Design und Konzept
Der Smart EQ fortwo, seit 2017 gebauter elektrischer Zweisitzer des Typs 453, führt das Smart-Konzept in die Elektrozeit. Die sehr kurze, gegenüber dem Vorgänger breitere Karosserie steht satter auf der Straße und bietet Platz für die Sicherheitsstruktur. Die Tridion-Sicherheitszelle prägt das Design und ermöglicht zweifarbige Lackierungen, die den Kleinstwagen klar als Stadtmobil zeigen. Gegenüber dem Electric Drive der dritten Generation (ED3) wirkt die mit höher gezogener Haube gestaltete Front erwachsener, Lichtsignatur und Details treten moderner auf. Neben dem geschlossenen Coupé bleibt das Cabrio mit elektrischem Stofffaltdach eines der wenigen elektrischen Offenfahrzeuge im Kleinformat und besetzt damit eine eigene Nische.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum sitzen zwei Personen überraschend großzügig, da außen positionierte Sitze und weit in den Ecken stehende Räder Platz schaffen. Die erhöhte Sitzposition verbessert den Überblick im Stadtverkehr. Die überwiegend harten Kunststoffe wirken solide verarbeitet, Stoffeinsätze und farbige Blenden lockern die Atmosphäre auf. Das Cockpit wirkt übersichtlich, das zentrale Display bleibt jedoch klein und die Klimabedienung sitzt relativ tief. Der Kofferraum fasst rund 260 Liter und genügt für den Wocheneinkauf oder zwei Bordkoffer, sperrige Gegenstände erfordern aber Planung. Breitere Karosserie und neue Plattform bringen mehr Schulterfreiheit, auf eine Rückbank verzichtet Smart weiterhin, was die klare Ausrichtung auf zwei Personen betont.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Elektromotor setzt Leistungsanforderungen unmittelbar um, harmoniert mit dem heckgetriebenen Layout und verleiht dem fortwo in der Stadt spürbare Agilität, während der sehr kleine Wendekreis Rangieren und Einparken erleichtert. Bei Landstraßen- und Autobahntempo baut der Antrieb seine Kraft gleichmäßiger auf, Überholmanöver erfordern vorausschauende Planung. Die bewusst begrenzte Höchstgeschwindigkeit passt zum ruhigen Charakter und zum Konzept als Stadtfahrzeug. Das straff abgestimmte Fahrwerk federt kurze Kanten präzise ein, gibt Querfugen aber spürbar weiter. Im Vergleich zum Electric Drive der dritten Generation (ED3) fährt die neuere Ausführung stabiler bei Seitenwind und macht Pendelstrecken im Umland angenehmer.
Reichweite, Laden und Betriebskosten
Die nutzbare Batteriekapazität von gut 16 kWh ermöglicht je nach Witterung und Streckenprofil im Stadtverkehr oft über 100 Kilometer, auf der Autobahn jedoch deutlich kürzere Etappen. Die Reichweite zählt damit zu den Schwächen des Konzepts, auch im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wie Volkswagen e-up und Fiat 500e. Positiv wirkt der niedrige Verbrauch, den die kompakte Stirnfläche und das moderate Gewicht begünstigen. An der Wallbox lädt der serienmäßige Bordlader die Batterie über Nacht voll. Der optionale 22-kW-Lader verkürzt an passenden Wechselstromsäulen die Standzeiten und ermöglicht mehrere Stadtetappen pro Tag. Das wasserbasierte Batteriethermomanagement schützt die Zellen, stabilisiert die Ladeleistung und hält die Betriebskosten kalkulierbar.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag spielt der fortwo seine Stärken dort aus, wo Parkraum knapp ist und Strecken kurz bleiben. Gute Übersicht, leichtgängige Lenkung und kompakte Abmessungen erleichtern enge Parkmanöver. Assistenzsysteme wie Spurhaltewarnung, Seitenwindassistent und Berganfahrhilfe unterstützen unauffällig. Anhängerbetrieb ist nicht freigegeben, für größere Transporte braucht es daher ein weiteres Fahrzeug im Haushalt oder Fuhrpark. Die früher angebotenen Online-Dienste mit App-Steuerung wurden eingestellt, was Komfortfunktionen wie die Fernabfrage des Ladezustands einschränkt. Als alleiniges Auto stößt der Kleinstwagen wegen Reichweite, Platzangebot und Fahrkomfort schnell an Grenzen. Im passenden Profil überzeugt der Smart EQ fortwo als urbaner Zweitwagen oder als Firmenpoolfahrzeug, das zuverlässig kurze Distanzen elektrisch abdeckt und ein eigenständiges Elektro-Stadtauto bietet.