Die besten Elektrotransporter 2026
Gib mir ein E! Transporter und Kleinbusse fahren immer häufiger elektrisch. Davon profitieren nicht nur Firmen, sondern auch viele Familien.
Das Wichtigste im Überblick
- Reichweite realistisch planen: Die meisten Gewerbebetriebe fahren täglich unter 120 Kilometer – E-Transporter mit 250 bis 300 km WLTP-Reichweite decken über 90 Prozent aller Einsatzprofile ab.
- Wirtschaftlichkeit durch Gesamtkosten bewerten: Trotz höherer Anschaffungskosten amortisieren sich E-Transporter durch niedrigere Energie-, Wartungs- und Steuerkosten bei Vielfahrern innerhalb von 4 bis 7 Jahren.
- Ladeinfrastruktur ist entscheidend: Eigene Wallboxen am Betriebshof mit 11 kW Leistung sind die günstigste und praktischste Lösung – Schnellladung unterwegs sollte nur als Ergänzung dienen.
Die Elektromobilität hält längst Einzug in den gewerblichen Bereich – und das aus gutem Grund. Moderne E-Transporter bieten nicht nur emissionsfreie Mobilität, sondern überzeugen auch mit niedrigen Betriebskosten, Zufahrt zu Umweltzonen und staatlichen Förderungen.
Nissan Townstar Elektro Acenta Batterie 45 kWh L1 2.2t
Reichweite: bis zu 275 Kilometer
Geeignet für
- Kurierdienste und Paketzusteller im Stadtgebiet, Handwerker mit kompaktem Werkzeug, Kleinunternehmer mit geringem Transportbedarf
Nicht geeignet für
- Umzugsunternehmen oder Speditionen, Betriebe mit hohen Zuladungsanforderungen Langstreckenfahrten außerhalb der Stadt
Der Nissan Townstar Elektro ist der kompakte Einstieg in die elektrische Transporterwelt und eignet sich besonders für City-Logistik und Handwerksbetriebe mit überschaubarem Platzbedarf. Mit seiner 45-kWh-Batterie erreicht er eine Reichweite von bis zu 275 Kilometern nach WLTP und bietet ein Ladevolumen von 4,3 Kubikmetern bei einer Nutzlast von bis zu 700 Kilogramm.
Vorteile
- Kompakte Abmessungen für enge Innenstädte und Parkplatzsituationen
- Gute Reichweite für den urbanen Einsatz
- Übersichtliche Karosserie und wendiges Fahrverhalten
Nachteile
- Begrenzte Nutzlast im Vergleich zu größeren Transportern
- Kleineres Ladevolumen schränkt Einsatzmöglichkeiten ein
- Längere Ladezeiten an der Haushaltssteckdose
Der Townstar Elektro basiert auf der Plattform des Renault Kangoo E-Tech und profitiert von dessen ausgereifter Technik.
Citroën ë-Berlingo Van Kastenwagen M erhöhte Nutzlast
Reichweite: bis zu 337 Kilometer
Geeignet für
- Handwerksbetriebe mit mittlerem Materialbedarf, Lieferdienste im regionalen Umkreis, Pflegedienste und mobile Dienstleister
Nicht geeignet für
- Fernverkehr und Langstreckenlogistik, Transport sperriger Großgüter, Betriebe ohne eigene Lademöglichkeit
Der Citroën ë-Berlingo Van kombiniert französisches Design mit praktischer Funktionalität und bietet in der Version mit erhöhter Nutzlast bis zu 800 Kilogramm Zuladung. Die 50-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 337 Kilometern, während das Ladevolumen von bis zu 3,8 Kubikmetern ausreichend Platz für Werkzeug und Waren bietet.
