Karosserie und Design
Der 2018 eingeführte Seat Ibiza (KJ1/KJG) nutzt die MQB-A0-Plattform des Volkswagen-Konzerns und tritt ausschließlich als fünftüriges Schrägheck auf. Gegenüber dem Vorgänger wuchsen Breite und Radstand, was die Standsicherheit erhöht und den Innenraum vergrößert. In der FR-Ausstattung kommen eigenständige Schürzen und größere Leichtmetallräder hinzu, die den Kleinwagen sportlicher erscheinen lassen. Mit gut 4.000 mm Länge bleibt der Ibiza kompakt genug für enge Parklücken und wirkt im Stadtverkehr nicht unübersichtlich.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum profitieren vor allem Fahrer und Beifahrer von der gewachsenen Breite, die Schulterfreiheit und Bewegungsraum erhöht. Auf der Rückbank sitzen zwei Erwachsene ausreichend bequem, während der mittlere Platz auf längeren Strecken eher als Notsitz taugt. Der Kofferraum fasst 355 Liter und wächst durch die geteilt umklappbare Rücksitzlehne auf bis zu 1.165 Liter. Die leicht erhöhte Sitzposition und das übersichtliche Cockpit erleichtern die Orientierung, allerdings prägen überwiegend harte Kunststoffe die Anmutung. In der FR-Ausführung setzen Sportsitze und Kontrastnähte betonte Akzente, ohne die einfache Bedienlogik zu verändern. Das Fehlen von Haltegriffen am Dachhimmel fällt bei schnellen Richtungswechseln auf. Das zentrale Touchdisplay sitzt gut im Blickfeld, die Tastenleiste darunter unterstützt die Bedienung der wichtigsten Funktionen.
Motor und Fahrverhalten
Im hier beschriebenen Ibiza arbeitet ein aufgeladener 1,0-Liter-Dreizylinder mit 85 kW (115 PS). In Kombination mit dem passend abgestuften Sechsgang-Schaltgetriebe beschleunigt der Kleinwagen zügig, etwa beim Wechsel von Landstraßen- auf Autobahntempo. Unterhalb von etwa 2.000 Umdrehungen reagiert der Motor etwas verzögert und klingt brummig, darüber zieht er gleichmäßiger durch. Der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h gelingt in gut 9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 200 km/h. Der kombinierte Verbrauch beträgt im Normzyklus rund 5,6 Liter, in Tests liegt der Wert meist knapp unter 6 Litern. Das ergibt für die Leistungsklasse ein moderates Niveau, unterstützt durch Start-Stopp-Funktion und Schaltanzeige. Das FR-Fahrwerk fällt straffer aus, mit optionalen Verstelldämpfern und großen Rädern steigt die Fahrstabilität, während der Komfort auf schlechten Straßen etwas nachlässt. Die Lenkung arbeitet direkt und überträgt ausreichend Rückmeldung, was in schnell gefahrenen Kurven für ein sicheres Gefühl sorgt.
Alltag, Kosten und Konkurrenz
Ab Werk verfügt der Ibiza über mehrere Assistenzsysteme wie City-Notbremsassistent und Müdigkeitserkennung, die im Alltag zusätzliche Sicherheitsreserven bieten. Optional kommen eine automatische Abstandsregelung und LED-Scheinwerfer hinzu, die lange Nachtfahrten erleichtern. Die Betriebskosten bleiben dank moderatem Verbrauch, kleinem Hubraum und günstiger Steuer überschaubar, versicherungstechnisch liegt der Kleinwagen im Klassendurchschnitt. Rückrufe betrafen einzelne sicherheitsrelevante Bauteile wie Gurtschlösser oder Bremsanlage, bei gut gewarteten Fahrzeugen gelten diese Maßnahmen in der Regel als erledigt. Im Vergleich zu Wettbewerbern wie VW Polo, Renault Clio oder Kia Rio liegt der Spanier preislich auf ähnlichem Niveau, bringt dafür ein eigenständiges Design und in der FR-Ausstattung eine betont sportliche Ausrichtung mit. Umfangreich ausgestattete Fahrzeuge erreichen ein höheres Preisniveau, bieten im Gegenzug eine breite Sicherheits- und Komfortausstattung. Insgesamt zeigt sich der Seat Ibiza (KJ1/KJG) als dynamisch abgestimmter und alltagstauglicher Kleinwagen mit moderner Technik, dessen Hauptschwächen in der einfachen Materialanmutung und dem Preis der besser ausgestatteten Varianten liegen.