Der Toyota Proace Verso (V) aus dem Jahr 2025 positioniert sich als mittelgroßer Großraumvan, der Nutzfahrzeugtechnik mit Elementen aus dem Pkw-Bereich verbindet. Er gehört zur zweiten Generation der Proace-Vans, die seit 2016 im Programm ist, und profitiert von überarbeiteten Assistenzsystemen sowie einem moderner gestalteten Cockpit. Das Raumkonzept blieb gegenüber früheren Ausführungen weitgehend unverändert, Verarbeitung und Infotainment wirken jedoch spürbar aktueller.
Design und Karosserie
Mit knapp 5.000 mm Länge und rund 1.900 mm Höhe trifft der Proace Verso einen stimmigen Kompromiss zwischen Platzangebot und Parkbarkeit. Die kantige Karosserieform folgt klar der Funktion und schafft ein großzügiges Raumgefühl, wirkt optisch aber nüchterner als etwa eine Mercedes V-Klasse. Große Fensterflächen verbessern die Übersicht, die kurzen Überhänge erleichtern zusammen mit der erhöhten Sitzposition das Rangieren im Stadtverkehr. Zwei seitliche Schiebetüren ermöglichen auf engen Parkplätzen einen bequemen Einstieg, die große Heckklappe öffnet weit und gibt eine breite Ladeöffnung zum Kofferraum frei.
Innenraum und Verarbeitung
Im Innenraum zeigt sich der Proace Verso sachlich und übersichtlich. Die hohe Sitzposition vermittelt einen guten Überblick, große Ablagen in Armaturentafel und Türen betonen den Nutzfahrzeugcharakter. Robuste, leicht zu reinigende Kunststoffe prägen die Anmutung, bleiben in der Haptik jedoch hinter klassischen Familienvans und Premium-Kleinbussen zurück. In der getesteten Comfort-Mobil-Ausführung stehen fünf Sitzplätze bereit, die umklappbare Rücksitzbank schafft bei Bedarf einen tiefen, gut nutzbaren Kofferraum. Ein konkretes Kofferraum-Volumen nennt Toyota für diese Konfiguration nicht, die weitgehend rechteckige Form erleichtert aber das Beladen mit Kinderwagen, Sportausrüstung oder Arbeitsmaterial.
Antrieb und Fahrverhalten
Der 2,2 Liter große Dieselmotor passt mit seinem kräftigen Durchzug gut zum Einsatzzweck als Familien- und Shuttlefahrzeug. Das manuelle Sechsganggetriebe ist lang übersetzt, hält den Motor bei Reisetempo ruhig und hilft, den Verbrauch für diese Fahrzeugklasse auf einem vernünftigen Niveau zu halten. Die Federung arbeitet eher komfortorientiert und bügelt lange Wellen sauber glatt, im unbeladenen Zustand reagiert der Van auf kurze Stöße etwas straffer. Die leichtgängige Lenkung unterstützt ein entspanntes Gleiten, dynamische Kurvenfahrten stehen dagegen weniger im Fokus.
Sicherheit und Assistenz
Beim Sicherheitsniveau bewegt sich der Proace Verso für einen Großraumvan auf gutem Stand. Mehrere Airbags, darunter Kopf- und Seitenairbags vorn und hinten, schützen die Insassen bei einem Aufprall, Isofix-Halterungen erleichtern die sichere Befestigung von Kindersitzen. Elektronische Helfer wie Fahrdynamikregelung, Antriebsschlupfregelung und eine Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung mindern das Risiko typischer Unfälle. Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung und Verkehrszeichenerkennung unterstützen vor allem auf längeren Etappen, ein optionaler Abstandsregeltempomat entlastet zusätzlich auf Autobahnen. Die Modellfamilie erzielte im Euro-NCAP-Crashtest fünf Sterne, was das Sicherheitskonzept stützt.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Im Alltag punktet der Proace Verso mit hoher Zuladung, beachtlicher Anhängelast und variablen Sitzkonfigurationen. Die große Tankkapazität erleichtert lange Urlaubsfahrten ohne häufige Stopps und passt zum Charakter als Familien- und Shuttlefahrzeug. Der Einstiegspreis liegt über einfachen Transporterumbauten, was vor allem an der umfangreicheren Sicherheits- und Komfortausstattung liegt. Gleichzeitig wirkt der Innenraum eher nüchtern, wer viel Wert auf besonders hochwertige Materialien und ein sehr leises Geräuschniveau legt, findet bei einer Mercedes V-Klasse oder vergleichbaren Premium-Vans passendere Alternativen. Insgesamt eignet sich der Toyota Proace Verso (V) vor allem für Nutzer, die praktischen Platz, solide Technik und ein hohes Sicherheitsniveau höher gewichten als luxuriöse Anmutung und Markenimage.