Jaguar I-Pace: 3 Stärken, 3 Schwächen

Jaguar I-Pace (ab 2018): Kaufberatung zum Elektro-SUV

Dein E-Auto braucht viel Leistung und einen großen Akku? Dann passt vielleicht der Jaguar I-Pace zu Dir. Das sind die größten Stärken und Schwächen des E-SUVs.

  • Sven Förster
  • 0
  • Veröffentlicht am 01/03/2020, 5:30 AM
Zu sehen ist der Jaguar I-Pace, fahrend
Quelle: Jaguar Im Jaguar I-Pace arbeiten zwei permanenterregte Synchronmotoren mit 400 PS. Die rein elektrische Reichweite des SUV beträgt laut WLTP 470 Kilometer

Bei E-Autos mit hoher Reichweite und potenten Leistungsdaten denken viele zuerst an Tesla. Neuerdings zunehmend an den Audi e-Tron. Und in Zukunft wohl verstärkt an den Porsche Taycan. Doch eine solide Option vergessen deutsche Interessenten häufig: den Jaguar I-Pace. Das Mittelklasse-SUV bietet 400 PS (294 KW) und eine Reichweite von 470 Kilometern (laut WLTP).

Die Briten veranschlagen mindestens 79.450 Euro für ihr erstes elektrisches Modell. Was der selbstbewusst eingepreiste Allradler dafür bietet? Was besser laufen könnte und wie man billiger an diesen feinen Stromer kommt? Das klären wir hier – anhand der drei größten Stärken und Schwächen des I-Pace.


Auto Center Milinski GmbH
Der Jaguar XE D180

• Typ: Limousine
• Leistung: 180 PS
• 0-100 km/h: 8,1 | Vmax: 228 km/h


Stärke 1: Hohe (und gesteigerte) Reichweite 

Der Jaguar I-Pace debütiert Ende 2018. Mit einem schlagenden Verkaufsargument: 470 Kilometer soll das knapp 4,7 Meter lange SUV mit 90,2 kWH großer Batterie zurücklegen. Praxistests zeigen: Mehr als 380 Kilometer schafft man bei vernünftiger Fahrweise allemal. Rund 20 bis 25 kWh pro 100 Kilometer ziehen die beiden E-Motoren an Vorder- und Hinterachse aus dem Stromspeicher, bei gemütlicher Fahrt mit gelegentlichen Kick-downs. 

Zu sehen ist der Jaguar I-Pace von hinten, fahrend
Quelle: Jaguar Die Abmessungen der E-Motoren verringern die Größe des Stauraums minimal. 656 Liter passen laut Datenblatt bei aufrechten hinteren Lehnen in den Gepäckraum

Nun kitzelt Jaguar zusätzliche 20 Kilometer aus dem Antriebsstrang. Ein Software-Update für Akku- und Thermomanagement verbessert laut Hersteller die Effizienz. In neuen Modellen befindet sich das veränderte Programm bereits auf dem Steuergerät. Besitzer gebrauchter Exemplare können sich das Update kostenlos in der Jaguar-Werkstatt organisieren. Es sollte der letzte Besuch wegen elektronischer Updates werden. Denn im Zuge der Anpassung spielen die Vertrags-Werkstätten die Software für Fern-Wartung auf. Eine Grundlage, damit weitere Optimierungen den I-Pace „over the air“ erreichen.



Stärke 2: Sportlich. Und thermisch belastbar 

Mal ehrlich: In dieser Leistungsklasse erwartet man von einem Elektroauto mehr als lokale Emissionsfreiheit. Nämlich Fahrspaß, im Idealfall über den motivierten Ampelstart hinaus. Der I-Pace macht sich längs- und querdynamisch gut. Er verfügt immer über Allradantrieb, denn zwei gleich starke E-Motoren treiben über kompakte Eingang-Getriebe je eine Achse an. Wie bei vielen batterieelektrischen Pkw befindet sich das Akku-Paket in der Bodengruppe. Damit liegt der Schwerpunkt trotz 1,56 Metern Fahrzeughöhe schön tief.  

