Design und Konzept
Der Volkswagen Caddy (SB) der seit 2020 gebauten fünften Generation nutzt den modularen Querbaukasten MQB evo aus dem Kompaktwagensegment und wirkt deutlich mehr wie ein Personenwagen als sein kantiger Vorgänger. Statt der blattgefederten Hinterachse des Vorgängers arbeitet nun eine Verbundlenkerachse, die den Fahrkomfort sichtbar steigert. Die Front orientiert sich optisch am Golf, während das hohe Dach und die großen Schiebetüren die Nähe zum Nutzfahrzeug zeigen.
Zwei Längenvarianten decken das Spektrum vom Familienvan bis zum Handwerkerfahrzeug ab. Ergänzend stehen der verglaste Flexible, der reine Cargo und der als kompaktes Wohnmobil ausgelegte California bereit. Technischer Zwilling ist der Ford Tourneo Connect. Im Wettbewerbsumfeld treten vor allem Opel Combo, Citroën Berlingo, Peugeot Rifter, Toyota ProAce City und Renault Kangoo an.
Innenraum und Variabilität
Im Innenraum bietet der Volkswagen Caddy (SB) vorn viel Platz, eine aufrechte Sitzposition und gute Übersicht. Die kurze Karosserie wuchs gegenüber dem Vorgänger um rund zehn Zentimeter und misst etwa 4.500 mm. Der Zugewinn kommt vor allem dem Kofferraum zugute. Im Fünfsitzer fasst er 635 Liter bis zum Rollo und wächst bei umgeklappter Rückbank auf 985 Liter bis zur Fensterlinie oder 2.140 Liter dachhoch.
Die zweite Sitzreihe bietet trotz gewachsener Außenlänge nur durchschnittliche Beinfreiheit und eignet sich für große Erwachsene eher für kürzere Strecken. Die Maxi-Variante erlaubt zusätzlich eine dritte Sitzreihe oder besonders viel Laderaum. Im Cargo erleichtern eine niedrige Ladekante und weit öffnende Türen das Beladen. Das Ladeabteil bietet je nach Radstand etwa 3.300 oder 4.000 Liter, im Maxi lassen sich sogar zwei Europaletten durch Hecktür und Schiebetür einladen. Der California ergänzt ein ausklappbares Bett und eine einfache Heckküche und bleibt dank ausbaubarer Sitze trotzdem im Alltag nutzbar.
Antrieb und Fahrverhalten
Die Motorenpalette des Volkswagen Caddy (SB) umfasst einen 1,5 TSI als Benziner, einen 2,0 TDI als Diesel und einen Plug-in-Hybrid und deckt damit unterschiedliche Nutzungsprofile ab. Der Diesel eignet sich mit kräftigem Durchzug und großer Reichweite gut für lange Strecken und Anhängerbetrieb. Der 1,5 TSI läuft kultiviert und passt zu gemischtem Stadt- und Landbetrieb. Der Plug-in-Hybrid ermöglicht viele Alltagsfahrten elektrisch und senkt bei konsequentem Laden die laufenden Kosten.
Das Fahrwerk verbindet eine komfortorientierte Federung mit sicherem Handling, die Lenkung arbeitet spürbar präziser als beim Vorgänger. Auf kurzen Bodenwellen poltert die Hinterachse allerdings hörbar, was den insgesamt soliden Fahreindruck etwas schmälert.
Alltagstauglichkeit und Zielgruppen
Breite Schiebetüren, eine große Hecköffnung und zahlreiche Ablagen erleichtern den Alltag mit Kinderwagen, Freizeit- oder Arbeitsausrüstung. Digitale Instrumente, ein vernetztes Infotainmentsystem und Konnektivitätsdienste bis hin zu Flottenfunktionen sprechen sowohl Familien als auch Gewerbekunden an. Das Bedienkonzept mit Touchflächen und Slider für Klima und Lautstärke erfordert jedoch Aufmerksamkeit und wirkt im Alltag weniger ergonomisch.
Im Vergleich zu manchen Konkurrenten liegt das Preisniveau höher. Materialanmutung, verfügbare Assistenzsysteme und die erwartete Wertstabilität zielen eher auf Nutzer, die ein funktionales Fahrzeug mit moderner Technik wünschen.
Fazit
Der Volkswagen Caddy (SB) kombiniert viel Platz, variable Innenraumkonzepte und zeitgemäße Ausstattung zu einem vielseitigen Hochdachkombi. Hoher Nutzwert, umfangreiche Sicherheitsausstattung und die Auswahl an Antrieben inklusive Plug-in-Hybrid zählen zu den zentralen Stärken. Die ergonomisch anspruchsvolle Bedienung und der nur durchschnittliche Fondkomfort setzen dagegen Grenzen. Insgesamt tritt der Volkswagen Caddy (SB) als ausgewogene Option für Alltag, Arbeit und Freizeit auf, wenn Raumangebot und Variabilität im Vordergrund stehen.