Vorteile
- Erhöhte Nutzlast von bis zu 800 kg für mehr Transportkapazität
- Schiebetüren auf beiden Seiten erleichtern Be- und Entladung
- Moderne Assistenzsysteme und Konnektivitätsfunktionen
Nachteile
- Reichweite könnte für Vielfahrer knapp werden
- Höherer Anschaffungspreis als Verbrenner-Modelle
- Ladeinfrastruktur muss vorhanden sein
Der ë-Berlingo teilt sich die Plattform mit dem Peugeot e-Partner und Opel Combo Cargo Electric.
Opel Combo Cargo Electric Kastenwagen M erhöhte Nutzlast
Reichweite: bis zu 354 Kilometer
Geeignet für
- Gewerbetreibende mit Opel-Affinität, Flottenbetreiber mit bestehender Opel-Infrastruktur, Handwerker im Stadt- und Umlandbereich
Nicht geeignet für
- Anwender mit hohen Reichweitenanforderungen, Transporte über 800 kg, Betriebe ohne Ladeinfrastruktur
Der Opel Combo Cargo Electric ist der technische Zwilling des Citroën ë-Berlingo und überzeugt mit fast identischen Werten bei Reichweite und Nutzlast. Mit seiner 50-kWh-Batterie schafft er bis zu 354 Kilometer und bietet in der Version mit erhöhter Nutzlast ebenfalls bis zu 780 Kilogramm Zuladung bei 3,8 Kubikmetern Ladevolumen.
Vorteile
- Deutsches Händlernetz mit guter Serviceabdeckung
- Robuste Verarbeitung und bewährte Technik
- Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis in der Klasse
Nachteile
- Keine Alleinstellungsmerkmale gegenüber Schwestermodellen
- Reichweite bei voller Beladung deutlich reduziert
- Schnellladefunktion nur optional oder in höheren Ausstattungen
Der Combo Cargo Electric wird im französischen Vigo produziert und ist baugleich mit dem Citroën ë-Berlingo.
VW ID.Buzz Cargo Pure
Reichweite: bis zu 331 Kilometer
Geeignet für
- Kreativagenturen und Design-Unternehmen, Stadt- und Kurierdienste, Stadt- und Kurierdienste
Nicht geeignet für
- Preissensitive Gewerbetreibende, Anhängerbetrieb mit schweren Lasten, Betriebe mit maximalen Nutzlastanforderungen
Der VW ID.Buzz Cargo bringt den Kult-Bulli ins Elektrozeitalter und verbindet ikonisches Design mit moderner MEB-Plattform. Mit einer 59-kWh-Batterie erreicht er bis zu 331 Kilometer Reichweite und bietet ein Ladevolumen von 3,9 Kubikmetern bei einer Nutzlast von bis zu 750 Kilogramm – passend für imageorientierte Gewerbetreibende.
Vorteile
- Unverwechselbares Design mit hohem Wiedererkennungswert
- Moderne Technologie auf VW-MEB-Plattform
- Ausreichend Reichweite für Stadteinsätze
Nachteile
- Vergleichsweise hoher Anschaffungspreis
- Begrenzte Anhängelast
- Nur eine Schiebetür serienmäßig
Der ID.Buzz Cargo wird im VW-Werk Hannover gefertigt und nutzt die gleiche Plattform wie ID.3 und ID.4.
Mercedes eVito lang 60 kWh
Reichweite: bis zu 307 Kilometer
Geeignet für
- Etablierte Handwerksbetriebe mit Qualitätsanspruch, Kurierdienste mit gehobenen Kundenanforderungen, Flottenbetreiber mit Mercedes-Präferenz
Nicht geeignet für
- Startups mit knappem Budget, Langstrecken-Logistik über 200 km täglich, Betriebe mit Fokus auf maximale Wirtschaftlichkeit
Der Mercedes eVito kombiniert bewährte Transporter-Qualität mit elektrischem Antrieb und bietet in der langen Version mit 60-kWh-Batterie bis zu 307 Kilometer Reichweite. Mit einem Ladevolumen von bis zu 6,6 Kubikmetern und einer Nutzlast von bis zu 882 Kilogramm positioniert er sich im gehobenen Mittelklasse-Segment.
