfordert jedoch zwingend ein Exterieur-Paket und umgekehrt. Neu ist Exclusive innen gut 400 Euro teurer als Avantgarde, die Exterieurs kosten gleich viel. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sollte es keine Unterschiede geben.

Ausstattungen: Was rein muss, was rein darf und was nicht rein muss

Die Aufpreisliste bei Mercedes umfasst typischerweise zahlreiche Seiten. An die 100 sind es bei der C-Klasse. Kaum ein Auto rollt wirklich voll-voll-voll vom Hof des Händlers. Eine der Ausstattungslinien sollte auf jeden Fall ins Auto, die nackte Basis erlaubt nämlich bestimmte Extras nicht, die ins Auto gehören. Ohnehin ist der eine oder andere Extrawunsch an die Wahl weiterer Optionen geknüpft. Logisch sind die Pflicht-Kombinationen nicht immer. Für Gebrauchtwagenkäufer egal, sie sollten nur darauf achten, dass bestimmte Extras an Bord sind.

Nötige Extras: Eine Klimaautomatik mit mindestens zwei Zonen für Fahrer und Beifahrer gehört in die C-Klasse. Ein Abstandstempomat (Distronic) sollte auch an Bord sein, außer man bewegt sich fast nur in der Stadt. Sitzheizung und Parkpiepser sind in der Klasse Pflicht. Dazu ein Navi. Und nicht unbedingt das kleinste. Comand Online ist die bessere Wahl, dürfte aber bei einem Neupreis von gut 3.500 Euro nicht in jeder C-Klasse zu finden sein. Zumindest Kunstledersitze (Artico) hingegen schon. Noch besser: echtes Leder. Außerdem unverzichtbar: LED-Scheinwerfer. In der Basis leuchtet die C-Klasse mit wenig standesgemäßen Halogen-Lampen

Bis zum Facelift kam die C-Klasse immer mit analogen Instrumenten und etwas klobigem Infotainment-Bildschirm
Quelle: Daimler AG Bis zum Facelift kam die C-Klasse immer mit analogen Instrumenten und etwas klobigem Infotainment-Bildschirm auf dem Armaturenbrett

Schöne Extras: Ein bisschen moderne Assistenz sollte der Benz schon haben. Das Fahrassistenz-Paket Plus hilft beim Lenken, bremst in vielen Situationen alleine und nimmt dem Fahrer insgesamt viel Arbeit ab. Seit dem Facelift hat Mercedes die Pakete neu geschnürt. Sie heißen Assistenz-Paket, Advanced Assistenz-Paket und High-End Assistenz-Paket. Nur Letzteres bietet teilautonome Fahrfunktionen wie den Stauassistenten und eine automatische Anpassung ans Tempolimit. LED-Scheinwerfer mit Matrix-Funktion, die den Gegenverkehr oder Vorausfahrende aus dem Lichtkegel nehmen, sind für Nachtfahrten ein echtes Highlight. Ebenfalls fein: die Luftfederung Airmatic. Damit schwingt die C-Klasse sanft – oder fährt zackig, je nach gewähltem Modus.

Verzichtbare Extras: Das Park-Paket mit 360-Grad-Kamera und automatischem Einparken (Parktronic) muss nicht sein. Mit Rückfahrkamera parken die meisten komfortabel genug ein. Größere Räder als 18 Zoll würden wir weglassen, weil sie den Abrollkomfort verschlechtern. Schon mit 17-Zöllern sieht die C-Klasse passabel aus. Sitzklimatisierung braucht man unserer Ansicht nach auch nicht, die funktioniert ohnehin selten zufriedenstellend. Das Head-up-Display ist nett, muss aber nicht sein.

Motoren und Getriebe der Mercedes C-Klasse

Über die Bauzeit fertigte Mercedes zahlreiche verschiedene Antriebsstränge für die C-Klasse. Diesel, Benziner und Plug-in-Hybride. Für uns gehört ein Diesel ins C-Klasse T-Modell. Früher hießen die Bluetec, später zierte sie wieder ein "d". Außerdem sollte das Auto automatisch schalten. Am besten mit der 9G-Tronic, die in jüngeren Modellen arbeitet. Sie schaltet sanft, bei Bedarf schnell und bietet eine gute Spreizung für Dynamik und Effizienz.

Der 2,0-Liter-Diesel mit 194 PS im C 220 d ist für uns der beste Motor im gelifteten T-Modell
Quelle: Daimler AG Der 2,0-Liter-Diesel mit 194 PS im C 220 d ist für uns der beste Motor im gelifteten T-Modell. Er ist sparsam, kräftig und sauber

Für uns der beste Kompromiss aus Kraft und Sparsamkeit: der C 220 d. Wer das nötige Kleingeld hat, wählt ein Modell nach dem Facelift. Dann sitzt der neue 2,0-Liter-Diesel mit 194 PS unter der Haube. Er ist sparsam, laufruhig und kräftig. Nicht ganz so flott, aber mit Euro 6 auch eine gute Wahl ist der C 220 d mit 2,15-Liter-Diesel und 170 PS von vor der Modellpflege. Da darf es aber auch gerne der C 250 d sein (204 PS).

