Design und Karosserie
Der Toyota GT86 (ZN) tritt als kompaktes 2+2-sitziges Coupé auf und zielt klar auf Fahrdynamik. Mit 4.240 mm Länge und sehr niedriger Dachlinie wirkt das Coupé flach und gestreckt. Breite Kotflügel betonen den Hinterradantrieb. Je nach Baujahr leuchten Xenon- oder LED-Scheinwerfer, spätere Modellpflegen brachten geänderte Stoßfänger und einen größeren Heckspoiler. Die von Subaru abgeleitete Plattform ermöglicht den tief eingebauten Boxermotor und hält das Leergewicht niedrig. Die flache Silhouette schränkt jedoch die Rundumsicht durch massive C-Säulen ein, zudem liegt die Sitzposition sehr tief, was Ein- und Ausstieg insbesondere in engen Parklücken erschwert.
Innenraum und Ergonomie
Im Cockpit dominiert ein großer zentraler Drehzahlmesser, die übrigen Instrumente bleiben klassisch, teils mit kleinem Farbdisplay für Fahrdaten. Harte Kunststoffe wirken nüchtern, sind aber sauber verarbeitet, rote Ziernähte und Dekore in Carbonoptik lockern das Ambiente auf. Die vorderen Sportsitze bieten guten Seitenhalt und ausreichenden Langstreckenkomfort. Im Fond ist der Platz sehr knapp, die Rückbank eignet sich eher als Ablage oder für kurze Strecken mit Kindern. Der Kofferraum fasst 243 Liter und reicht für Wochenendgepäck, die umklappbare Rücksitzlehne erlaubt den Transport längerer Gegenstände.
Motor, Getriebe und Fahrverhalten
Ein frei saugender 2,0-Liter-Boxerbenziner mit 147 kW (200 PS) treibt die Hinterräder an und entfaltet seine Leistung vor allem bei hohen Drehzahlen, wirkt im Alltag jedoch weniger souverän als aufgeladene Turbomotoren ähnlicher Leistung. Das manuelle 6-Gang-Getriebe schaltet präzise mit kurzen Wegen, die optionale Automatik mit Lenkradwippen reagiert komfortabler, aber weniger spontan. Tiefer Schwerpunkt und nahezu ausgewogene Gewichtsverteilung prägen das Fahrverhalten, ein mechanisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse verbessert die Traktion am Kurvenausgang. Der GT86 lenkt direkt ein, bleibt lange neutral und erlaubt bei deaktivierter Stabilitätskontrolle gut kontrollierbare Heckschwenks. Die straffe Federung reduziert den Komfort auf schlechten Straßen und Autobahnen, zudem fallen die Bremswege im Klassenvergleich eher lang aus.
Kosten, Verbrauch und Alltag
Bei zurückhaltender Fahrweise liegt der Verbrauch im mittleren einstelligen Literbereich, bei häufig hohen Drehzahlen steigen die Werte deutlich, ebenso der Kohlendioxid-Ausstoß. Versicherung und Reifen kosten sportwagentypisch etwas mehr, insgesamt bleiben die laufenden Kosten dennoch überschaubar. Ein großer Rückruf bei frühen Fahrzeugen ersetzte vorsorglich Ventilfedern, bei eingehaltenen Wartungsintervallen gelten Technik und Mechanik als robust. Im Alltag bietet der Kofferraum genug Platz für Einkäufe oder Urlaube zu zweit, die laute Geräuschkulisse bei höherem Tempo mindert jedoch den Langstreckenkomfort, weshalb sich der GT86 als Erstwagen für Familien nur bedingt eignet.
Einordnung und Fazit
Im Vergleich zu früheren Toyota-Sportcoupés wie dem frontgetriebenen Celica rückt der GT86 den Fokus klar auf Hinterradantrieb und ein sehr direktes Fahrgefühl. Gegenüber Konkurrenten wie Audi TT oder Nissan 370Z wirkt er weniger prestigeträchtig und leistungsschwächer, überzeugt jedoch mit authentischem, gut beherrschbarem Fahrverhalten, präziser Lenkung und stimmiger Fahrwerksabstimmung. Die tiefe Sitzposition bindet die Insassen intensiv ins Geschehen ein, fordert aber Kompromisse bei Komfort, Geräuschniveau und Raumangebot im Fond. Insgesamt präsentiert sich der Toyota GT86 (ZN) als puristisches Sportcoupé für fahraktive Nutzer mit Schwerpunkt auf Landstraße und gelegentlichen Rennstreckenbesuchen, während Komfortorientierte und Vielfahrer auf der Autobahn passendere Alternativen finden.