Konzept und Positionierung
Der VW T7 Multivan (seit 2021, Typ ST) löst den auf Transportertechnik basierenden T6 Multivan ab und basiert nun auf dem Modularen Querbaukasten MQB. Dadurch rückt er technisch näher an Golf und Passat und entwickelt sich vom Nutzfahrzeug zu einem familienorientierten Van. Im Modellprogramm steht der Multivan oberhalb kompakter Vans und unterhalb großer Reisemobile. Er spricht Familien mit hohem Platzbedarf, gewerbliche Shuttle-Dienste und Freizeitnutzer an, die mehr Komfort und Sicherheit als in klassischen Kleinbussen wünschen.
Design und Aerodynamik
Optisch orientiert sich der T7 an der Designsprache der Marke, wirkt mit klaren Flächen und großem Glasanteil aber eigenständig. Gegenüber dem Vorgänger sank der cw-Wert auf 0,30, die Karosserie fiel um rund fünf Zentimeter flacher aus, der Schwerpunkt liegt niedriger. Das reduziert Luftwiderstand und CO2-Ausstoß und stabilisiert das Fahrverhalten bei höheren Geschwindigkeiten. Große Schiebetüren erleichtern den Einstieg auf engem Raum, die Langversion streckt den hinteren Überhang und schafft zusätzlichen Laderaum.
Innenraum und Variabilität
Im Cockpit erinnert der Multivan stark an den Golf. Digitales Kombiinstrument, Touchscreen und ein kleiner Wählhebel auf dem Armaturenbrett prägen das Bild. Die Bedienung wirkt modern, erfordert durch die vielen Touchflächen aber etwas Eingewöhnung. Im Fond sitzen die Passagiere auf einzelnen, vergleichsweise leichten Sitzen, die sich längs verschieben, drehen oder ausbauen lassen und teilweise eine Sitzheizung bieten. Klimakanäle, Beleuchtung und Airbags sitzen in den Dachrändern, sodass trotz niedrigerer Dachlinie eine angenehme Kopffreiheit entsteht. Der Kofferraum fasst in der Standardlänge je nach Bestuhlung zwischen 469 und 3672 Liter, die längere Version kommt auf bis zu 4005 Liter Kofferraum-Volumen und eignet sich damit für Urlaubsfahrten ebenso wie für den gewerblichen Shuttle-Einsatz.
Antriebe und Fahrverhalten
Die Motorenpalette reicht vom aufgeladenen Benziner über einen auf Langstrecken ausgelegten Diesel bis zum Plug-in-Hybrid mit alltagstauglicher elektrischer Reichweite. Plug-in-Varianten fahren innerorts oft lokal emissionsfrei und wirken durch den elektrischen Schub harmonisch. Der 1,5 eHybrid 4Motion nutzt einen elektrischen Hinterachs-Antrieb, der die Traktion auf nasser Fahrbahn und im Winter verbessert. Eine Mehrlenker-Hinterachse und die elektromechanische Servolenkung verleihen dem Van für seine Größe ein sicheres, eher komfortorientiertes Fahrgefühl. Das zusätzliche Gewicht der Hybridtechnik macht sich beim Bremsen und im Verbrauch auf der Autobahn bemerkbar.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag bietet der Multivan variable Sitzlösungen, viel Stauraum und zahlreiche Assistenzsysteme. Die großen Außenmaße erschweren Parkmanöver in Parkhäusern und engen Innenstädten, sorgen aber für viel Platz und gute Übersicht. Schwächen liegen im stark touchbasierten Bedienkonzept und in den Preisen, die je nach Motorisierung und Ausstattung in den oberen Mittelklassesektor reichen. Gegenüber dem Vorgänger steigt der Komfort, die Effizienz und die Sicherheitsausstattung, während die robuste Einfachheit früherer Bus-Generationen etwas zurücktritt. Insgesamt präsentiert sich der VW T7 Multivan als geräumiger, variabler und technisch moderner Van, der sich besonders für Familien und Shuttle-Dienste eignet.