Seat

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Ob Ibiza, Leon oder Toledo: Seat ist im Volkswagen-Konzern für sportliche und elegante Kompakte zuständig. Aber auch bei SUVs und Kleinwagen mischt Spaniens größter Autohersteller mit Arona, Ateca und Mii mit. Der Ursprung der Spanier liegt jedoch bei einem anderen Hersteller: Vor der Übernahme durch VW hat Seat mehr als drei Jahrzehnte lang überwiegend Lizenz-Modelle für Fiat gefertigt.

Beschreibung

Markenbeschreibung

Wenn es um spanische Autos geht, fällt schnell der Name Seat. Anschließend werden vermutlich nicht mehr viele andere Marken erwähnt. Denn der Fahrzeugbauer mit Unternehmenssitz in Martorell bei Barcelona ist nicht nur der bekannteste und größte, sondern gefühlt auch der einzige Pkw-Hersteller von der iberischen Halbinsel.


Seit dem Imagewechsel im Jahr 2000 fährt Seat sportlich-elegant unter dem Slogan „Auto emoción“.

Seat als Teil von Fiat

Seit 1986 gehört Seat zum Volkswagen-Konzern. Zuvor produzierte das Unternehmen mehr als 30 Jahre lang fast ausschließlich Lizenz-Modelle von Fiat. Gegründet wird die Sociedad Española de Automóviles de Turismo, S.A. („Spanische Gesellschaft für Pkw“) am 9. Mai 1950 als Staatsunternehmen im Industriepark Barcelonas, der „Zona Franca“.

Autos gehören zu der Zeit noch nicht zum alltäglichen Straßenbild in Spanien. Teure Pkws sind überwiegend der Oberschicht vorbehalten. Der Kauf von ausländischen Fahrzeugen wird durch hohe Importsteuern, Zölle und komplizierte Einfuhrregelungen erschwert. Mit der Seat-Gründung will die damalige Franco-Regierung erschwingliche Autos zu den Massen bringen.

Bereits Ende 1953 rollt der erste Seat durch die neuen Werkstore. Der Mittelklässler Seat 1400 ist ein Klon des Fiat 1400 und besteht fast vollständig aus in Italien gefertigten Einzelteilen. Er bekommt drei Nachfolger und wird Anfang 1964 zugunsten des vor allem bei einheimischen Taxifahrern beliebten Seat 1500 eingestellt.

Der erfolgreichste Pkw der Anfangszeit ist allerdings der 1957 erscheinende Kleinstwagen Seat 600. Er basiert auf dem zwei Jahre zuvor in Italien auf den Markt gekommenen Fiat 600 und geht als spanischer Käfer in die Autogeschichte ein. Ihm folgen 1963 der Seat 600 D (später umbenannt in Seat 800) und 1964 die etwas bessere Variante Seat 850. Diese ist kurz darauf auch als sportlicher Spider erhältlich.

Seat steigt in den ersten Jahren als Staatsunternehmen schnell zum unangefochtenen Platzhirsch in Spanien auf. Gefertigt werden zunächst ausschließlich Lizenz-Modelle von Fiat - darunter Seat 124, Seat 127 und Seat 1430. Ab 1965 werden Fahrzeuge von Seat auch ins Ausland exportiert. Zunächst nur in geringen Auflagen nach Kolumbien, ab 1970 dann verstärkt auch ins europäische Ausland, vor allem in die Benelux-Länder und nach Finnland. Mit dem Seat 1200 Sport Coupé kam 1975 die erste Eigenentwicklung der Spanier auf der Plattform des Fiat 127 auf den Markt. 1977 ergänzt ihn das Seat 1430 Sport Coupé. Aufgrund mangelnden Erfolges werden beide Modelle jedoch schon 1980 wieder eingestellt.

Seat wird eine eigenständige Marke 

Anfang der 1980er Jahre kommt es zum Bruch mit Fiat. Seat Ronda und der Seat Fura werden in Folge dessen als eigenständige Modelle deklariert. Auf der Plattform des Ronda entsteht ab 1982 mit der Hilfe von Porsche bei der Motorenentwicklung der viertürige Kleinwagen Seat Ibiza - der Beginn der Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Konzern. Der erste Ibiza läuft dann Anfang 1984 vom Band. In den folgenden Jahren beschert er dem Unternehmen völlig neue Verkaufszahlen. In der fünften Generation wird der Ibiza heute weiterhin produziert.

1985 erscheint zudem der Seat Marbella. Er basiert noch auf dem Fiat Panda, kommt aber mit anderem Fahrwerk und anderer Ausstattung in die Läden. Seine Minitransporter-Variante Terra ist besonders bei Handwerkern und Familien beliebt. Im selben Jahr wird auch der Kompakte Seat Malaga auf den Markt gebracht, der wiederum optisch und technisch an den Fiat Regata erinnert.

Die Übernahme durch VW

Am 18. Juni 1986 übernimmt Volkswagen Seat komplett. Die Autos der Spanier entstehen künftig überwiegend aus dem Baukasten der Wolfsburger. Der Seat Toledo ersetzt ab 1991 den Seat Malaga - mit viel Technik vom VW Golf. Die vierte Generation ist heute größtenteils baugleich mit dem Škoda Rapid. Zwischen 2008 und 2013 ergänzt der Mittelklässler Seat Exeo den Seat Toledo. Er entspricht dem Audi A4 B7. Der Van Seat Alhambra von 1995 ist nahezu identisch mit dem VW Sharan. Seit 2010 wird die zweite Generation gebaut. 

Ende der 1990er Jahre erscheinen neue sportliche Fahrzeuge der unteren Fahrzeugsegmente. Der sparsame Kleinstwagen Seat Arosa ist zwischen 1997 und 2004 die spanische Ausgabe des VW Lupo. Der Kompakte Seat Leon markiert 1999 einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Seat-Geschichte. Seit 2012 wird er mittlerweile in der dritten Generation gebaut.

Anfang der 2000er Jahre verordnet sich Seat einen Imagewechsel. Fortan steht das Unternehmen in der Audi-Gruppe für sportliches und elegantes Design. „Auto emoción“ heißt der zugehörige Slogan. Erste Folge ist der Kompaktvan Seat Altea. Er wird zwischen 2004 und 2015 auf der Plattform PQ35 (A5) der Volkswagen-Gruppe hergestellt. Mit dem Seat Mii haben die Spanier seit 2011 auch wieder einen Kleinstwagen im Programm. Der Ateca ist 2016 das erste SUV von Seat. Ihm folgt 2017 noch der Crossover Arona.