Was ist besser: Auto kaufen oder leasen?
Was ist besser: ein Auto kaufen oder leasen? Hier erfährst du, was die Vor- und Nachteile beider Finanzierungsmodelle sind. Inklusive Beispielrechnung.
Das Wichtigste im Überblick
- Kauf oder Leasing – es gibt unterschiedliche Wege zum Traumauto.
- Ob Kaufen oder Leasen besser ist, hängt von den individuellen Umständen ab.
- Leasing ist ideal für Personen, die finanzielle Planbarkeit schätzen. Ein Kauf sorgt vor allem für Unabhängigkeit.
Auto kaufen oder leasen: Vor- und Nachteile
Ein Autokauf kann eine kostspielige Angelegenheit sein: Der durchschnittliche Preis für einen Neuwagen lag im Jahr 2024 in Deutschland bei 43.530 Euro. Ein Gebrauchtwagen kostete auf dem Gesamtmarkt im Durchschnitt 18.600 Euro.
Ein alternativer Weg zum Fahrzeug ist das Leasing von Gebrauchtwagen oder Neuwagen. Doch zwischen Kauf und Leasing gibt es wesentliche Unterschiede. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile.
Egal ob Neuwagen oder junger Gebrauchter – mit mobile.de Leasing erfährst du, was dir gefällt. Immer passend zu deinem Budget
Vorteile und Nachteile vom Autokauf
Vorteile
- Das Auto gehört dir.
- Du hast keine Einschränkungen bei der Nutzung.
- Du kannst die Versicherung frei wählen.
- Du kannst das Auto verkaufen.
- Du hast geringere monatliche Kosten nach der Tilgung der Kaufsumme.
Nachteile
- Die Anfangsinvestition ist hoch.
- Du bindest dich langfristig und bist weniger flexibel.
- Oft sind nur ältere Fahrzeuge erschwinglich.
- Durch unerwartete Reparaturen hast du keine Planungssicherheit.
- Beim Verkauf des Fahrzeugs musst du mit einem Wertverlust rechnen.
Fazit: Für wen lohnt sich der Autokauf?
Ein Autokauf kann sich in vielen verschiedenen Fällen lohnen. Häufig sind diese Gründe:
- Du hast vor, das Auto langfristig zu nutzen.
- Du möchtest das Fahrzeug nach deinen Vorstellungen verändern oder anpassen. Anders als beim Leasing gibt es – im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben – keine Einschränkungen.
- Du fährst sehr viel. Bei einem eigenen Fahrzeug gibt es keine Kilometerbeschränkungen, wie sie bei Leasingverträgen oft üblich sind.
- Du bist gern finanziell unabhängig. Nach vollständiger Bezahlung fallen keine monatlichen Raten mehr an und die laufenden Kosten sind niedriger.
Übrigens: Hast du den Kaufpreis parat, zahlt sich das oft aus. Viele Händler bieten einen Barzahlerrabatt an, wenn du keine Autofinanzierung nutzt, sondern die Kaufsumme auf einmal begleichst.
Vorteile und Nachteile vom Leasing
Vorteile
- Du zahlst keine oder nur eine geringe Anzahlung.
- Du hast planbare Kosten mit monatlichen Raten.
- Kurze Vertragslaufzeiten bieten dir eine hohe Flexibilität.
- Du fährst neuwertige Fahrzeuge mit moderner Ausstattung ohne Wiederverkaufsstress.
- Beim Kilometerleasing entstehen keine unerwarteten Risiken durch Wertverlust.
Nachteile
- Das Fahrzeug bleibt Eigentum der Leasinggesellschaft.
- Die Nutzung ist durch den Vertrag gegebenenfalls eingeschränkt.
- Du kannst den Versicherungsumfang nicht frei wählen.
- Eventuell erwarten dich Nachzahlungen nach Vertragsende.
- Meist ist es nicht möglich, vorzeitig zu kündigen.
Wer zahlt beim Leasing die Reparaturen?
