Das kann der Hyundai i30 mit dem schnellen Heck

Der Hyundai i30 Fastback im Test: Daten, Bilder

Schräg statt steil: Der Hyundai i30 Fastback sticht im Einerlei der Kompaktklasse hervor. Ob er im Alltag überzeugen kann, liest Du in unserem Test.

  • Heiko Dilk
  • Veröffentlicht am 01/14/2020, 05:17 PM
Zu sehen ist der Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
Quelle: Steven Raunheimer Das Fahrwerk des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI schluckt Unebenheiten bei niedrigen Geschwindigkeiten gut, federt komfortabel und rollt ordentlich über grobe Kanten

Kompaktautos fallen meist steil ab. Jedenfalls am Heck. Fünftürer mit fast senkrechter Heckscheibe bilden den Industriestandard in der Golf-Klasse. Limousinen gelten bereits als exotisch. Das, was Hyundai „Fastback“ nennt, erst recht. Hinter dem sportlich klingenden Namen verbirgt sich eine limousinenartige Karosserie mit großer Heckklappe. Früher nannte man das Fließheck.

Wir waren zwei Wochen lang mit dem Hyundai i30 Fastback im Alltag unterwegs. Mit einem 140 PS starken Benziner, der dem „Fast“ im Modellnamen nur fast gerecht wird. Was die Fließhecklimousine sonst noch kann, liest Du in unserem ausführlichen Test. 


Ein i30 für die Rennstrecke

• Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo
• Leistung: 275 PS
• 0-100 km/h: 6,1 s | Vmax: 250 km/h


Abmessungen, Kofferraumvolumen, Platzangebot 

Damit es optisch fließt, braucht der i30 Länge. Im Vergleich zum Steilheck gönnen ihm die Designer knapp 12 Zentimeter mehr und senken die Dachlinie um drei Zentimeter. Tatsächlich sieht der Fastback subjektiv schneller aus als der normale i30. Keine Geschmackssache: Er kann mehr einladen. 450 bis 1.351 Liter gibt Hyundai an, in den kürzeren i30 passen nur 395 bis 1.301 Liter hinein. Verzurrösen helfen beim Sichern der Ladung. Kleinkram findet unter dem doppelten Boden Platz. Allerdings lässt sich der leider nur einteilig, also komplett anheben. 

Zu sehen ist der Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI in seitlicher Position
Quelle: Steven Raunheimer Der Hyundai i30 Fastback ist 12 Zentimeter länger als der normale i30. Seine Dachlinie senkten die Designer um drei Zentimeter

Und leider muss man das Gepäck im Fastback über eine ziemlich hohe Ladekante hieven. Erst dann kann es in den großflächigen Gepäckraum plumpsen. Auch in der Höhe muss man mit Einschränkungen leben. Auf der Rückbank sitzt man ordentlich, Knie und Kopf stoßen nirgendwo zu leicht an. Die Sitzposition vorne geht ebenfalls in Ordnung. Ein großes Fach mit Klappe nimmt das Smartphone und passende Anschlüsse dafür auf (AUX, USB, 12 V, kabelloses Laden), im Fach unter der Mittelarmlehne gibt es einen weiteren 12-Volt-Anschluss. 



Innenraum, Verarbeitung, Qualität, Materialien 

An der Verarbeitung gibt es wenig auszusetzen. Nichts knarzt, klappert oder wackelt. Die Oberflächen der Knöpfe und Schalter fühlen sich gut an, sehen nicht übel aus und lassen sich ordentlich bedienen. Die Drehknöpfe an Infotainment und Klimaanlage könnten etwas mehr Gewicht und eine besser definierte Rasterung vertragen, so wirken sie etwas preiswert. 

Schon kurz oberhalb der Klimaanlage wechselt der unterschäumte Kunststoff zu Hartplastik. Etwas zu früh, finden wir, aber Hyundai setzt das optisch so um, dass es kaum auffällt. Die Sitze mit Wangen aus Leder und Stoffsitzflächen wirken robust und langlebig. 