Mercedes C-Klasse: Typische Mängel, Qualität

Die Zeiten, als Mercedes Autos mit schlechtem Rostschutz baute, scheinen vorbei. Die Baureihe 203 gammelte schneller, als man nachlackieren konnte. Mit dem Nachfolger war das vorbei. Die C-Klasse der Baureihe 205 gilt bei den Prüfern von TÜV und Co. als grundsolide. Im TÜV Report 2019 schneidet sie sogar als Klassenprimus ab. Kleinkram wie knisternde Verkleidungen und polternde Vorderachsen trüben das Gesamtbild kaum. Einen Rückruf gab es wegen fehlerhafter Gurtstraffer, außerdem besserte Daimler bei den Hochdruckleitungen der Diesel nach. Das war kein offizieller Rückruf, bei nicht vom Vertragshändler gewarteten Fahrzeugen ist eventuell Vorsicht geboten.

Mercedes C-Klasse gebraucht: Marktlage auf mobile.de

Das Angebot ist groß. Ältere Mercedes C 220 Bluetec mit 170 PS starten auf mobile.de zwischen 13.000 und 15.000 Euro. Dann liegen die Laufleistungen allerdings bei um die 200.000 Kilometern. Jüngere C 250 d, Baujahr ab 2017, werden deutlich teurer. Hier landet man schnell bei 25.000 Euro. Unser Wunschmodell, ein C 220 d T-Modell Post-Facelift, ist noch jung, das Angebot ist mit rund 700 Fahrzeugen trotzdem schon ordentlich. Die Preise ebenfalls: Bei um die 30.000 Euro für Autos mit geringer Laufleistung geht es los.

In den Ausstattungslinien AMG Line oder Avantgarde kommt das T-Modell mit dem großen Zentralstern im Kühlergrill
Quelle: Daimler AG In den Ausstattungslinien AMG Line oder Avantgarde kommt das T-Modell mit dem großen Zentralstern im Kühlergrill (hier das Vorfacelift-Modell)

Alternativen zur Mercedes C-Klasse S205

Wer lieber ein grundsätzlich sportlicheres Auto fährt, guckt sich naturgemäß bei BMW um. Der 3er der auslaufenden Generation F30 fährt etwas agiler und bietet als Touring ähnliche Platzverhältnisse hinten und im Kofferraum. Vorne sitzt man eine Spur intimer. Von Audi kommt der A4 Avant infrage. Ebenfalls ein Mittelklasse-Kombi mit ähnlich moderaten Platzverhältnissen. Hier gibt es allerdings nur Front- oder Allradantrieb.

Mercedes C 220 d T-Modell: Technische Daten

  • Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel
  • Leistung: 194 PS (143 kW)
  • Drehmoment: 400 Nm b. 1.600-2.800 U/min
  • Getriebe: Neungang-Automatik, Hinterradantrieb
  • 0-100 km/h: 7,0 s
  • Geschwindigkeit: 233 km/h
  • Verbrauch: 4,8-4,5 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 127-119 g/km
  • Länge: 4.702 mm
  • Breite: 1.810 mm
  • Höhe: 1.457 mm
  • Radstand: 2.840 mm
  • Leergewicht: 1.645 kg
  • Kofferraumvolumen: 460-1.480 l
  • Listenpreis: ab 44.333 Euro


Die Mercedes C-Klasse der Baureihe S205 (seit 2014) in Bildern

  • Der 2,0-Liter-Diesel mit 194 PS im C 220 d ist für uns der beste Motor im gelifteten T-Modell
    Quelle: Daimler AG Der 2,0-Liter-Diesel mit 194 PS im C 220 d ist für uns der beste Motor im gelifteten T-Modell. Er ist sparsam, kräftig und sauber
  • Extras: Seit dem Facelift baut Mercedes einen digitalen Instrumententräger und einen flacheren Infotainment-Bildschirm ins Auto
    Quelle: Daimler AG Extras: Seit dem Facelift baut Mercedes wahlweise einen digitalen Instrumententräger ins Auto. Der Infotainment-Bildschirm wurde größer und dabei flacher
  • Seit dem Facelift gibt es weniger Kofferraumvolumen im T-Modell. Zwischen 460 und 1.480 Liter lädt das Facelift-Modell
    Quelle: Daimler AG Seit dem Facelift gibt es weniger Kofferraumvolumen im T-Modell. Zwischen 460 und 1.480 Liter lädt das Facelift-Modell
  • Die klassische Variante des Kühlergrills mit aufgesetztem Stern gibt es nur mit der Exclusive-Ausstattung
    Quelle: Daimler AG Die klassische Variante des Kühlergrills mit aufgesetztem Stern gibt es nur mit der Exclusive-Ausstattung
  • Kaufberatung auf mobile.de: Das ist die beste Mercedes C-Klasse
    Quelle: Daimler AG Kaufberatung auf mobile.de: Das ist die beste Mercedes C-Klasse
  • Als C 250 Bluetec mit 204 PS fuhr die C-Klasse vor dem Facelift kräftig und ausreichend sparsam
    Quelle: Daimler AG Als C 250 Bluetec mit 204 PS fuhr die C-Klasse vor dem Facelift kräftig und ausreichend sparsam. Spätestens seit dem Facelift reicht der C 220 d völlig
  • In den Ausstattungslinien AMG Line oder Avantgarde kommt das T-Modell mit dem großen Zentralstern im Kühlergrill
    Quelle: Daimler AG In den Ausstattungslinien AMG Line oder Avantgarde kommt das T-Modell mit dem großen Zentralstern im Kühlergrill (hier das Vorfacelift-Modell)
  • Bis zum Facelift kam die C-Klasse immer mit analogen Instrumenten und etwas klobigem Infotainment-Bildschirm
    Quelle: Daimler AG Bis zum Facelift kam die C-Klasse immer mit analogen Instrumenten und etwas klobigem Infotainment-Bildschirm auf dem Armaturenbrett