Toyota Corolla (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Wer sich fragt, warum ausgerechnet Toyota und nicht etwa General Motors oder Volkswagen, die beide bis zu einem Dutzend Marken unter ihrem Dach beherbergen, jahrelang der größte Automobil-Hersteller der Welt war, der findet eine Antwort auch in einem auf den ersten Blick eher unspektakulären Auto. Der Toyota Corolla ist so etwas wie der Käfer oder Golf der Japaner und besetzte zunächst die untere Mittelklasse, später, mit dem Erscheinen des Golf, die neue Kompaktklasse. 

Daten

Daten

Sieben lange Jahre, von 2007 bis 2014, war Toyotas Erfolgsmodell in Deutschland als Neuwagen nicht zu bekommen. Seit Februar 2014 aber ist der Corolla als Baureihe „E170“ auch hierzulande wieder erhältlich, wenn auch nur in einer Karosserievariante, mit Stufenheck. Aus einer Palette von drei Motoren konnte der Kunde zunächst wählen. Der sparsamste war naturgemäß der Diesel. Der entwickelte aus 1,4-Liter-Hubraum 90 PS Leistung und erreichte mit 180 km/h und einer Beschleunigung von 12,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h nahezu exakt dieselben Werte wie der 1,3-Liter-Benziner mit 99 PS. Wer es schneller mochte, der musste zum 1,6-Liter-Benziner greifen. Dessen 132 PS waren für 200 km/h gut, und die 100 km/h erreichte er in zehn Sekunden. Mit der Modellpflege im Sommer 2017 hat Toyota dem Kunden die Entscheidung, welche Motor der passende ist, abgenommen. Nur der 1,6-Liter-Benziner ist heute noch im Angebot, wohl nicht zuletzt, um einen Kannibalisierungseffekt mit dem technisch verwandten Auris auszuschließen.

  • 2014 nach sieben Jahren Abstinenz zurück auf dem deutschen Markt
  • nur als Stufenheck-Limousine verfügbar
  • seit der Modellpflege 2017 nur noch ein Benziner im Angebot
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Test

Test

Warum sollte sich ein Käufer, der in der Kompaktklasse ein besonders zuverlässiges Fahrzeug sucht, für den Toyota Corolla und damit gegen den Markenbruder Auris entscheiden? Vielleicht, weil der Corolla mit seiner Stufenheck-Karosserie die Sehnsucht nach einer klassischen Limousine bedient, oder einfach nur, weil ein Toyota Corolla so etwas ist wie ein Synonym für automobile Verlässlichkeit. Aber auch der Umstand, dass der Corolla ein gut gemachtes Auto ist, das weltweit jeden Tag über 3500 Mal verkauft wird, dürfte bei der Entscheidungsfindung nicht ganz ohne Bedeutung sein.

Er besitzt zwar nicht das Flair, das deutsche Premium-Kompakte für sich in Anspruch nehmen und ist trotz moderner Linien auch kein besonderes Gesicht in der Menge. Dafür hat der Corolla schon in der Basis-Version „Comfort“ so ziemlich alles an Bord, was sinnvoll ist und es dem Fahrer ein wenig bequemer macht. Ob Pre-Collision-System oder Spurhalte-Assistent, ob Verkehrszeichen-Erkennung oder Klimaanlage – hier fehlt es kaum an etwas. Zudem ist das Auto sehr ordentlich verarbeitet, und auch die Materialanmutung gibt keinen Grund zur Klage. Dass im Cockpit in Sachen Funktionalität nicht alles einhundertprozentig passt, damit müssen auch Fahrer anderer Marken zurechtkommen. Auf der Straße macht der Corolla dafür eine gute Figur und wird jeder Fahrsituation gerecht. Zwar ist er eher Gleiter als Renner, mit einer Top-Geschwindigkeit von 200 km/h verfügt er aber durchaus über die Lizenz für die linke Autobahn-Spur. 

  • sehr ordentliche Verarbeitung
  • Assistenzsysteme schon in der Basis-Version
  • eher komfort- als sportbetont
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Preise

Preise

Dass für den Toyota Corolla nur eine einzige Motor- aber drei Ausstattungsvarianten („Comfort“, „Edition“ und „Executive“) zur Verfügung stehen, erspart dem Interessenten eine ganze Menge an Rechnerei, wie sie sonst beim Autokauf im Dickicht der Individualisierungsmöglichkeiten zu erleben ist. Ab 21.220 Euro kostet der handgeschaltete Corolla in der günstigen Version, 22.570 Euro mit der optionalen Automatik. An Bord sind dann unter anderem bereits ein Lederlenkrad mit Bedienelementen für Audiosystem und Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein Pre-Collision-System, ein Brems- und ein Fernlichtassistent, eine Verkehrsschildererkennung und eine Klimaanlage. Wer darüber hinaus Wert legt auf 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine Geschwindigkeitsregelanlage, eine Rückfahrkamera, das Multimedia-Audiosystem „Toyota Touch“ sowie eine 2-Zonen Klimaautomatik, muss zur Variante „Edition greifen“, die mit Handschalt-Getriebe 22.880 Euro kostet. Für knapp 3000 Euro mehr bekommt man schließlich mit der Ausstattung „Executive“ zusätzlich ein Smart-Key-System, eine Einparkhilfe für vorne und hinten sowie eine automatische Einparkfunktion.

