Seit 2019 steht der Toyota GR Supra (J29) für die Wiederbelebung eines klassischen Sportwagennamens und setzt auf ein kompaktes, konsequent fahrerorientiertes Konzept. Im Vergleich zur vierten Generation (JZA80) fällt er kürzer, breiter und leichter aus, was klar auf Agilität und Präzision zielt.
Design und Karosserie
Die Proportionen des GR Supra folgen dem Muster langer Motorhaube mit weit nach hinten gerückter Kabine, was die Frontmittelmotor-Architektur betont. Das markante Double-Bubble-Dach zitiert historische Vorbilder und schafft gleichzeitig etwas zusätzliche Kopffreiheit. Ausgeprägte Radhäuser und die steil abfallende Heckpartie verleihen dem Coupé eine eigenständige Linie. Kurze Überhänge lassen den GR Supra kompakt wirken und betonen seine Breite. Im Umfeld von Porsche 718 Cayman und Alpine A110 tritt der GR Supra optisch eher kraftvoll als filigran auf.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum dominiert ein klar auf den Fahrer zugeschnittenes Cockpit mit tief montierten Sportsitzen, die guten Seitenhalt und ausreichend Langstreckenkomfort verbinden. Viele Bedienelemente und das Infotainmentsystem erinnern an BMW, was für eine ausgereifte Ergonomie sorgt, dem Modell aber etwas Eigenständigkeit nimmt. Materialqualität und Verarbeitung wirken im sichtbaren Bereich hochwertig, lediglich in tieferen Zonen kommen härtere Kunststoffe zum Einsatz. Der Kofferraum bleibt flach, lässt sich über die große Heckklappe gut beladen, bietet für Urlaubsgepäck jedoch nur begrenzten Platz.
Antrieb und Fahrverhalten
Der GR Supra nutzt aufgeladene Vierzylinder- und Reihensechszylinder-Ottomotoren, die je nach Ausführung deutlich über klassischem Kompaktwagenniveau liegen. Besonders der Sechszylinder passt mit seinem kultivierten Lauf und kräftigem Drehmoment ideal zum Heckantriebskonzept. Die serienmäßige 8-Gang-Automatik schaltet schnell und unauffällig, während das optionale 6-Gang-Schaltgetriebe die Verbindung zwischen Fahrer und Antrieb noch direkter wirken lässt. Fahrwerk und Lenkung zielen klar auf hohe Kurvengeschwindigkeiten und präzises Einlenken, was auf kurvigen Landstraßen spürbar Fahrspaß erzeugt. Das Differenzial unterstützt die Traktion am Kurvenausgang und hält das Heck gut kontrollierbar. Gleichzeitig bleibt der Federungskomfort akzeptabel, solange die Fahrbahn nicht allzu schlecht ausfällt.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Als reiner Zweisitzer mit schmalem Einstieg und begrenzter Rundumsicht verlangt der GR Supra im Alltag einige Kompromisse. Stauraum und Ablagen reichen für Wochenendtouren, bei Familiennutzung oder als einziges Fahrzeug stößt das Konzept schneller an Grenzen. Verbrauch und Reifenverschleiß bewegen sich auf sportwagentypischem Niveau, bleiben bei zurückhaltender Fahrweise aber beherrschbar. Versicherung und Steuer liegen segmentgerecht eher im oberen Bereich, eine tendenziell stabile Wertentwicklung kann die laufenden Kosten jedoch teilweise ausgleichen.
Fazit
Der Toyota GR Supra (J29) präsentiert sich als charakterstarkes Sportcoupé für Fahrer, die ein kompaktes, heckgetriebenes Auto mit emotionalem Antrieb schätzen und dafür auf üppige Platzverhältnisse verzichten. Starke Motoren und ein präzises Fahrverhalten stehen einer eingeschränkten Alltagstauglichkeit gegenüber. Das eigenständige Design trifft auf eine Anmutung, die im Innenraum an mehreren Stellen deutlich von BMW beeinflusst ist. Insgesamt bietet der Toyota GR Supra (J29) ein fokussiertes Paket für sportlich orientierte Enthusiasten mit klarer Priorität auf Fahrdynamik.