Vorteile
- Großzügiges Ladevolumen für umfangreiche Transporte
- Gute Verarbeitungsqualität und Zuverlässigkeit
- Umfangreiches Sicherheits- und Assistenzpaket
Nachteile
- Höherer Anschaffungspreis als Wettbewerber
- Reichweite bei Autobahnfahrten deutlich reduziert
- Wartungskosten im Premium-Segment
Der Mercedes eVito basiert auf der konventionellen Vito-Plattform und wurde für den Elektroantrieb adaptiert.
Toyota Proace Electric Duty
Reichweite: bis zu 222 Kilometer
Geeignet für
- Gewerbetreibende mit Toyota-Affinität, Betriebe mit hohen Zuladungsanforderungen, langfristig orientierte Flottenbetreiber
Nicht geeignet für
- Betriebe mit speziellen Aufbauwünschen, Anwender ohne Toyota-Service in der Nähe, preissensitive Kleinunternehmer
Der Toyota Proace Electric Duty ist die Arbeitstier-Variante des japanischen Herstellers und bietet mit seiner 50-kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 222 Kilometern. Mit bis zu 1.000 Kilogramm Nutzlast und einem Ladevolumen von 5,3 Kubikmetern richtet er sich an Gewerbetreibende mit hohen Anforderungen.
Vorteile
- Hohe Nutzlast von bis zu 1.000 kg
- Toyota-typische Zuverlässigkeit und Langlebigkeit
- Ausreichend Reichweite für Stadteinsätze
Nachteile
- Begrenztes Händlernetz im Nutzfahrzeugbereich
- Höherer Preis als vergleichbare Wettbewerber
- Weniger Ausstattungsvarianten verfügbar
Der Proace Electric basiert auf der PSA-Plattform und ist baugleich mit Citroën ë-Jumpy und Peugeot e-Expert.
Mercedes eSprinter Base 56 kWh
Reichweite: bis zu 221 Kilometer
Geeignet für
- Umzugsunternehmen und Speditionen, Handwerksbetriebe mit umfangreichem Material, Lieferdienste mit großvolumigen Waren
Nicht geeignet für
- Enge Innenstadtbereiche mit Parkplatzmangel, Langstreckenfahrten über 200 km ohne Zwischenladung, Kleinbetriebe mit geringem Transportbedarf
Der Mercedes eSprinter ist die elektrische Version des meistverkauften Transporters in Deutschland und bietet in der Base-Version mit 56-kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 221 Kilometern. Mit einem Ladevolumen von bis zu 10,5 Kubikmetern und einer Nutzlast von bis zu 991 Kilogramm setzt er Maßstäbe in der Großraum-Transporter-Klasse.
Vorteile
- Großes Ladevolumen
- Bewährte Sprinter-Qualität mit elektrischem Antrieb
- Vielfältige Aufbau- und Konfigurationsmöglichkeiten
Nachteile
- Begrenzte Reichweite bei voller Beladung
- Hoher Anschaffungspreis im Premium-Segment
- Größere Abmessungen erschweren Stadtverkehr
Der eSprinter wird im Mercedes-Werk Düsseldorf produziert und ist seit 2023 in zweiter Generation verfügbar.
Ford E-Transit Kastenwagen 135 kW
Reichweite: bis zu 260 Kilometer
Geeignet für
- Paketdienste und Logistikunternehmen, Handwerksbetriebe mit großem Materialbedarf, kommunale Betriebe und Stadtwerke
Nicht geeignet für
- Langstrecken-Kurierdienste, Betriebe ohne eigene Ladeinfrastruktur, Anwender mit engen Platzverhältnissen
Der Ford E-Transit ist die elektrische Variante des europäischen Bestsellers und bietet mit 68-kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 260 Kilometern. Mit 135 kW Leistung und einem Ladevolumen von bis zu 15,1 Kubikmetern (je nach Aufbau) ist er einer der leistungsstärksten E-Transporter am Markt.
