Konzept und Positionierung
Der smart #1 (MK1) ist ein batterieelektrischer Crossover im Golf-Segment und ersetzt das frühere Kleinstwagenkonzept der Marke durch ein deutlich geräumigeres Fahrzeug. Mit rund 4.270 mm Länge, 1.822 mm Breite und 1.636 mm Höhe tritt er gegen kompakte Elektro-SUV wie Hyundai Kona Elektro und Peugeot e-2008 an. Die nachhaltige Ausrichtung zeigt sich im lokal emissionsfreien Antrieb und in der Nutzung der SEA Plattform des Geely Konzerns. Im Vergleich zu den früheren Zweisitzern verlagert der smart #1 den Schwerpunkt klar auf Alltagstauglichkeit, Komfort und Familiennutzen.
Innenraum und Platzangebot
Trotz der kompakten Außenmaße wirkt der Innenraum großzügig. Der lange Radstand von 2.750 mm schafft viel Beinfreiheit in der zweiten Reihe, nur die Breite begrenzt den Komfort für drei Erwachsene auf der Rückbank. Eine längs verschiebbare Rückbank und geteilt umklappbare Lehnen ermöglichen eine flexible Abstimmung zwischen Beinfreiheit und Gepäckraum. Der Kofferraum fasst etwa 320 Liter und wächst durch umgelegte Rücksitze auf knapp 1.000 Liter. Ein kleiner Frunk mit rund 15 Liter nimmt Ladekabel auf. Damit deckt der smart #1 den Bedarf der meisten Familien ab, bleibt beim Kofferraum-Volumen jedoch hinter einigen Wettbewerbern mit größerem Laderaum zurück.
Bedienung und Infotainment
Das Interieur wirkt modern und aufgeräumt, weil der zentrale Touchscreen viele Funktionen übernimmt und die Zahl der Tasten gering bleibt. Die starke Menüzentrierung erschwert jedoch manches: Klimafunktionen und Spiegelverstellung verstecken sich in Untermenüs und können während der Fahrt ablenken. Höher ausgestattete Varianten bieten ein Head-up-Display, während klare Tasten am Lenkrad die Bedienung von Geschwindigkeitsregler und Lautstärke erleichtern. Ein digitaler Assistent mit Fuchs-Avatar und Sprachsteuerung nimmt viele Befehle ab, spricht aber nicht jeden Nutzer an. Einzelne Besitzer berichten von Fehlermeldungen an den versenkbaren Türgriffen und von frühzeitigem Verschleiß einiger Innenraumteile, was die ansonsten solide Anmutung etwas schmälert.
Fahreindruck und Komfort
Der Heckantrieb mit 200 kW sorgt für spontanen Vortrieb und verleiht dem smart #1 einen dynamischen Charakter, ohne den Federungskomfort zu opfern. Das Fahrwerk filtert kurze und lange Wellen weitgehend weg, sodass auch längere Etappen entspannt ausfallen. Allradvarianten steigern die Fahrleistungen deutlich und verbessern die Traktion auf nasser oder winterlicher Fahrbahn. Das Leergewicht von bis zu rund 1.900 kg macht sich beim Bremsen und in schnellen Kurven bemerkbar, bleibt für ein Elektro-SUV dieser Klasse jedoch üblich. Der Wendekreis von gut 11 m wirkt im Stadtverkehr etwas groß, lässt sich im Alltag aber noch gut handhaben.
Effizienz, Laden und Alltag
Beim Energieverbrauch bewegt sich der smart #1 für seine Fahrzeugklasse auf einem günstigen Niveau. Die große Batterie ermöglicht je nach Version Reichweiten nach WLTP von bis in den mittleren Bereich von 400 Kilometern, im Alltag sind in der Regel 300 bis 400 Kilometer erreichbar. In einigen Ausführungen steht eine Wechselstrom-Ladeleistung von 22 kW zur Verfügung, wodurch sich an städtischen Ladesäulen in vergleichsweise kurzer Zeit viel Reichweite nachladen lässt. Gleichstrom-Ladeleistungen von bis zu etwa 150 kW erlauben auf der Autobahn kurze, sinnvolle Ladestopps. Einfachere Varianten mit geringerer Wechselstrom-Leistung passen besonders zu Nutzern mit eigener Wallbox.
Fazit
Der smart #1 (MK1) verbindet kräftige Elektroantriebe, gute Sicherheitsreserven und viel Platz auf kleiner Grundfläche. Die teils umständliche Bedienlogik, das nur durchschnittliche Kofferraum-Volumen und das im Segment eher hohe Preisniveau zählen zu den Schwachpunkten. Insgesamt zeigt sich der smart #1 als kompaktes Elektro-SUV mit stimmigem Gesamteindruck, das vor allem im urbanen Alltag und auf mittleren Strecken überzeugt, wenn die bekannten Kompromisse bei Bedienung und Gepäckraum akzeptiert werden.