Design und Karosserie
Der Subaru Solterra MK1 steht seit 2022 als elektrisches Mittelklasse-SUV im Programm. Er nutzt Plattform und Grundarchitektur von Toyota bZ4X und Lexus RZ, wirkt mit eigenständiger Frontgestaltung und typischen Subaru-Details jedoch nicht wie ein Zwilling. Markante Kunststoffbeplankungen, kurze Überhänge und etwa 210 mm Bodenfreiheit betonen den robusten Charakter, während schmale Leuchtenbänder und die flach verlaufende Dachlinie den Karosseriekörper optisch strecken. Mit 4.690 mm Länge und 1.860 mm Breite liegt der Solterra mitten im Segment und konkurriert direkt mit Modellen wie VW ID.4 oder Hyundai Ioniq 5. Einen direkten Vorgänger im eigenen Modellprogramm gibt es nicht, der Solterra schließt die Lücke zwischen klassischen Allradmodellen der Marke und der wachsenden Elektroklasse.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum orientiert sich der Solterra an der Architektur des Toyota-Pendants, kombiniert diese aber mit eigener Farb- und Materialabstimmung. Das digitale Cockpit mit hoch platziertem Kombiinstrument und breitem Zentralbildschirm wirkt modern, verlangt wegen der Sitz- und Lenkradposition etwas Eingewöhnung. Vorn steht Erwachsenen reichlich Platz zur Verfügung, im Fond profitieren Passagiere vom ebenen Boden und guter Kniefreiheit. Der Kofferraum fasst 452 Liter und nimmt Gepäck für Familienurlaub oder Sportausrüstung problemlos auf, einige Wettbewerber bieten jedoch mehr Stauraum. Weiche Oberflächen im Sichtbereich und robuste Kunststoffe in den unteren Zonen ergeben einen sachlichen, funktionalen Eindruck.
Fahreindruck und Antrieb
Auf der Straße zeigt der Solterra einen gelassenen, eher komfortbetonten Charakter. Der serienmäßige Allradantrieb mit zwei Elektromotoren liefert 160 kW (218 PS), reagiert spontan und sichert auch auf nasser Fahrbahn oder leichtem Gelände gute Traktion. Das durch den im Fahrzeugboden untergebrachten Akku bedingte Gewicht von rund 2.000 kg macht sich in schnellen Kurven bemerkbar, der tief liegende Schwerpunkt stabilisiert jedoch die Karosserie. Die einstellbare Rekuperation erlaubt einen Fahrstil vom nahezu freien Rollen bis hin zu deutlicher Verzögerung. Lenkung und Federung wirken weich abgestimmt, das Fahrwerk filtert Bodenwellen sauber, kurze harte Stöße dringen aber spürbar in den Innenraum.
Alltag, Laden und Kosten
Im WLTP-Zyklus erreicht der Solterra je nach Ausführung bis zu 466 Kilometer Reichweite, in der Praxis liegen die Distanzen abhängig von Fahrweise, Jahreszeit und Beladung darunter. Der Normverbrauch bewegt sich auf dem Niveau vergleichbarer Elektro-SUV und fällt bei moderatem Tempo dank der effizienten Allradorientierung günstig aus. An Schnellladesäulen lädt der Solterra mit bis zu 150 kW Gleichstrom, was zügige Etappenstopps auf der Langstrecke ermöglicht. Beim Wechselstromladen bremste der zunächst verbaute 7-kW-Bordlader, spätere Versionen mit 11 kW verkürzen die Standzeiten spürbar. Das Preisniveau liegt im oberen Bereich der Mittelklasse-SUV, in Deutschland steht zudem nur eine Antriebsvariante zur Auswahl. Die enge technische Verwandtschaft zum Toyota bZ4X schmälert für manche Käufer die wahrgenommene Exklusivität.
Fazit
Der Solterra überträgt die Allradkompetenz der Marke stimmig in die Elektromobilität und kombiniert gute Traktion, ein ausgewogenes Sicherheitsniveau und eine praxisgerechte Reichweite. Der Fokus liegt auf Komfort und Funktionalität statt auf sportlicher Dynamik oder besonders luxuriöser Anmutung. Für sicherheitsorientierte Fahrer mit Allradfokus wirkt der Solterra damit wie ein ausgereiftes, aber nicht günstiges Elektro-SUV, das vor allem im Alltag und auf Langstrecken überzeugt.