Zu sehen sind die Vordersitze des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
Quelle: Steven Raunheimer Die Vordersitze im Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI bieten guten Seitenhalt und bleiben auf langen Strecken bequem

Den insgesamt soliden Eindruck störte jedoch ein leichtes Klappern, das aus Richtung des hinteren rechten Radkastens zu kommen schien. Dem Klang nach zu urteilen eine lose Verkleidung, die irgendwo aneckt.  

Infotainment, Bedienung, Konnektivität 

Im Testwagen sitzt das große Infotainment mit 8-Zoll-Bildschirm auf dem Armaturenbrett. Die Anzeige wirkt nicht besonders brillant oder edel, die Bedienung ist aber reibungslos. Die Menüführung gelingt intuitiv. Man findet sofort, was man sucht, wo man es sucht. Der Homescreen gruppiert große und kleine Kacheln für den Direktzugriff, hier lassen sich alle Funktionen steuern. 

Bedient wird vorwiegend über den Touchscreen. Dafür ist der Bildschirm allerdings eine Spur zu weit vorn platziert. Einige Online-Funktionen gibt es. Die Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinfos klappt über Google Maps jedoch deutlich besser als über das eingebaute Navi. Zum Glück funktioniert die Kopplung über den Android-Auto-Standard tadellos (Apple CarPlay gibt es auch), sogar beim Wieder-Einstöpseln nach kurzer Pause. Damit haben viele andere Systeme ihre Probleme. 

Interessant und nicht ganz auf der Höhe der Zeit: Hyundai verzichtet auf eine eigene Sprachsteuerung. Der entsprechende Knopf am Lenkrad aktiviert die Smartphone-Steuerung, wenn das Handy gekoppelt ist. 


Audi A3 Sportback
Audi A3 Sportback

Mehr als zwei Drittel der A3-Verkäufe entfallen auf die fünftürige Sportback-Variante.


Hyundai i30: Sicherheit und Assistenzsysteme 

Hyundai baut serienmäßig eine Menge moderner Assistenten in den i30 Fastback. Der i30 hält sich selbstständig in der Spur (zuverlässig und unaufdringlich), unterstützt beim Bremsen und verzögert aus Geschwindigkeiten bis 75 km/h in Eigenregie. Außerdem warnt er unaufmerksame Fahrer und aktiviert und deaktiviert das Fernlicht von sich aus. Auch das funktioniert meist zuverlässig. Die Notbremse mit Fußgängererkennung kostet leider Aufpreis (620 Euro im Paket), die Verkehrszeichenerkennung ebenfalls (600 Euro im Paket). Die Crashtester von Euro NCAP bewerten den i30 (Steilheck) trotzdem mit fünf Sternen. Für die Fußgängersicherheit und die Assistenten vergibt die Organisation 64 bzw. 68 Prozent. 

Zu sehen ist der rechte Scheinwerfer des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
Quelle: Steven Raunheimer Das Fernlicht aktiviert und deaktiviert der Hyundai i30 Fastback im Test automatisch und dabei meistens zuverlässig

Was es nicht gibt: einen intelligenten Tempomaten, der automatisch den Abstand zum Vordermann hält. Heute ein Standard-Extra in der Kompaktklasse, doch Hyundai bietet ihn nur in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe. Unser i30 kommt allerdings mit Sechsgang-Handschaltung. Den Querverkehrswarner fürs rückwärts Ausparken gibt es, genau wie den Totwinkel-Warner, aber leider nur in höheren Ausstattungen (serienmäßig bei Premium). 

Antrieb, Motor, Getriebe, Fahrleistungen 

Im Testwagen arbeitet der 1,4-Liter-Benziner mit 140 PS. Die volle Leistung mobilisiert der 1.4 T-GDI bei 6.000 Umdrehungen, das Drehmoment-Maximum von 242 Newtonmetern steht bei 1.500 U/min zur Verfügung. Das reicht für die meisten Lebenslagen. Besonders kräftig fühlt sich der Hyundai i30 jedoch nicht an. Das liegt eher an der Abstimmung als an den Fahrleistungen. Gerade im zweiten Gang zieht der Motor keine Wurst vom Teller. Außerdem wirkt das nutzbare Drehzahlband schmal. Man muss den i30 fleißig schalten, um zügig voranzukommen. Das geht zwar leichtgängig, aber ohne viel Rückmeldung vonstatten. 

Zu sehen ist das Heck des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
Quelle: Steven Raunheimer Die Einparkhilfe mit Rückfahrkamera ist nur in höheren Ausstattungslinien des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI verfügbar

Dadurch animiert der i30 allerdings zu einer gemütlichen Fahrweise, was dem Verbrauch zugutekommt. Im Stadtverkehr mit vielen roten Ampeln (und bei kühler Temperatur) sind Werte um 7,5 Liter möglich, durchaus akzeptabel für einen Benziner in der Leistungsklasse. Auf unserer Pendelstrecke mit viel Stadt-, etwas Autobahn- (maximal 160 km/h) und Landstraßenverkehr begnügt sich der i30 mit 6,5 Litern. 



Fahrverhalten, Lenkung, Fahrwerk 

Hyundai baut ein recht schmales Lenkrad ins Auto, das eher leichtgängig agiert und nicht besonders viel Rückmeldung liefert. Für den Stadtverkehr passt das ganz gut, für sportliche Ausflüge wünscht man sich mehr Gewichtung. Gibt es leider nicht per Fahrmodus-Schalter. Außer, es steckt das Doppelkupplungsgetriebe im Auto. Dann wird auch die Schaltcharakteristik angepasst. Für den Handschalter findet Hyundai die Funktion offenbar entbehrlich. 

Der Hyundai i30 wirkt aber ohnehin nicht, als sei Sport sein Hauptzweck. Das Fahrwerk federt eher komfortabel, schluckt bei niedrigen Geschwindigkeiten Unebenheiten gut und nimmt groben Kanten die Spitze. Übertrieben verbindlich kommt es nicht daher, aber auch nicht unangenehm straff. Insgesamt gelingt Hyundai eine ausgewogene Abstimmung. 

Ausstattung, Preis und Fazit zum Hyundai i30 Fastback 

Für Hyundai bedeutet „Fastback“ auch höhere Preise und größere Motoren. Während der Hyundai i30 mit Steilheck bei 17.450 Euro startet, gibt es den i30 Fastback erst ab 22.450 Euro. Allerdings steckt dann schon der 1,0-Liter-Turbo-Benziner mit 120 PS unter der Haube, ansonsten ein 1,4-Liter-Sauger mit 100 PS. Außerdem lässt Hyundai beim Fastback die beiden niedrigsten Ausstattungen Pure und Select aus. 

Zu sehen ist die Fornt des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
Quelle: Steven Raunheimer Unter der Motorhaube des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI sitzt ein 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 140 PS

Mit Trend geht es los. Dann mit den erwähnten Sicherheitsassistenten, Einparkhilfe hinten, Tempomaten, allen Ablagen und Fächern im Innenraum, Radio mit USB-Anschluss und Freisprecheinrichtung (und leider noch ohne Apple CarPlay und Android Auto), Klimaanlage, Lenkradheizung und Sitzheizung. 

Unser Testwagen Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI kostet in der Basis 23.350 Euro, als Premium mit fast allem 27.870 Euro. Durchaus eine Empfehlung: Für den moderaten Aufpreis gibt es beinahe alles, was man sich wünscht. Fehlt noch das Navigationspaket für moderate 600 Euro, dann stünde der i30 Fastback voll ausgestattet auf dem Hof. Bei der Konkurrenz, vor allem aus Deutschland, zahlt man für Fahrzeuge mit diesem Ausstattungsniveau meist mehr. Ein richtiges Schnäppchen ist der Hyundai deswegen zwar nicht, aber ein gutes Angebot. Und die Karosserieform „Fastback“ gibt es sonst nirgends. 

Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI: Technische Daten

Modell Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI 
Motor 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner 
Leistung 140 PS/103 kW b. 6.000 U/min 
Drehmoment 242 Nm b. 1.500 U/min 
Antrieb Sechsgang-Handschaltung, Frontantrieb 
0-100 km/h9,1 s
Geschwindigkeit 210 km/h 
Verbrauch 5,9 l/100 km 
CO2-Ausstoß 134 g/km 
Länge  4.455 mm 
Breite 1.795 mm 
Höhe 1.425 mm 
Radstand 2.650 mm 
Gewicht 1.330-1.484 kg 
Kofferraumvolumen 450-1.351 l 
Preis Hyundai i30 Fastback (Basis) 22.450 Euro 
Preis Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI 23.350 Euro 

Der Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI in Bildern

  • Zu sehen ist die Fornt des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Unter der Motorhaube des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI sitzt ein 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 140 PS
  • Zu sehen ist der rechte Scheinwerfer des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Das Fernlicht aktiviert und deaktiviert der Hyundai i30 Fastback im Test automatisch und dabei meistens zuverlässig
  • Zu sehen ist der Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Das Fahrwerk des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI schluckt Unebenheiten bei niedrigen Geschwindigkeiten gut, federt komfortabel und rollt ordentlich über grobe Kanten
  • Zu sehen ist der Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI in seitlicher Position
    Quelle: Steven Raunheimer Der Hyundai i30 Fastback ist 12 Zentimeter länger als der normale i30. Seine Dachlinie senkten die Designer um drei Zentimeter
  • Zu sehen ist der Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Ungewöhnlich in der Kompaktklasse: Die limousinenartige Karosserie mit großer Heckklappe des Hyundai i30 Fastback
  • Zu sehen ist das Heck des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Die Einparkhilfe mit Rückfahrkamera ist nur in höheren Ausstattungslinien des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI verfügbar
  • Zu sehen ist der Kofferraum des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Bei umgeklappter Rückbank erreicht der Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI ein Kofferraumvolumen von 1.351 Litern
  • Zu sehen ist der Kofferraum des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Bei aufrecht stehender Rückbank kann der Hyundai i30 Fastback 450 Liter Gepäck in den Kofferraum laden
  • Zu sehen ist das Cockpit des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Die Verarbeitung der Materialen im Innenraum des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI ist gut gelungen. Nichts knarzt, klappert oder wackelt
  • Zu sehen ist das Lenkrad und das Infotainmentsystem des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Das recht dünne Lenkrad des Hyundai i30 Fastback dreht leichtgängig und liefert wenig Rückmeldung
  • Zu sehen ist das Infotainmentsystem des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Das 8 Zoll große Infotainment-Display im Innenraum des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI (Testwagen) ist gegen Aufpreis verfügbar. Die Menüführung gelingt intuitiv
  • Zu sehen sind die Vordersitze des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Die Vordersitze im Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI bieten guten Seitenhalt und bleiben auf langen Strecken bequem
  • Zu sehen ist die Rückbank des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Auf der Rückbank des Hyundai i30 ist viel Platz für Kopf und Knie. Erwachsene sitzen hinten bequem
  • Zu sehen ist der Bordcomputer des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Der Bordcomputer des Hyundai i30 Fastback liefert alle nötigen Informationen. Tachometer und Drehzahlmesser zeigen noch klassisch analog an
  • Zu sehen ist der Schaltknauf des Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI
    Quelle: Steven Raunheimer Im Hyundai i30 Fastback 1.4 T-GDI sortiert man die Gänge serienmäßig per Sechsgang-Handschaltung