Design und Karosserie
Der 2014 in Europa eingeführte Suzuki Celerio (LF) zeigt ein sachliches, funktional gezeichnetes Karosseriedesign ohne modische Experimente. Als fünftüriger Kleinstwagen nutzt er seine 3.600 mm Länge vor allem für den Innenraum statt für lange Überhänge. Große Fensterflächen verbessern die Übersicht und erleichtern das Rangieren in engen Parklücken. Im Vergleich zu Alto und Splash wirkt der Aufbau höher und kantiger, was das Raumgefühl spürbar vergrößert. Schmale Reifen und kleine 14-Zoll-Räder unterstreichen den Fokus auf Effizienz und niedrige Kosten, nicht auf sportliche Optik.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum bietet der Celerio viel Kopf- und Kniefreiheit, besonders auf den Vordersitzen. Hinten sitzen zwei Erwachsene auf kurzen Strecken ausreichend bequem, auf langen Fahrten begrenzt die schmale Schulterbreite jedoch den Komfort. Der Kofferraum gehört mit 254 Liter Volumen zu den größeren Lösungen im Segment und wächst bei umgeklappter Rückbank auf über 1.000 Liter. Die hohe Ladekante erschwert allerdings das Einladen schwerer Gegenstände. Hartplastik prägt Cockpit und Türverkleidungen, wirkt aber ordentlich verarbeitet und bleibt im Normalbetrieb weitgehend klapperfrei. Das übersichtliche Bedienlayout mit klassischen Drehreglern und gut ablesbaren Instrumenten erleichtert die Orientierung auch weniger geübten Fahrern.
Fahrverhalten und Komfort
Auf der Straße wirkt der Celerio leichtfüßig, aber wenig feingeschliffen. Die Lenkung arbeitet im Stadtverkehr angenehm leicht, rund um die Mittellage vermittelt sie jedoch wenig Rückmeldung und wirkt bei höherem Tempo etwas unpräzise. Das Fahrwerk poltert über kurze Stöße und bügelt Querfugen nur grob weg. Auf längeren Strecken fallen zudem die straff gepolsterten Sitze mit begrenzter Oberschenkelauflage negativ auf. Kurven meistert der Kleinstwagen dank elektronischem Stabilitätsprogramm ESP sicher, zeigt dabei jedoch deutliche Seitenneigung. Im Vergleich zu Alto und Splash fährt er spürbar erwachsener, bleibt beim Geräuschniveau und beim Federungskomfort aber hinter moderneren Konkurrenten wie VW up und Hyundai i10 zurück.
Motor, Verbrauch und Unterhalt
Der 1,0-Liter-Dreizylinder passt mit seiner überschaubaren Leistung gut zum geringen Fahrzeuggewicht. In der Stadt beschleunigt der Celerio willig, auf der Autobahn gelingen Überholmanöver nur mit großzügiger Anlaufplanung. Bei höheren Drehzahlen klingt der Motor rau und dringt deutlich in den Innenraum. Im Alltag liegt der Verbrauch häufig deutlich unter 6,0 l/100 km und hält die Unterhaltskosten niedrig. Versicherungseinstufungen und Kraftfahrzeugsteuer bleiben günstig, Werkstattaufenthalte fallen dank einfacher Technik meist überschaubar aus.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag zeigt der Celerio Stärken mit kompakten Abmessungen, einem für seine Größe großzügigen Kofferraum und unkomplizierter Bedienung. Die hohe Sitzposition erleichtert Ein- und Ausstieg und kommt besonders älteren Fahrern entgegen. Schwächen offenbart das Modell beim Geräuschniveau, beim Federungskomfort und beim begrenzten Angebot an Assistenzsystemen. Insgesamt präsentiert sich der Suzuki Celerio (LF) als kostengünstiger, zuverlässiger und praktischer Stadtwagen mit hohem Nutzwert, der seine Stärken vor allem im urbanen Einsatz ausspielt und auf langen Strecken Kompromisse beim Komfort erfordert.