Konzept und Positionierung
Der 2004 eingeführte Volkswagen Caddy (2K/2C) in der Variante Life 1.6 nutzt die Golf-Plattform PQ35 und setzt auf eine hohe, kastenförmige Karosserie. Im Programm von Volkswagen Nutzfahrzeuge steht er als funktionaler Familienvan unterhalb des Touran. Gegenüber dem Caddy 9KV bietet er mehr Innenraum und ein höheres Sicherheitsniveau. Wettbewerber sind Hochdachkombis wie Renault Kangoo und Citroën Berlingo.
Karosserie und Raumangebot
Mit 4.405 mm Länge und 1.833 mm Höhe nutzt der Volkswagen Caddy seine Grundfläche effizient und bietet dank hoher Dachlinie viel Kopffreiheit. Der Kofferraum fasst im Fünfsitzerbetrieb etwa 750 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 2.850 Liter. Zwei seitliche Schiebetüren erleichtern den Einstieg. Optional gab es eine dritte Sitzreihe, die den Caddy zum Siebensitzer macht, jedoch Kofferraumvolumen und Zuladung spürbar reduziert. Bis zu 590 kg Zuladung und 1.300 kg Anhängelast erlauben auch transportorientierte Einsätze.
Innenraum und Variabilität
Im Fahrerbereich erinnert das Cockpit mit Instrumenten und Bedienelementen an Golf und Touran, was Übersicht und Bedienlogik unterstützt. Vorn wirken die Materialien solide, im Fond eher nüchtern mit Nutzfahrzeugcharakter. Die Vordersitze bieten eine erhöhte Sitzposition mit guter Rundumsicht. Die Rückbank lässt sich asymmetrisch vorklappen und herausnehmen, so entsteht ein fast ebener Laderaum für Kinderwagen, Fahrräder oder Werkzeuge. Ablagen im Dachbereich und im Armaturenbrett steigern den Alltagsnutzen, einige Fächer sind jedoch nur einfach ausgekleidet.
Fahrverhalten und Komfort
Vorn arbeitet eine Federbeinachse mit Schraubenfedern, hinten eine Starrachse mit Blattfedern. Die Konstruktion wirkt robust und trägt die hohe Zuladung. Leer reagiert der Volkswagen Caddy auf schlechten Straßen etwas polterig, mit Beladung fährt er deutlich ruhiger. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und ausreichend präzise, der Wendekreis von etwa 11,1 m hilft in der Stadt. In schnellen Kurven stabilisiert das serienmäßige ESP den hoch bauenden Wagen. Die Heizung gilt als schwach und erwärmt den Innenraum im Winter langsam. Auf der Autobahn fallen Motor- und Abrollgeräusche deutlich auf.
Motor, Verbrauch und Unterhalt
Den Antrieb übernimmt ein 1,6-Liter-Benziner mit 75 kW (102 PS). Er entfaltet seine Leistung eher gelassen, die Beschleunigung auf 100 km/h dauert knapp 14 Sekunden. Im Stadtverkehr reicht das aus, auf der Autobahn erfordern Überholvorgänge Planung. Das manuelle Fünfganggetriebe schaltet präzise und hält die Drehzahl bei Reisegeschwindigkeit niedrig. Im Alltag liegt der Verbrauch deutlich über acht Litern Super je 100 Kilometer, entsprechend hoch fallen Kraftstoffkosten und CO2-Ausstoß aus. Die geregelte Abgasreinigung hält die Schadstoffwerte moderat. Vereinzelt berichten Nutzer über Getriebelagerschäden bei hohen Laufleistungen.
Alltagstauglichkeit und Fazit
In der Praxis eignet sich der Volkswagen Caddy besonders für Familien, Viellader und Handwerksbetriebe mit viel Gepäck oder mehreren Mitfahrern. Isofix-Befestigungen auf der Rückbank und breite Türöffnungen erleichtern die Kindersitzmontage. Der große Kofferraum und die hohe Zuladung schaffen Reserven für Urlaubsfahrten und Umzüge, die optionale Siebensitzkonfiguration nimmt zusätzliche Passagiere auf. Schwächen zeigen sich beim im Verhältnis zur Leistung hohen Benzinverbrauch, bei der eher schwachen Heizung und bei vergleichsweise langen Bremswegen. Insgesamt tritt der Volkswagen Caddy (2K/2C) als praktischer, robust wirkender Hochdachkombi auf, der Raum und Funktion klar vor Prestige stellt und damit vor allem preisbewusste Familien und Gewerbetreibende anspricht.