Vorteile
- Hohe Leistung mit 135 kW für dynamisches Fahren
- Enormes Ladevolumen für Großtransporte
- Umfangreiches Ford-Servicenetz in Deutschland
Nachteile
- Reichweite bei Autobahnfahrten begrenzt
- Weniger Premium-Ausstattung als deutsche Wettbewerber
- Ladezeiten bei großer Batterie entsprechend länger
Der E-Transit wird in Fords türkischem Werk Kocaeli produziert und ist in zahlreichen Aufbauvarianten erhältlich.
VW e-Transporter Kastenwagen BEW 100 kW
Reichweite: bis zu 357 Kilometer
Geeignet für
- Innerstädtische Lieferdienste mit kurzen Touren, Handwerker mit klassischen Tagestouren, Betriebe mit täglicher Rückkehr zum Depot
Nicht geeignet für
- Überland- oder Autobahnfahrten, Vielfahrer mit mehr als 200 km täglich, Betriebe mit unvorhersehbaren Tagesrouten
Der VW e-Transporter ist die vollelektrische Variante des T7 mit 64-kWh-Batterie, drei Leistungsstufen (100–210 kW) und einer Reichweite bis 357 Kilometer, der sich gut für gewerbliche Stadtfahrten eignet. Er bietet großzügigen Laderaum in verschiedenen Karosserievarianten und überzeugt durch niedrige Betriebskosten sowie moderne Ausstattung.
Vorteile
- niedrige Betriebskosten
- reduzierter Wartungsbedarf
- großzügiger Laderaum
Nachteile
- begrenzte Reichweite bei voller Beladung und im Winter
- hohen Anschaffungskosten
- geringere Anhängelast als Dieselvarianten
Die Nutzlast von bis zu 1.000 Kilogramm zeigt, dass VW trotz Elektrifizierung die Transportfähigkeit priorisiert hat.
Fiat E-Ducato Kastenwagen L3H2 Elektroantrieb 270
Reichweite: bis zu 378 Kilometer
Geeignet für
- Handwerksbetriebe mit schwerem Material, Lieferdienste mit hohen Zuladungsanforderungen, Umzugsunternehmen im regionalen Bereich
Nicht geeignet für
- Langstreckenlogistik über 200 km, Betriebe mit Fokus auf Premium-Image, Anwender ohne Schnelllademöglichkeit
Der Fiat E-Ducato ist die elektrische Version des italienischen Transporter-Klassikers und bietet in der L3H2-Version mit 110-kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 378 Kilometern. Mit einem Ladevolumen von 13 Kubikmetern und einer Nutzlast von bis zu 1.385 Kilogramm gehört er zu den Schwergewichten unter den E-Transportern.
Vorteile
- gute Beschleunigung
- hohe Nutzlast
- Rekuperations-Paddles am Lenkrad
Nachteile
- Reichweite bei maximaler Beladung deutlich reduziert
- hohe Anschaffungskosten
- Reichweitenanzeige ist unzuverlässig
Der E-Ducato wird im Fiat-Werk Atessa in Italien produziert und ist baugleich mit Citroën ë-Jumper und Peugeot e-Boxer.
Maxus eDeliver 5 Panel Van L1H1
Reichweite: bis zu 335 Kilometer
Geeignet für
- Innerstädtische Lieferdienste und Last-Mile-Delivery, preisbewusste Gewerbetreibende, Unternehmen mit eigenem Betriebshof
Nicht geeignet für
- Langstreckenfahrten, Betriebe ohne eigene Ladeinfrastruktur, Betriebe ohne Service-Partner in der Nähe
Der Maxus eDeliver 5 ist der Newcomer aus China und bietet mit seiner 64-kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 335 Kilometern. Mit einem Ladevolumen von bis zu 7,7 Kubikmetern und einer Nutzlast von bis zu 1.190 Kilogramm kombiniert der E-Transporter chinesische Effizienz mit europäischen Anforderungen.
