Einordnung und Konzept
Der SsangYong Korando (C300) steht seit 2019 als kompaktes SUV im Programm und wirkt deutlich straßenorientierter als der Vorgänger von 2010 bis 2019. Die Marke, inzwischen als KG Mobility unterwegs, bleibt damit ihrem Fokus auf SUV treu. Seit 2022 ergänzt ein batterieelektrischer Antrieb das Angebot und überträgt das sachliche Konzept in die Elektrowelt. Der Korando zielt vor allem auf preisbewusste Nutzer, die ein geräumiges Alltagsauto erwarten, aber keine Reichweitenrekorde brauchen. Im Wettbewerbsumfeld rangiert das Modell unterhalb größerer Elektro-SUV wie Škoda Enyaq oder Hyundai Ioniq 5. Es tritt eher gegen kompakte Stromer wie MG ZS EV, Kia Niro EV oder Opel Mokka Electric an.
Design und Platzangebot
Die Elektroversion übernimmt weitgehend die Karosserielinien des Verbrenners, ergänzt sie aber um geschlossenen Kühlergrill und blaue Akzente. Das kantige Heck sorgt für viel Kopffreiheit, besonders in der zweiten Reihe. Die Dachlinie fällt innen nur leicht ab, sodass auch große Mitfahrer bequem sitzen. Die hoch montierte Rückbank stützt die Oberschenkel gut und entlastet auf langen Strecken. Weil die Batterie im Unterboden liegt, bleibt das Raumangebot praktisch unverändert. Der Kofferraum fasst je nach Sitzkonfiguration 551 bis 1.248 Liter und eignet sich damit für Familienurlaub und Freizeitgepäck. Materialien und Verarbeitung wirken solide, mit sauberer Passung und klar gestaltetem Armaturenbrett.
Antrieb und Fahrverhalten
Der elektrische Antrieb leistet 140 kW (190 PS) und stellt 360 Nm Drehmoment bereit. Damit beschleunigt der Korando im Alltag mühelos und reagiert beim Einfädeln oder Überholen direkt. Das komfortorientierte Fahrwerk filtert Unebenheiten ordentlich weg, ohne schwammig zu wirken. Auf der Autobahn fallen bei höherem Tempo jedoch deutliche Abrollgeräusche der Reifen auf, weil die Geräuschdämmung nur durchschnittlich arbeitet. Die WLTP-Reichweite von rund 339 Kilometer deckt Pendelstrecken und gelegentliche Reisen ab, verlangt bei dauerhaft hohem Tempo aber regelmäßige Ladepausen. Eco-Programme und die Wärmepumpe helfen, Stromverbrauch und Klimatisierung in Balance zu halten. Die Anhängelast von 1.500 kg spricht Caravan- und Bootsbesitzer an, reduziert mit schwerem Anhänger jedoch spürbar die Reichweite.
Sicherheit und Assistenz
Im Euro-NCAP-Crashtest erreichte die Korando-Generation fünf Sterne. Ein City-Notbremssystem, Spurhalteassistent und Müdigkeitswarner unterstützen im Alltag und können Unfälle vermeiden. Höher ausgestattete Varianten bringen Totwinkel- und Spurwechselassistent dazu, die beim Überholen oder Ausparken den seitlichen Verkehr überwachen. Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und Verkehrszeichenerkennung entlasten auf der Autobahn, weil sie Tempo und Abstand konstant halten. Im Ausweichtest regelt das Stabilitätsprogramm eher zurückhaltend, wodurch bei schnellen Richtungswechseln etwas Bewegung ins Heck kommt. Das Sicherheitsniveau fällt insgesamt hoch aus, fordert im Grenzbereich aber einen aufmerksamen Fahrer.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag überzeugt der Korando mit großem Innenraum, hoher Sitzposition und einfacher Bedienung über klar strukturierte Menüs. Die Ladeleistung von 6,6 kW an Wechselstrom-Säulen bleibt dagegen bescheiden und verlängert die Standzeiten, während 80 kW an der Schnellladesäule für Etappenverkehr gerade ausreichen. Das im Vergleich zu Volumenmarken kleinere Händler- und Servicenetz kann die Werkstattsuche zusätzlich erschweren. Auf der Habenseite stehen eine lange Fahrzeuggarantie, die hohe Anhängelast und ein stimmiges Verhältnis von Preis und Gegenwert. Unterm Strich bietet der SsangYong Korando (C300) in der Elektrovariante viel Nutzwert und Sicherheit, verlangt aber Kompromisse bei Ladegeschwindigkeit, Geräuschkomfort und Servicenetz.