Design und Konzept
Der 2022 eingeführte Toyota Aygo X (AB70) löst sich vom klassischen Kleinstwagen und tritt als kleines Crossover-SUV auf. Die Karosserie legt im Vergleich zum bisherigen Aygo spürbar an Länge und Breite zu und wirkt erwachsener. Erhöhte Bodenfreiheit, robust wirkende Kunststoffbeplankungen und auf Wunsch zweifarbige Lackierungen betonen den Crossover-Charakter. Die GA-B-Plattform stammt vom größeren Yaris und steigert die Struktursteifigkeit sowie die Crashsicherheit. 17-Zoll-Räder und kurze Überhänge unterstreichen den städtischen Auftritt, ohne das Rangieren in engen Gassen zu erschweren. So spricht das Modell vor allem Kundschaft an, die ein auffälliges Stadtauto mit SUV-Anleihen, aber kein vollwertiges Kompakt-SUV möchte.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum dominieren hart ausgeführte Kunststoffe. Sie wirken solide verarbeitet, fühlen sich aber weniger hochwertig an als in manchen Kleinwagen. Farbige Dekorelemente und ein zentral platzierter Bedienbildschirm lockern die Atmosphäre auf und erleichtern die Orientierung. Vorn sitzen auch größere Personen ordentlich, profitieren von guter Kopffreiheit und der leicht erhöhten Sitzposition. Im Fond fällt der Platz deutlich knapper aus, die Rückbank eignet sich eher für Kinder oder kurze Strecken mit Erwachsenen. Der Kofferraum fasst 231 Liter und übertrifft damit den Vorgänger, bleibt aber klassentypisch begrenzt. Umgeklappte Lehnen vergrößern das Ladeabteil spürbar, die hohe Ladekante erschwert jedoch das Einladen schwerer Gegenstände.
Fahrverhalten und Komfort
Mit kleinem Wendekreis und leichtgängiger Servolenkung wirkt der Aygo X im Stadtverkehr sehr handlich. Das Fahrwerk schluckt kurze Kanten akzeptabel, reagiert auf grobe Querrillen allerdings spürbar straff, was auf schlechten Straßen auffällt. Der 1,0-Liter-Dreizylinder liefert ausreichend Leistung für Stadt und Landstraße, auf der Autobahn fehlt bei voller Beladung Durchzug. In Verbindung mit einem stufenlosen CVT-Getriebe beschleunigt der Aygo X ohne Schaltunterbrechungen, begleitet von einem bei starker Last deutlich hörbaren Motorgeräusch. Die Dämmung erreicht ein klassentypisches Niveau, bei hohen Drehzahlen dringt der Motor aber präsent in den Innenraum und mindert den Langstreckenkomfort. Die Bremsanlage verzögert passend zur Leistung und bleibt gut dosierbar.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Kompakte Außenmaße, fünf Türen und vier Sitzplätze richten den Aygo X klar auf den Stadtverkehr und den täglichen Pendelweg aus. Der Dreizylinder arbeitet im WLTP-Zyklus sparsam, was Kraftstoffkosten und CO2-Ausstoß begrenzt. Feste Wartungsintervalle und eine umfangreiche Anschlussgarantie halten Werkstattaufenthalte planbar und machen die Gesamtkosten gut kalkulierbar. Günstige Typklassen in Haftpflicht und Kasko stützen die Rolle als Einsteigerauto oder Zweitwagen in preisbewussten Haushalten. Rückfahrkamera und Berganfahrhilfe erleichtern das Rangieren und das Anfahren am Hang. Wer regelmäßig mit vier Personen oder viel Gepäck fährt, stößt allerdings schneller an Grenzen als in etwas größeren Kleinwagen.
Fazit
Der Toyota Aygo X (AB70) verbindet auffälliges Crossover-Design mit niedrigen Betriebskosten und für diese Klasse umfangreicher Sicherheitsausstattung. Der enge Fond, die hohe Ladekante und die begrenzten Leistungsreserven schränken ihn vor allem auf langer Strecke ein. Als wendiges, wirtschaftliches Stadtauto mit erhöhter Sitzposition und alltagstauglicher Ausstattung zeigt er sich insgesamt als stimmiger Vertreter der Kleinstwagen-Crossover-Klasse.