Vorteile
- attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis
- hohe Stadtreichweite von bis zu 489 km
- niedriger Verbrauch
Nachteile
- Verarbeitungsqualität ist durchwachsen
- Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h
- Servicenetz ist noch dünn
Der eDeliver 5 stammt vom chinesischen Hersteller SAIC Maxus und wird seit 2023 in Europa angeboten.
E-Transporter im Überblick
| Modell | Leistung | Batterie | Reichweite (WLTP) | Ladevolumen | Nutzlast | Neupreis (ab) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nissan Townstar Elektro Acenta Batterie 45 kWh L1 2.2t | 90 kW (122 PS) | 45 kWh | 275 Kilometer | 4,3 m³ | 700 kg | 41.067 Euro |
| Citroën ë-Berlingo Van Kastenwagen M erhöhte Nutzlast | 100 kW (136 PS) | 50 kWh | 337 Kilometer | 3,8 m³ | 800 kg | 36.354 Euro |
| Opel Combo Cargo Electric Kastenwagen M erhöhte Nutzlast | 100 kW (136 PS) | 50 kWh | 354 Kilometer | 3,8 m³ | 800 kg | 37.485 Euro |
| VW ID.Buzz Cargo Pure | 125 kW (170 PS) | 59 kWh | 331 Kilometer | 3,9 m³ | 750 kg | 50.836 Euro |
| Mercedes eVito lang 60 kWh | 85 kW (116 PS) | 60 kWh | 307 Kilometer | 6,6 m³ | 882 kg | 42.738 Euro |
| Toyota Proace Electric Duty | 100 kW (136 PS) | 50 kWh | 222 Kilometer | 5,3 m³ | 1.000 kg | 37.400 Euro |
| Mercedes eSprinter Base 56 kWh | 100 kW (136 PS) | 68 kWh | 221 Kilometer | 10,5 m³ | 991 kg | 44.854 Euro |
| Ford E-Transit Kastenwagen 135 kW | 135 kW (183 PS) | 64 kWh | 260 Kilometer | 15,1 m³ | 1.024 kg | 61.590 Euro |
| VW e-Transporter Kastenwagen BEW 100 kW | 100 kW (136 PS) | 110 kWh | 357 Kilometer | 5,8 m³ | 1.005 kg | 59.309 Euro |
| Fiat E-Ducato Kastenwagen L3H2 Elektroantrieb 270 | 205 kW (279 PS) | 64 kWh | 358 Kilometer | 15,0 m³ | 1.358 kg | 64.260 Euro |
| Maxus eDeliver 5 Panel Van L1H | 120 kW (163 PS) | 335 Kilometer | 7,7 m³ | 1.190 kg | 38.990 Euro |
Welche Reichweite braucht ein E-Transporter wirklich?
Die benötigte Reichweite hängt stark vom individuellen Einsatzprofil ab. Für reine Stadtlogistik und Handwerksbetriebe mit festem Einsatzradius reichen oft 150 bis 200 Kilometer vollkommen aus. Studien zeigen, dass gewerbliche Transporter im Durchschnitt nur 80 bis 120 Kilometer pro Tag zurücklegen.
Anders sieht es bei regionalen Lieferdiensten oder Außendienstmitarbeitern aus. Hier sollten mindestens 250 bis 300 Kilometer Reichweite eingeplant werden, um auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder Autobahnfahrten ausreichend Puffer zu haben. Im Winter kann die Reichweite von E-Transporter durch Heizung und kalte Batterien um 20 bis 30 Prozent sinken.
Wichtig ist auch die Ladeinfrastruktur. Wer täglich zum Betriebshof zurückkehrt und dort über Nacht laden kann, kommt mit geringerer Reichweite aus. Vielfahrer ohne feste Lademöglichkeit sollten auf größere Batterien und Schnellladefähigkeit setzen. Die meisten modernen E-Transporter laden an Schnellladesäulen in 30 bis 45 Minuten auf 80 Prozent.