Für Unterhaltskosten, Kfz-Versicherung, Steuern und Reparaturen musst du beim Kauf und Leasing selbst aufkommen. Tipp: Einige Leasinganbieter bieten Full-Service-Verträge an. Bei denen sind die Kosten für Werkstattbesuche in die Raten integriert.
Fazit: Für wen lohnt sich Leasing?
In vielen Fällen ist Leasing der sinnvollere Weg zum Auto. Diese Gründe sprechen z. B. für ein Leasingfahrzeug:
- Du willst oder kannst keine hohe Anfangsinvestition erbringen. Im Gegensatz zum Kauf fällt beim Leasing keine oder nur eine geringe Anzahlung an. Leasingnehmer zahlen lediglich die festgelegte monatliche Rate.
- Du möchtest keine unerwarteten Kosten. Sind Wartung und Reparaturen im Leasingvertrag integriert, sind die Ausgaben für das Fahrzeug besonders gut planbar.
- Du fährst gern neue Fahrzeuge mit aktueller Ausstattung und modernen Sicherheitsfeatures, möchtest dich aber nicht um den Wiederverkauf oder Wertverlust sorgen.
- Du bist selbstständig/Geschäftsmann oder- frau. Dann ist Gewerbeleasing auch steuerlich attraktiv: Du kannst die Raten und die mit dem Auto verbundenen Kosten als Betriebsausgaben absetzen. Zudem ist die private Nutzung bei Elektroautos mit der 0,25-Prozent-Versteuerung attraktiv.
Leasing ist eine gute Option für alle, die eine klare Kostenkontrolle bevorzugen.
Wie beliebt ist Leasing in Deutschland?
Fast die Hälfte aller Pkw in Deutschland sind inzwischen geleast: 2024 lag der Anteil von Leasingfahrzeugen bei 48,4 Prozent aller Neuzulassungen.
Die meisten Leasingfahrzeuge werden von Unternehmen genutzt, aber auch Privatleasing wird immer beliebter. Besonders häufig ist das Leasing von Elektroautos, weil deren technische Weiterentwicklung sehr rasant verläuft.
Was ist günstiger: Leasing oder Kauf?
Wir rechnen das einmal durch. Als Beispiel dient ein Fahrzeug mit einem Neuwert von 20.000 Euro und einer Vertragslaufzeit von 36 Monaten – sowohl beim Leasing als auch beim Kauf.
1. Beispielrechnung für einen Autokauf mit Kredit
Dieses Beispiel für einen Autokredit geht von einem effektiven Jahreszins von 5,67 Prozent aus. Zudem basiert es auf einer gleichbleibenden monatlichen Rate (Annuitätendarlehen), die sich aus Zinsen und Tilgung zusammensetzt.
Während der Vertragslaufzeit sinkt der monatlich gezahlte Zinsanteil und der Anteil der Tilgung steigt.
- Zinszahlung im 1. Jahr: 972,12 Euro
- Zinszahlung im 2. Jahr: 605,87 Euro
- Zinszahlung im 3. Jahr: 218,31 Euro
Gesamtzinssatz: 1.796,30 Euro
Kaufpreis zzgl. Zinsen: 20.000 Euro (Neuwert) + 1.796,30 Euro (Gesamtzinssatz) = 21.796,30 Euro
Monatliche Rate: Kaufpreis zzgl. Zinsen (21.796,30 Euro) / 36 Monate (Vertragslaufzeit) = 605,45 Euro monatlich
Diese Vergleichsrechnung geht davon aus, dass das Auto nach drei Jahren einen Restwert von 12.000 Euro hat. Es gehört nun dem ehemaligen Kreditnehmer.
Kann er das Kfz nach der Vertragslaufzeit zu diesem Preis verkaufen, hat er einen Gesamtaufwand von 9.796,30 Euro (21.796,30 Euro Gesamtfinanzierung - 12.000 Euro Restwert). Das entspricht bei 36 Monaten 272,12 Euro monatlich.