  • Basis-Version ab 21.220 Euro
  • Ausstattung „Edition“ nahezu komplett
  • automatisches Einparken nur in der „Executive“-Variante
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Ein Fahrzeug für die breite Masse also, das mittlerweile elf Auto-Generationen durchlaufen hat und heute mit mehr als 44 Millionen verkaufter Fahrzeuge zurecht den Ruf als das meistverkaufte Auto der Welt genießt. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass die Modellwechsel teilweise so konsequent durchgeführt wurden, dass ein neuer Corolla häufig weder optisch noch technisch (Umstellung von Heck- auf Frontantrieb) viel mit seinem jeweiligen Vorgänger gemein hatte. Nichtsdestotrotz gilt der Corolla als eines der zuverlässigsten Autos überhaupt und hat so das Image von Toyota, Autos von hoher Lebensdauer zu bauen, entscheidend mitgeprägt. In Deutschland wurde der Corolla zwischenzeitlich vom Toyota Auris abgelöst. Seit 2014 bieten die Japaner ihr Erfolgsmodell auch hier wieder an, wenn auch nur als Stufenheck-Limousine.


Vorderansicht - schräg
1983 erscheint der erste Corolla mit Frontantrieb.
Seitenansicht

Begonnen hat die Erfolgsstory bereits 1966 mit dem intern als „E10“ bezeichneten, ersten Corolla, der bis 1970 gebaut wurde. Erst mit der zweiten Generation, „E20“ genannt, kam der Corolla 1971 auch nach Deutschland. Je nach Karosserieversion (Limousine, Dreitürer, Kombi) kostete das Auto damals zwischen 6900 und 7800 D-Mark. Im Turnus von vier oder fünf Jahren folgten nun immer weitere Generationen, die auch neue Karosserie-Varianten mit sich brachten. So wurde beispielsweise 1976 im Rahmen der Baureihe „E 50“ der Corolla Liftback eingeführt, ein dreitüriger Sportkombi, der wohl nicht von ungefähr an den P1800 ES, Volvos legendären „Schneewittchen-Sarg“, erinnerte. 1983 schließlich erscheint in Form der Baureihe „E80“ der erste moderne Corolla mit Frontantrieb auf dem Markt.

 

Auch die Motoren für diese Baureihe waren eine Neuentwicklung. Während mehrere Benziner mit Hubräumen zwischen 1,3 Liter und 1,6 Liter mit Leistungen zwischen 69 PS und 121 PS zur Verfügung standen, gab es lediglich einen 1,8-Liter-Diesel mit 64 PS. Die Preise, etwa für das „Liftback“-Modell, lagen je nach Motorisierung nun zwischen rund 15.000 und 17.000 D-Mark. Parallel dazu führte Toyota mit den Baureihen „AE85“ und „AE86“ zwei Sportcoupés mit Schräg- und Stufenheck ein. Diese basierten technisch noch auf der Vorgängergeneration und fuhren somit mit Heck- statt Frontantrieb. Eine Besonderheit bei der nächsten, 1987 eingeführten Corolla-Generation („E90“) war das Modell Tercel 4WD, ein Kombi mit Allradantrieb, der gerade auch in Deutschland recht erfolgreich war. 1991 folgte die Generation „E100“ auf neuer Plattform, jetzt nur noch mit drei Motoren, von denen der 2,0-Liter-Diesel ebenfalls eine Neuentwicklung war.  

 

Bärenstarker Diesel mit 177 PS

Zwei Auto-Generationen später war es 2001 die Baureihe „E120“, die vorübergehend die letzte in Deutschland angebotene sein sollte. Erstmals gab es mit dem Corolla Verso nun auch einen Kompaktvan, nach dem der damalige Zeitgeist verlangte. Vor allem der 2,2-Liter-Diesel mit 177 PS war eine Besonderheit als der zu jener Zeit stärksten Diesel überhaupt für einen Kompaktvan. 2007 schließlich wurde der Corolla in Deutschland vom Toyota Auris abgelöst, der seinerseits bereits 2012 durch die zweite Generation abgelöst wurde. Auf dem japanischen Heimatmarkt wie in vielen anderen Märkten jedoch ging der Corolla 2006 mit der Baureihe „E140“/“E150“ in seine zehnte Generation. Deutlich anders gezeichnet, teilte er sich die technische Basis dennoch mit dem Auris. Seit 2012 und 2013 läuft der Corolla als „E160“ und „E170“ (die erste, kürzere und schmalere Variante besetzt den japanischen, die zweite den internationalen Markt) nun in der auch heute noch aktuellen Generation. Seit 2014 wird er parallel zum Auris auch wieder in Deutschland angeboten, wenn auch nur als Stufenheck-Limousine. Noch bis 2017 waren drei Motoren verfügbar. Ein 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS sowie zwei Benziner mit 1,3-Litern und 99 PS oder mit 1,6-Litern und 132 PS. Lediglich der größere der beiden Benziner war optional auch mit einer stufenlosen Automatik erhältlich. Seit einer Modellpflege im Sommer 2017 bietet Toyota den Corolla in Deutschland nur noch mit dem 1,6-Liter-Benziner an.

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