Für die Tourenplanung empfiehlt sich eine realistische Kalkulation. Als Faustregel gilt: Die tatsächliche Alltagsreichweite liegt etwa 20 bis 30 Prozent unter dem WLTP-Wert. Ein Transporter mit 300 Kilometer WLTP-Reichweite schafft real also eher 210 bis 240 Kilometer bei gemischter Fahrweise.
Lohnt sich ein E-Transporter wirtschaftlich?
Die Wirtschaftlichkeit eines E-Transporters hängt von mehreren Faktoren ab. Der höhere Anschaffungspreis wird durch niedrigere Betriebskosten teilweise kompensiert. Strom kostet deutlich weniger als Diesel – bei durchschnittlich 0,40 Euro pro Kilowattstunde und 25 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer ergeben sich Energiekosten von etwa 10 Euro. Ein vergleichbarer Diesel verbraucht etwa 8 Liter und kostet bei 1,70 Euro pro Liter rund 13,60 Euro.
Hinzu kommen deutlich geringere Wartungskosten. E-Transporter benötigen keine Ölwechsel, Zahnriemenwechsel oder Abgasreinigung. Experten rechnen mit 30 bis 40 Prozent niedrigeren Wartungskosten über die Lebensdauer. Auch die Bremsenverschleiß ist durch Rekuperation deutlich geringer.
Staatliche Förderungen verbessern die Rechnung zusätzlich. Die Umweltprämie für elektrische Nutzfahrzeuge beträgt bis zu 40 Prozent des Mehrpreises gegenüber einem Diesel, maximal jedoch bestimmte Obergrenzen je nach Fahrzeugklasse. Zusätzlich entfällt bis 2030 die Kfz-Steuer komplett.
Die Amortisation liegt je nach Fahrleistung bei 4 bis 7 Jahren. Betriebe mit hoher Jahreskilometerleistung (über 25.000 Kilometer) profitieren schneller. Auch die Zufahrt zu Umweltzonen und ein positives Unternehmensimage durch Nachhaltigkeit sind schwer bezifferbare Vorteile, die langfristig Wettbewerbsvorteile bringen können.
Welche Lademöglichkeiten gibt es für gewerbliche E-Transporter?
Die gängigste Lademethode ist das Laden am Betriebshof über Nacht. Eine 11-kW-Wallbox lädt einen typischen E-Transporter mit 50-kWh-Batterie in etwa 5 bis 6 Stunden vollständig auf. Für Flottenbetreiber empfiehlt sich ein Lastmanagement-System, das mehrere Fahrzeuge intelligent lädt und Stromspitzen vermeidet.
Schnellladestationen mit 50 bis 150 kW DC-Leistung ermöglichen Zwischenladungen während der Arbeitszeit. Die meisten modernen E-Transporter laden in 30 bis 45 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Dies eignet sich für Fahrer mit längeren Touren, die während der Mittagspause oder beim Kundentermin nachladen können.
Für Betriebe ohne eigene Ladeinfrastruktur gibt es öffentliche Ladenetze. Anbieter wie EnBW, Ionity oder lokale Stadtwerke betreiben Ladeparks mit mehreren Säulen. Die Kosten liegen hier allerdings höher – zwischen 0,45 und 0,79 Euro pro Kilowattstunde je nach Anbieter und Ladegeschwindigkeit.
Zukunftsweisend sind Depot-Charging-Lösungen mit Photovoltaik. Betriebe können tagsüber selbst erzeugten Solarstrom nutzen und so die Energiekosten auf unter 0,15 Euro pro Kilowattstunde senken. Förderprogramme der KfW und regionaler Energieversorger unterstützen den Aufbau solcher Systeme mit Zuschüssen von bis zu 50 Prozent der Investitionskosten.
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