Karosserie und Platzangebot
Als Yaris der vierten Generation mit dem Modellcode XP210 nutzt der Toyota eine markant gezeichnete Fünftürer-Karosserie auf der TNGA-B-Plattform. Knapp 4 Meter Länge, kurzer Radstand und ein Wendekreis von gut 10 m erleichtern das Rangieren in engen Innenstädten. Die steifere Struktur gegenüber dem Vorgänger macht das Fahrverhalten präziser. Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer luftig, auch größere Personen finden ausreichend Platz. In der zweiten Reihe fallen Knie- und Kopffreiheit deutlich knapper aus und eignen sich für Erwachsene eher für kurze Strecken. Der Kofferraum bietet 286 Liter und entspricht damit dem Klassenschnitt. Die geteilt umklappbare Rücksitzlehne vergrößert den Stauraum, Zurrösen fehlen jedoch und erschweren die Ladungssicherung.
Innenraum und Verarbeitung
Der Innenraum folgt einem klaren, funktionalen Layout mit gut erreichbaren Bedienelementen. Weiche Oberflächen am Armaturenbrett treffen auf robustere Kunststoffe in Türen und unteren Bereichen, die sauber verarbeitet wirken. Die Vordersitze bieten ordentlichen Seitenhalt und bleiben auch auf längeren Strecken bequem, je nach Ausstattung werten Lederbezüge die Anmutung auf. Ablagen in Türen und Mittelkonsole nehmen Alltagsgegenstände auf, eine verstellbare Mittelarmlehne fehlt. Das Infotainmentsystem mit Touchscreen arbeitet logisch und bindet über Smartphone-Integration vertraute Anwendungen ein. Ein Head-up-Display ergänzt das Kombiinstrument und projiziert wichtige Informationen ins Sichtfeld. Insgesamt wirkt das Cockpit moderner und ergonomischer als im Vorgänger, bleibt bei der Materialqualität aber unter manchen Kleinwagen der Oberklasse.
Antrieb und Fahrverhalten
Im Yaris arbeitet ein Vollhybridantrieb, der einen 1,5 Liter großen Dreizylinder-Benziner mit einem Elektromotor und einem stufenlosen Getriebe kombiniert. Die Systemleistung von 85 kW (116 PS) ermöglicht zügige Fahrten auf Landstraße und Autobahn, im Stadtverkehr sorgt der Elektromotor für spontanes Ansprechverhalten und häufige elektrische Phasen. Beim Anfahren rollt der Kleinwagen leise und fast ruckfrei los. Unter kräftiger Beschleunigung steigt die Motordrehzahl deutlich an, der Dreizylinder klingt dann präsent. Das eher straff abgestimmte Fahrwerk hält die Karosserie in Kurven gut unter Kontrolle und bleibt ausreichend komfortabel, kurze Stöße spürt man je nach Bereifung. Die direkte Lenkung und das geringe Gewicht lassen den Yaris agil einlenken, auf der Autobahn fährt er stabil. Der Verbrauch fällt auch bei gemischter Fahrweise niedrig aus und zählt zu den klaren Stärken des Antriebs.
Alltag, Kosten und Konkurrenz
Im Alltag profitiert der Yaris von der einfachen Bedienung, den kompakten Abmessungen und zahlreichen Assistenzsystemen, die vor allem in der Stadt und auf Pendelstrecken entlasten. Die Sicherheitsausstattung mit Mittenairbag, adaptiver Geschwindigkeitsregelung und Notbremsfunktion liegt für einen Kleinwagen auf hohem Niveau und erinnert eher an die Kompaktklasse. Rückrufe zu E-Call, Bremssteuerung und Radarsensor betrafen bestimmte Bauzeiträume und wurden über Werkstattaktionen behoben. Dank niedrigem Kraftstoffverbrauch und moderater Kfz-Steuer bleiben die laufenden Kosten überschaubar, die Versicherungseinstufung fällt jedoch etwas höher aus. Im Vergleich zu Renault Clio, Honda Jazz und Mazda 2 Hybrid liegt der Yaris preislich eher oben, bringt dafür einen erprobten Hybridantrieb und umfangreiche Sicherheitsfunktionen mit. Begrenzter Fondraum, durchschnittlich großer Kofferraum und die deutliche Geräuschkulisse bei starker Beschleunigung zählen zu den Nachteilen.
Der Toyota Yaris (XP210) tritt als effizienter, sicherer Kleinwagen mit klaren Schwerpunkten bei Komfort und Assistenz auf. Der Vollhybridantrieb verbindet niedrigen Verbrauch mit alltagstauglicher Leistung, das Fahrwerk wirkt ausgewogen. Einschränkungen bei Platz im Fond, Kofferraum-Volumen und Geräuschkomfort unter Last bleiben, ändern das Gesamtbild jedoch nicht.