Design und Positionierung
Der Xpeng P7 wird seit 2024 als vollelektrische Limousine der oberen Mittelklasse in Deutschland angeboten. Die flache, coupéartige Silhouette, knapp 4.890 mm Länge und der kurze Heckabschluss verleihen dem Modell ein sportlich wirkendes Profil. Im Markenportfolio liegt der P7 unterhalb der SUV G6 und G9, übernimmt aber viel der dort eingesetzten Technik. Die in Deutschland verkaufte Ausführung basiert auf der seit 2020 gebauten ersten Generation in überarbeiteter Form mit angepasster Leistung und modernisierten Assistenzsystemen. In China existiert bereits eine nachfolgende Generation mit 800 Volt Technik und großer Heckklappe, in Europa steht jedoch der Xpeng P7 der ersten Baureihe im Mittelpunkt.
Innenraum und Kofferraum
Vorn bietet der P7 viel Bein- und Schulterfreiheit, die tief montierten Sitze unterstreichen den sportlichen Charakter. Im Fond reicht die Kopffreiheit bis etwa 1,85 Meter Körpergröße, größere Passagiere stoßen schneller an Grenzen. Der Kofferraum fasst laut Hersteller 440 Liter, eine praxisnahe Messung ergab 390 Liter. Mit umgeklappten Rückenlehnen stehen bis zu 770 Liter zur Verfügung. Die geteilten Lehnen lassen sich umklappen, ihre Neigung bleibt jedoch unverstellbar, was die Variabilität einschränkt. Mit gut 420 kg fällt die Zuladung für eine voll besetzte Limousine mit Reisegepäck eher knapp aus. Die Materialqualität wirkt solide, erreicht beim Feinschliff jedoch nicht ganz das Niveau etablierter Premiumanbieter.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Xpeng P7 tritt als Hinterrad- und Allradmodell an und deckt damit ein Spektrum von effizienten bis sehr leistungsstarken Varianten ab. In der Allradversion arbeiten zwei Elektromotoren mit 348 kW (473 PS) und 757 Nm. Die Limousine beschleunigt damit in gut 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Die nutzbare Batteriekapazität von rund 83 kWh erlaubt je nach Fahrprofil Reichweiten um 450 Kilometer, bei zurückhaltendem Tempo auch etwas mehr. An Schnellladesäulen erreicht das 400 Volt System Ladeleistungen von deutlich über 170 kW, in etwa 20 Minuten fließt Energie für eine Autobahnetappe von mehr als 250 Kilometern. Das straff abgestimmte Fahrwerk sorgt für stabilen Geradeauslauf, im Grenzbereich neigt der P7 eher zum Übersteuern. Die Lenkung vermittelt wenig Rückmeldung, der Bremsdruckpunkt wirkt nicht immer klar definiert.
Assistenzsysteme und Bedienung
Bei der Sicherheitsausstattung orientiert sich der P7 an der oberen Mittelklasse. Notbrems- und Spurführungsassistent, Toter-Winkel-Warner und automatischer Spurwechsel sollen teilautomatisierte Fahrfunktionen ermöglichen. In der Praxis arbeiten der adaptive Tempomat und die Spurhaltung jedoch häufig zögerlich, halten große Abstände und reagieren beim Wiederbeschleunigen verspätet. Die Erkennung von Tempolimits liegt nicht immer richtig und erzeugt viele Hinweise, was eher irritiert. Das Bedienkonzept setzt stark auf Software statt Tasten. Ein großes Zentraldisplay steuert nahezu alle Funktionen, einschließlich Licht und Klimatisierung. Einfache Handgriffe wie das Zuschalten des Nebellichts führen dadurch über mehrere Menüs. Die grafische Darstellung wirkt flüssig, kleinere Übersetzungsfehler und der weit vom Fahrer entfernte Bildschirm verschlechtern die Ergonomie. Ein Head-up-Display steht nicht zur Verfügung und erschwert die Blickführung.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag fährt der Xpeng P7 leise, die Geräuschdämmung arbeitet wirkungsvoll und der Federungskomfort reicht für lange Etappen aus, auch wenn Querfugen je nach Bereifung deutlich spürbar bleiben. Mit gut 1.900 mm Breite und knapp 4.890 mm Länge verlangt die Limousine beim Parken etwas Eingewöhnung, der Wendekreis bleibt für diese Fahrzeugklasse unauffällig. Positiv wirkt die Kombination aus hoher Reichweite, schneller Gleichstromladung und langer Garantie, die den Betrieb kalkulierbar macht. Dem stehen unausgereifte Assistenzfunktionen, eine stark menülastige Bedienung und die eingeschränkte Kopffreiheit im Fond gegenüber. Insgesamt zeigt sich der Xpeng P7 als leistungsfähige Elektro-Limousine der oberen Mittelklasse mit gutem Verhältnis von Preis zu Performance, die bei Bedienung, Assistenzabstimmung und Raumangebot im Fond spürbare Kompromisse verlangt.