Karosserie und Auftritt
Der 2020 überarbeitete Toyota Land Cruiser (J150) basiert auf einem robusten Leiterrahmen und tritt mit rund 4.840 mm Länge sehr präsent auf. Die kantige Front mit markantem Grill und hoch liegenden Scheinwerfern zitiert frühere Generationen und betont den Nutzfahrzeug-Charakter. Modernisierte Stoßfänger und Leuchten verändern daran wenig, Funktion steht klar vor Design. Die Höhe von etwa 1.845 mm sorgt für eine erhöhte Sitzposition, erschwert jedoch Einfahrten in niedrige Parkhäuser. In engen Straßen machen sich die sperrigen Außenmaße und der Wendekreis von 11,8 m deutlich bemerkbar, auf Landstraße und Autobahn vermittelt die Karosserie dafür ein ausgeprägtes Gefühl von Solidität.
Innenraum und Alltagstauglichkeit
Im Innenraum dominiert eine übersichtliche, sachliche Gestaltung mit großen Schaltern und Drehreglern, die auch mit Handschuhen gut bedienbar bleiben. Strapazierfähige Materialien und eine solide Verarbeitung stehen vor weichen Oberflächen, was die Reinigung erleichtert. Vorn bieten die Sitze viel Platz und dank der hohen Position eine gute Rundumsicht. In der zweiten Reihe fällt die Kniefreiheit ordentlich aus, die Bank eignet sich für lange Etappen. Meist fährt der Toyota Land Cruiser (J150) als Fünfsitzer, eine optionale dritte Reihe taugt eher für Kinder oder kurze Strecken. Der Kofferraum fasst regulär 621 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 1.934 Liter, sperriges Freizeit- oder Arbeitsgerät lässt sich damit problemlos verstauen.
Motor, Getriebe und Straßenverhalten
Im Toyota Land Cruiser (J150) arbeitet ein 2,8-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel mit 150 kW (204 PS), der sein maximales Drehmoment von 420 Nm früh bereitstellt. Der über 2.400 kg schwere Geländewagen beschleunigt damit gelassen, bleibt aber souverän unterwegs. Das manuelle Sechsgang-Getriebe schaltet präzise, verlangt im Stadtverkehr wegen der langen Übersetzungen jedoch etwas mehr Arbeit. Auf der Straße federt das Fahrwerk mit Schraubenfedern an beiden Achsen komfortbetont, die hohe Karosserie neigt sich in Kurven spürbar und animiert zu einer eher ruhigen Fahrweise. Im Vergleich zum früher eingesetzten 3,0-Liter-Diesel wirkt der 2,8-Liter-Motor kultivierter und durchzugsstärker, bleibt akustisch jedoch präsent, vor allem bei höherem Autobahntempo.
Gelände, Anhänger und Nutzwert
Abseits befestigter Straßen profitiert der Toyota Land Cruiser (J150) vom Allradantrieb mit sperrbarem Mitteldifferenzial und Untersetzungsstufe, der Bodenfreiheit von 215 mm sowie günstigen Böschungs- und Rampenwinkeln. Eine Wattiefe von 700 mm ermöglicht Wasserdurchfahrten, an denen weichere SUV scheitern. Traktionskontrolle und eine fein regelnde Bremsanlage, die einzelne Räder gezielt abbremst, sichern den Vortrieb auch auf losem Untergrund. Mit einer Anhängelast von 3.000 kg eignet sich der Geländewagen gut zum Ziehen schwerer Wohnwagen oder Pferdeanhänger. Die zulässige Nutzlast reicht für mehrere Passagiere und viel Gepäck, sodass der Toyota Land Cruiser (J150) im Arbeitsalltag auf Baustelle, Hof oder im Forst ebenso eine stabile Basis bietet wie auf langen Urlaubsfahrten.
Kosten, Konkurrenz und Fazit
Mit einem WLTP-Verbrauch von 8,7 l/100 km und CO₂-Emissionen von 227 g/km liegt der Toyota Land Cruiser (J150) in einer ungünstigen Effizienzklasse, was höhere Kfz-Steuer und spürbare Kraftstoffkosten bedeutet. Versicherung und Wartung fallen ebenfalls eher teuer aus, die gute Zuverlässigkeit federt das teilweise ab. In Deutschland steht in diesem Zeitraum nur der Dieselmotor im Programm. Im Umfeld von Land Rover Defender und SsangYong Rexton setzt der Toyota Land Cruiser (J150) auf robuste Geländetauglichkeit, hohe Anhängelast und langstreckentauglichen Komfort, verlangt im Gegenzug mehr Budget und Platz als weichere SUV. Insgesamt präsentiert sich der Toyota Land Cruiser (J150) als langlebiger, sehr geländegängiger Allrounder für Alltag, Arbeit und Reise, der klare Stärken bei Zugkraft und Nutzwert bietet, dafür aber mit höherem Verbrauch und sperrigen Außenmaßen lebt.