Lada geht und nimmt einen cleveren Kompakten mit

Auslaufmodell des Tages: Lada Vesta (2017-2020)

Lada verschwindet 2020 vom Markt. Das berühmteste Modell bleibt, indirekt. Das praktischste Auto geht: So wenig kostet der kompakte Vesta knapp vor dem Ende.

  • Sven Förster
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  • Veröffentlicht am 01/04/2020, 9:00 AM
Zu sehen ist der Lada Vesta SW Cross, stehend
Quelle: Lada Der Lada Vesta SW Cross gilt als Gelände-Version zum regulären Modell

Wir sagen „Do svidaniya, Lada!“. Auf Wiedersehen, clevere Alternative im Niedrigpreis-Segment. Marken-Eigentümer Renault-Nissan zieht den russischen Hersteller Anfang 2020 vom mittel- und westeuropäischen Markt ab. In Deutschland reduziert Lada das Angebot zuletzt auf zwei Modelle: Der legendäre Offroader 4x4 (besser bekannt als Niva oder Taiga) dürfte uns über Importeure erhalten bleiben. De facto verschwindet damit lediglich der Lada Vesta in absehbarer Zeit vom Neuwagen-Markt. Schade, denn der relativ frische Kompakte hat seine Vorzüge. Einer davon hängt mit dem Abschied zusammen: Vor dem nahenden Ende finden sich auf mobile.de viele preiswerte Angebote zu Tageszulassungen und jungen Gebrauchten mit solider Ausstattung. Was die kompakten Limousinen und Kombis im Detail können? Das klären wir hier. Der Lada Vesta ist unser Auslaufmodell des Tages.


Dacia Lodgy in der Seitenansicht, stehend
Viel Platz für wenig Geld

An Platz mangelt es im Dacia Lodgy nicht. Der Van lädt entweder bis zu 2.617 Liter ein, oder transportiert mit dritter Sitzreihe bis zu sieben Passagiere.


Der Lada Vesta passt zu Dir, wenn …

… Du einen preiswerten und alternativen Zugang zur Golf-Klasse suchst. Das 4,41 Meter lange Modell zählt mit Basispreisen unter 13.000 Euro zu den günstigsten Modellen in der Kompaktklasse. Auf dem Heimatmarkt ist der Vesta erfolgreicher als Volkswagens Kernmodell. Und eines der meistverkauften Modelle überhaupt. Russische Käufer wählen mehrheitlich die Anfang 2017 gelaunchte Limousine. Hierzulande haben es kompakte Stufenheck-Modelle schwer. Außerdem gerät der Vesta in den 2018 eingeführten Kombi-Versionen schlicht praktischer.

Zu sehen ist der Lada Vesta SW
Quelle: Lada Unter der Motorhaube des Lada Vesta SW arbeitet ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 106 PS

Alle Vesta kommen mit hübschem Interieur, gemessen am moderaten Einstiegspreis. Höhere Ausstattungsvarianten verfügen über ein Infotainment-Display und farbige Akzente im Innenraum. Dacia richtet den Kompakt-Kombi Logan MCV jedenfalls trister ein. Zugegeben, die Positionierung am unteren Ende des C-Segments lässt sich ertasten – vieles, das nach schickem Alu aussieht, ist Kunststoff. Außerdem sind die Sitze mäßig unterfüttert und bieten überschaubaren Seitenhalt. Doch die haptischen Unterschiede zur gewohnten Kompakt-Ware bleiben im Rahmen. Konkret: Man muss sich vor Freunden und Bekannten nicht schämen, wenn man sie im Vesta chauffiert.