Zu sehen ist der Jaguar I-Pace, fahrend, leicht seitlich
Quelle: Jaguar Der Porsche I-Pace verfügt serienmäßig über ein aufwendiges Kühlsystem für den Elektro-Akku

Agilität bieten jedoch viele E-Autos. Entscheidend ist, wie lange man sie ohne Pause abrufen kann. Tesla-Modellen wird in beschleunigten Tests gelegentlich zu warm und sie drosseln die Leistung. Der I-Pace steckt schnelle Runden gut weg – und wir meinen nicht bloß die modifizierten Ableger für den Markenpokal im Rahmenprogramm der Formel E. Die Briten verbauen bereits ab Werk ein aufwendiges Kühlsystem für den Akku. Weil Agilität ohne Spontaneität eben nicht viel wert ist. 

Stärke 3: Viele günstige Jaguar I-Pace auf mobile.de 

Mindestens 79.400 Euro veranschlagt Jaguar für einen neuen I-Pace. Zum Basis-Preis erhält man das SUV in alltagstauglicher Ausstattung, doch mehrere Tausend Euro summieren sich im Konfigurator schnell hinzu. Denn ein adaptives Fahrwerk, Glas-Panoramadach und Performance-Sitze kosten extra.  

Zu sehen ist der Jaguar I-Pace. Er fährt durch ein Gewässer
Quelle: Jaguar Das adaptive Fahrwerk, das Glas-Panoramadach und die Performance-Sitze sind gegen Aufpreis verfügbar

Junge Gebrauchte sind damit eine echte Alternative. Mehr als 80 fahrbereite I-Pace mit gültiger HU werden auf mobile.de angeboten. Die meisten Exemplare kommen mit geringer Laufleistung und solider Ausstattung. Die Preise beginnen bei rund 60.000 Euro – mitunter bieten Händler auf mobile.de zu ähnlichen Tarifen neuwertige Modelle mit Tageszulassung an.  

Schwäche 1: Lange Ladedauer beim Elektro-Jaguar 

Den Akku im Arbeitsalltag leer fahren und bequem zu Hause über Nacht laden? Klappt mäßig. Wer mit dem I-Pace früh aufbricht und spät heimkehrt, ist im Bewegungsradius eingeschränkt. Rund 13 Stunden gibt Jaguar für die Komplett-Ladung an der 7-kW-Box an. An der Steckdose braucht das E-Tanken von 0 auf 100 Prozent Batteriestand gar 44 Stunden. Die Stromspeicher der meisten Mitbewerber laden schneller, denn der I-Pace erlaubt bei Wechselstrom lediglich einphasiges Laden. 2020 wollen die Briten den I-Pace endlich für das schnellere dreiphasige Laden rüsten. 

Zu sehen ist das Cockpit des Jaguar I-Pace
Quelle: Jaguar Das Platzangebot des Innenraums ist großzügig. Der Jaguar I-Pace bietet seinen Insassen viel Beinfreiheit

An der Schnellladesäule spielt das keine Rolle, denn hier fließt Gleichstrom. In 15 Minuten tankt man über den CCS-Stecker Strom für 100 Kilometer. In 40 Minuten sind bis zu 80 Prozent Füllstand drin – jeweils bei einer Ladeleistung von 100 Kilowatt, mehr kann der I-Pace nicht verarbeiten. Dass Mitbewerber wie Audi e-Tron oder Tesla Model 3 mehr schaffen? Geschenkt, allerdings nur aus mittelfristiger Perspektive. Denn aktuell operieren die meisten frei zugänglichen Säulen mit 50 kW. Aber zunehmend kommen Ladestellen (in Spitzen) deutlich über die 100 kW hinaus.


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SUVs liegen im Trend. Elektroantriebe auch. Beides in Kombination findest Du auf mobile.de.


Schwäche 2: Hohes Leergewicht 

Jaguar fertigt Karosse und Plattform des I-Pace mehrheitlich aus Aluminium. Die Info findet sich in praktisch allen Kommunikationsmaterialien zum Modell, meist nahe dem Begriff „Leichtbau“. Allein: Leicht ist ein I-Pace nicht. Mindestens 2.208 Kilogramm zeigt die Waage. Teslas ähnlich großes Model 3 bleibt klar unterhalb der 2-Tonnen-Marke. Audis e-Tron ist schwerer, misst allerdings bereits 4,9 Meter. 

Schwäche 3: Überschaubares Platzangebot im Gepäckraum 

Klar ist: Der Jaguar I-Pace bietet seinen Insassen viel Beinfreiheit. Sein E-Antrieb nimmt in der Länge weniger Platz ein als ein Verbrenner, der Akku stiehlt vornehmlich in der Höhe Raum. Nachdem dieser Allradler ohne Kardanwelle und den dazugehörigen Tunnel auskommt, kann man außerdem den hinteren Mittelplatz ausgewachsenen Passagieren zuweisen. Knapp wird am ehesten der Platz für das Gepäck.  

Zu sehen ist der Jaguar I-Pace in seitlicher Position, fahrend
Quelle: Jaguar Das Exterieur des Jaguar I-Pace besteht mehrheitlich aus Aluminium

Mit der flach abfallenden C-Säule generiert Jaguar einen gefälligen, aber keinen voluminösen Hintern. 656 Liter passen laut Datenblatt bei aufrechten hinteren Lehnen in den Gepäckraum. Klingt nicht schlecht? Mitunter messen Besitzer und Tester nach und kommen auf signifikant niedrigere Werte. Wir empfehlen: Wer regelmäßig viel transportiert, sollte sich beim Händler persönlich mit den Platzverhältnissen vertraut machen. 



Technische Daten: Jaguar I-Pace (ab 2018) 

Modell Jaguar I-Pace (ab 2018) 
Motor zwei permanenterregte Synchronmotoren 
Systemleistung 294 kW (400 PS) 
Systemdrehmoment 696 Nm 
Akku 90 kWh, Li-Ion, wassergekühlt  0-100 km/h: 4,8 s 
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h (elektronisch begrenzt) 
Länge  4.682 mm 
Breite 2.011 mm 
Höhe 1.565 mm 
Radstand 2.990 mm 
Leergewicht 2.208 kg 
Kofferraumvolumen 656-1.453 l 
Basispreis ab 79.400 Euro 

Der Jaguar I-Pace (ab 2018) in Bildern

  • Zu sehen ist der Jaguar I-Pace, fahrend
    Quelle: Jaguar Im Jaguar I-Pace arbeiten zwei permanenterregte Synchronmotoren mit 400 PS. Die rein elektrische Reichweite des SUV beträgt laut WLTP 470 Kilometer
  • Zu sehen ist der Jaguar I-Pace, fahrend, leicht seitlich
    Quelle: Jaguar Der Porsche I-Pace verfügt serienmäßig über ein aufwendiges Kühlsystem für den Elektro-Akku
  • Zu sehen ist der Jaguar I-Pace in seitlicher Position, fahrend
    Quelle: Jaguar Das Exterieur des Jaguar I-Pace besteht mehrheitlich aus Aluminium
  • Zu sehen ist der Jaguar I-Pace von hinten, fahrend
    Quelle: Jaguar Die Abmessungen der E-Motoren verringern die Größe des Stauraums minimal. 656 Liter passen laut Datenblatt bei aufrechten hinteren Lehnen in den Gepäckraum
  • Zu sehen ist der Jaguar I-Pace. Er fährt durch ein Gewässer
    Quelle: Jaguar Das adaptive Fahrwerk, das Glas-Panoramadach und die Performance-Sitze sind gegen Aufpreis verfügbar
  • Zu sehen ist das Cockpit des Jaguar I-Pace
    Quelle: Jaguar Das Platzangebot des Innenraums ist großzügig. Der Jaguar I-Pace bietet seinen Insassen viel Beinfreiheit
  • Zu sehen ist das Cockpit des Jaguar I-Pace in Yulong White
    Quelle: Jaguar Das hochmoderne Cockpit wirkt edel. Die Interieurbezeichnung lautet ‚ Yulong White‘