Einordnung und Konzept
Der Toyota Highlander (XU70) kam 2021 in Europa auf den Markt und basiert auf der GA-K-Plattform. Als großes SUV der Marke schließt er die Lücke zwischen RAV4 und verschiedenen Lexus-Modellen. Toyota bietet den Highlander in Europa ausschließlich als Vollhybrid mit Allradantrieb an, wodurch er sich klar von vielen Dieselkonkurrenten unterscheidet. Gegenüber der vorherigen Generation legte er in Länge und Radstand leicht zu und rückt den Schwerpunkt weg von V6-Motoren hin zu effizienterem Hybridbetrieb. Das Konzept richtet sich an Familien und Privatkunden, die ein geräumiges Reisefahrzeug im oberen Mittelklassesegment bevorzugen.
Design und Raumangebot
Mit rund 5 Metern Außenlänge und 1.930 mm Breite tritt der Highlander groß und eher straßenorientiert auf, ausgeprägte Geländedetails fehlen bewusst. Die Karosserie mit flacher Frontscheibe und großem Grill zielt deutlich auf den US-Markt. Innen bietet das SUV auf allen sieben Sitzen viel Platz, die Verarbeitung wirkt solide, auch wenn einzelne Kunststoffflächen eher nüchtern ausfallen. Der Kofferraum fasst bei genutzter dritter Sitzreihe 241 Liter, im Fünfsitzerbetrieb etwa 560 Liter und bei umgelegten Rücksitzen bis zu 1.909 Liter. Die erhöhte Sitzposition sorgt vorn für guten Überblick, die breiten D-Säulen schränken den Blick nach schräg hinten jedoch ein.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Vollhybrid arbeitet mit einem e-CVT-Getriebe und zielt klar auf Komfort. Im Stadtverkehr setzt sich der Highlander oft rein elektrisch in Bewegung und bleibt sehr leise, erst bei kräftiger Beschleunigung dreht der Benziner deutlich hoch. Mit rund 8 Sekunden auf 100 km/h und 180 km/h Höchstgeschwindigkeit erlaubt das SUV zügiges Fahren, ohne besonders dynamisch zu wirken. Das weich abgestimmte Fahrwerk glättet lange Bodenwellen, kurze Kanten spürt man mit großen Rädern etwas stärker. Die Lenkung fühlt sich leichtgängig an, vermittelt jedoch wenig Rückmeldung. Schwachpunkt bleibt die Bremsleistung, die in Tests nur durchschnittlich abschneidet und nicht ganz zum Anspruch des Fahrzeugs passt. Im Alltag liegt der Kraftstoffverbrauch je nach Fahrprofil meist im Bereich um 7 Liter, was für Größe und Allradantrieb moderat wirkt.
Sicherheit und Assistenz
Die Sicherheitsausstattung mit mehreren Airbags orientiert sich klar an familientauglicher Nutzung. Notbremsassistent und adaptive Geschwindigkeitsregelung decken die wichtigsten Assistenzfunktionen ab, ein Spurführungsassistent hält das SUV in der Fahrspur. Spurwechsel- und Querverkehrswarner erleichtern das Fahren und Rangieren mit der großen Karosserie im dichten Verkehr. LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent verbessern die Sicht bei Nacht, ein Head-up-Display projiziert Informationen ins direkte Blickfeld. Rückrufe betrafen vor allem das eCall-System und eine Sitzlehne, Werkstätten behoben die Punkte über Softwareupdates und technische Maßnahmen. Insgesamt vermittelt der Highlander ein hohes Sicherheitsniveau.
Alltag, Kosten und Fazit
Im Alltag erleichtern der bequeme Einstieg, die variable Sitzkonfiguration und der hohe Reisekomfort lange Fahrten. Die Anhängelast von 2.000 kg und der lange Radstand unterstützen den Einsatz mit Wohnwagen und sorgen für stabile Geradeausfahrt auf der Autobahn. Auf der anderen Seite stehen ein hoher Anschaffungspreis, Kohlendioxid-Emissionen auf dem Niveau klassischer Benziner und die nur durchschnittliche Bremsleistung.
In der Summe präsentiert sich der Toyota Highlander (XU70) als geräumiges, komfortorientiertes SUV mit effizientem Hybridantrieb und sehr gut nutzbarem Innenraum. Für Familien und Vielreisende, die viel Platz und einen ruhigen Fahrcharakter wichtiger als Dynamik oder Offroad-Talente einschätzen, bietet dieses Modell eine eigenständige Alternative zur etablierten SUV-Konkurrenz.