Karosserien und Motoren: Vesta Limo, SW und SW Cross

Nur echt mit dem X an der Flanke: Die Kanten und Sicken an der Seite des Vesta fallen auf. Davon abgesehen unterlässt Lada Design-Spielereien. Bei der Limousine offerieren die Russen keine optischen Gestaltungsmöglichkeiten, eine schärfer gestaltete Sport-Version ist den Märkten im Osten vorbehalten. Beim Kombi besteht die Wahl zwischen zwei Varianten: Neben dem regulären Vesta SW (für Station Wagon) bietet Lada den Vesta SW Cross. Der ist innerhalb der Vesta-Modellreihe das, was Allroad bei Audi bedeutet. Also die Gelände-Version zum regulären Modell. Mit Plastik-Planken und angedeutetem Unterfahrschutz streckt sich der Kompakte dann in Richtung SUV. Bei Spurbreite und Höhe legt der SW Cross geringfügig zu, echte technische Kletter-Hilfen erhält das Modell nicht.

Für den Gepäckraum der beiden Kombis bietet Lada ein durchdachtes Schachtelsystem. Unterhalb des 480 Liter großen Gepäckraumes stecken dann herausnehmbare Styroporkisten mit Fächern. Das klingt mäßig glamourös, ist aber hoch praktikabel. Denn die Boxen lassen sich in jeder (halbwegs plausiblen) Position und Reihenfolge zusammenfügen und in die Führungs-Schienen hängen.

Zu sehen ist der Lada Vesta SW Cross
Quelle: Lada Der Lada Vesta SW Cross ist minimal breiter und höher als der Lada Vesta SW

Im Vesta-Motorraum steckt in Deutschland immer das gleiche Aggregat: ein 1,6 Liter großer Vierzylinder. Der Saugmotor liefert 106 PS bei 5.800 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment von 148 Nm liegt bei 4.200 Touren an. Es handelt sich um einen Saugrohr-Einspritzer. Der Lada erfüllt die Abgasnorm Euro 6 d-TEMP ohne Partikelfilter.

Angeschlossen ist ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Wahlweise bietet Lada eine automatisierte Variante davon – hier nehmen Stellmotoren dem Fahrer die Arbeit an Kupplung und Schalthebel ab. Angetrieben werden stets nur die Vorderräder. Wer einen Allrad-Lada will, muss eben Niva (bzw. Taiga oder 4x4) fahren.


VW Touran in der Ansicht von vorne-rechts, fahrend
Wächst die Familie, muss was Größeres her

Ein gutes Familienauto muss bequem sein und viel Platz bieten. Dafür eignen sich Kombis und Vans hervorragend.


Marktlage: Neuwagen, Tageszulassungen und junge Gebrauchte

Der Unterschied zwischen Lada und Dacia? Die Russen verzichten in Deutschland auf nackte Basis-Modelle. Ein Multifunktionslenkrad, Parksensoren und Sitzheizung vorn sind im Einstiegspreis für Vesta Limousine (laut Liste ab 12.490 Euro), Vesta SW (Liste ab 13.490 Euro) und Vesta SW Cross (Liste ab 16.590 Euro) bereits enthalten. In Voll-Ausstattung bleiben die Modelle als Neuwagen unter der 20.000-Euro-Grenze. Allzu weit geht der mögliche Umfang über Navigationssystem, Rückfahrkamera, Mittelarmlehnen und Sitzheizung für die hintere Reihe allerdings nicht hinaus.

Das alles ist Bestandteil der zweiten (und höchsten) Ausstattungslinie „Luxus“. Auf mobile.de staubt man diese gut ausgestatteten Vesta aktuell recht günstig ab. Tageszulassungen starten im Bereich von rund 15.000 Euro. In Standard-Ausführung erhält man Modelle für etwas weniger als 10.000 Euro. Die Limousine ist tendenziell günstiger und unter den Tageszulassungs-Angeboten in der Überzahl.



Unter den Gebrauchten finden sich mehr Vesta mit Kombi-Heck. Klar, die Rucksack-Variante mit und ohne Offroad-Zitate ist auf dem deutschen Markt beliebter. Fahrbereite SW und SW Cross mit gültiger HU erhält man für etwas weniger als 13.000 Euro. Gebrauchte Vesta Limousinen werden auf mobile.de ab gut 8.000 Euro offeriert. Wohlgemerkt: Um junge Gebrauchte handelt es sich in jedem Fall. Auf den Tag genau terminiert der russische Hersteller den Westeuropa-Ausstieg noch nicht. Sein vierjähriges Markt-Jubiläum wird der exotische Logan-Konkurrent in Deutschland in keinem Fall erleben. Irgendwie schade um diese praktische und bodenständige Kompakt-Alternative aus dem Osten.

Lada Vesta SW (seit 2018): Technische Daten

Modell Lada Vesta SW
Motor 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner
Leistung 106 PS bei 5.800 U/min
Max. Drehmoment 148 Nm bei 4.200 U/min
Getriebe Manuelles Fünfgang-Getriebe, optional automatisiertes Fünfgang-Getriebe
0-100 km/h 12,4 s
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch laut Hersteller 6,9 l
CO2-Ausstoß 157 g/km
Länge 4.410 mm
Breite 1.764 mm
Höhe 1.478 mm
Leergewicht 1.230 kg
Kofferraum 480 l mit aufrechten hinteren Sitzen

Lada Vesta Limousine, SW und SW Cross in Bildern

  • Zu sehen ist die Lada Vesta Limousine, stehend
    Quelle: Lada Die Sportversion der Lada Vesta Limousine ist den östlichen Märkten vorbehalten
  • Zu sehen ist ein Cockpit der Lada Vesta Limousine
    Quelle: Lada Kunstoffelemente mit Alu-Optik schmücken die Innenräume der Lada Vesta Modelle
  • Zu sehen ist ein Lenkrad der Lada Vesta Limousine
    Quelle: Lada Ein Multifunktionslenkrad, Parksensoren und Sitzheizung gibt es bei den drei Varianten serienmäßig
  • Zu sehen ist der Innenraum der Lada Vesta Limousine
    Quelle: Lada Die Sitze der Lada Vesta Modelle sind mäßig unterfüttert und bieten überschaubaren Seitenhalt
  • Zu sehen ist der Lada Vesta SW
    Quelle: Lada Unter der Motorhaube des Lada Vesta SW arbeitet ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 106 PS
  • Zu sehen ist der Lada Vesta SW von hinten
    Quelle: Lada Alle Variationen des Lada Vesta erfüllen die Abgasnorm Euro 6 d-Temp
  • Zu sehen ist das Cockpit des Lada Vesta SW
    Quelle: Lada Ein Infotainment-Display und farbige Akzente im Innenraum sind gegen Aufpreis verfügbar
  • Zu sehen ist die Rückbank des Lada Vesta SW
    Quelle: Lada Das Platzangebot auf der Rückbank des Lada Vesta SW Cross ist für Kleinfamilien ausreichend
  • Zu sehen ist der Lada Vesta SW Cross, fahrend
    Quelle: Lada Der Lada Vesta in der Außenlackierung ‚Karneol‘
  • Zu sehen ist der Lada Vesta SW Cross, stehend
    Quelle: Lada Der Lada Vesta SW Cross gilt als Gelände-Version zum regulären Modell
  • Zu sehen ist der Lada Vesta SW Cross, fahrend von hinten
    Quelle: Lada Auffällige Kanten und Sicken zieren die Fahrzeugseite der Lada Vesta Modelle
  • Zu sehen ist der Lada Vesta SW Cross in seitlicher Position
    Quelle: Lada 2020 verschwinden die beliebten Lada Vesta Modelle vom Markt. Was bleibt sind solide Gebrauchtwagen
  • Zu sehen ist der Lada Vesta SW Cross
    Quelle: Lada Der Lada Vesta SW Cross ist minimal breiter und höher als der Lada Vesta SW
  • Zu sehen ist der Kofferraum des Lada Vesta SW Cross
    Quelle: Lada Die Lada Vesta Kombi Modelle SW und SW Cross verfügen über ein außergewöhnliches Kofferraumsystem