Egal ob Neuwagen oder junger Gebrauchter – mit mobile.de Leasing erfährst du, was dir gefällt. Immer passend zu deinem Budget
2. Beispielrechnung für ein Leasing
Auch dieses Beispiel basiert auf einem Zinssatz von 5,67 Prozent. Die monatliche Rate setzt sich beim Leasing aus zwei Faktoren zusammen:
- Monatliche Amortisation (Tilgung des Kredits)
20.000 Euro (Neuwert) - 12.000 Euro (angenommener Restwert) ∕ 36 Monate (Vertragslaufzeit) = 222,22 Euro - Monatliche Zinsen
Der monatliche Zins geht vom Mittelwert aus Neu- und Restwert aus:
20.000 Euro (Neuwert) + 12.000 Euro (Restwert) ∕ 2 = 16.000 Euro
Mittelwert x Zinssatz (0,0567) / 12 (Monate in einem Jahr): 16.000 Euro × 0,0567 (Zinssatz) ∕ 12 Monate = 75,60 Euro
Monatliche Leasingrate = Amortisation + Zinsen:
222,22 Euro (monatliche Amortisation) + 75,60 Euro (monatlicher Zins) = 297,82 Euro
Somit beträgt die Leasingrate 297,82 Euro monatlich. Nach einer Laufzeit von 36 Monaten hat der Leasingnehmer einen Gesamtaufwand von 10.721,52 Euro.
Gesamtaufwand beim Leasing und Kauf
Der Gesamtaufwand liegt beim Leasing bei 10.721,52 Euro. Beim Kauf wurden insgesamt 21.796,30 Euro bezahlt. Das Leasing erscheint somit erst einmal günstiger.
Allerdings gibt der Leasingnehmer das Fahrzeug nach den drei Jahren an den Händler zurück. Beim Kauf ist das Auto nach der Finanzierung das Eigentum des Käufers. Die Tabelle zeigt, wie sich das auswirkt.
| Gezahlte Summe | Wert im Eigentum des Käufers/Leasingnehmers nach Laufzeitende | Gesamtaufwand (Gezahlte Summe - Wert im Eigentum) | |
|---|---|---|---|
| Kauf | 21.796,30 Euro | 12.000 Euro | 9.796,30 Euro |
| Leasing | 10.721,52 Euro | 0 Euro | 10.721,52 Euro |
Unter dem Strich kann ein Autokauf somit günstiger sein als ein geleastes Fahrzeug.
Es lohnt sich allerdings unbedingt, verschiedene Angebote zu vergleichen, einmal durchzurechnen oder durchrechnen zu lassen. Durch die vielen Variablen in den Rechnungen und sehr attraktive Leasingangebote kann sehr häufig auch Leasing die günstigere Wahl sein.
Kilometerleasing oder Restwertleasing: Was passt besser zu mir?
Hast du dich gegen den Kauf und für das Leasing eines Fahrzeugs entschieden, hast du die Wahl: Welches Leasingmodell soll es sein? Diese beiden stehen in der Regel zur Wahl:
- Kilometerleasing
Beim Kilometerleasing schätzt du als Leasingnehmer vorab die Kilometeranzahl, die du mit deinem Fahrzeug während der Vertragslaufzeit voraussichtlich zurücklegen wirst. Bei Mehrkilometern musst du in der Regel nachzahlen. Fährst du hingegen weniger, erhältst du in der Regel Geld zurück. - Restwertleasing
Beim Restwertleasing schätzt der Leasinggeber ein, welchen Wertverlust des Fahrzeugs er während der Vertragslaufzeit erwartet. Je höher der erwartete Restwert ist, umso niedriger ist die Rate.
Fazit
Kannst du deine jährliche Fahrleistung gut planen, ist Kilometerleasing ideal.
Restwertleasing eignet sich eher für Personen, die schwer abschätzen können, wie viel sie jährlich fahren. Hier sind häufig niedrige monatliche Rate möglich. Es ist allerdings Vorsicht geboten: Liegt der tatsächliche Restwert zum Leasingende unter dem bei Vertragsabschluss angenommenen Wert, musst du nachzahlen.
Weitere Informationen zu den Vor- und Nachteilen beider Leasingarten findest du in diesem Artikel: