Der Seat Ateca (KH7), 2016 gestartet und ab 2020 überarbeitet, tritt im Segment der Kompakt-SUV als vielseitiges Modell mit leicht sportlicher Ausrichtung auf. Grundlage bildet der MQB-Baukasten des Volkswagen-Konzerns, der bei Abmessungen, Fahrkomfort und Sicherheit Vorteile bringt.
Karosserie und Raumgefühl
Mit 4.381 mm Länge und 1.841 mm Breite wirkt der Ateca kompakt, bietet innen jedoch viel Platz. Die hohe Sitzposition erleichtert den Einstieg und sorgt für gute Übersicht nach vorn, nach hinten schränken breite D-Säulen und die hohe Gürtellinie die Sicht etwas ein. Vier Erwachsene sitzen bequem, der mittlere Fondplatz eignet sich eher für kurze Strecken. Der Kofferraum fasst je nach Version etwa 485 bis 1.579 Liter. Die weit öffnende Heckklappe erleichtert den Alltag mit Kinderwagen oder großem Gepäck.
Innenraum und Bedienkonzept
Das Cockpit wirkt sachlich und funktional, mit sauberer Verarbeitung und überwiegend wertigen Materialien an den Kontaktflächen. In den überarbeiteten Modellen ersetzen digitales Kombiinstrument und größerer Touchscreen die früheren Analoginstrumente und vielen Tasten. Das moderne Bedienkonzept erfordert mehr Eingaben, weil Direktwahltasten entfallen und die Symbole auf dem Bildschirm relativ klein ausfallen. Positiv wirkt die eigenständige Klimabedienung mit Drehreglern, die sich auch ohne langen Blick von der Straße bedienen lässt. Geräuschniveau und Sitze eignen sich für längere Etappen, auf schlechten Straßen werden harte Querfugen spürbar.
Antrieb und Fahreigenschaften
Typisch für den Ateca ist der 1.5-TSI-Benziner mit Zylinderabschaltung, der kräftigen Durchzug mit moderatem Verbrauch verbindet. Die Leistungsentfaltung erfolgt spontan, das Drehmoment reicht für zügige Überholmanöver, während die ACT-Technik unauffällig im Hintergrund arbeitet. Für häufige lange Autobahnetappen oder regelmäßigen Anhängerbetrieb passen die 2.0-TDI-Diesel besser, sie arbeiten spürbar sparsamer. Das straff abgestimmte Fahrwerk vermittelt viel Vertrauen und bleibt in schnellen Kurven neutral. Adaptive Dämpfer erlauben eine Spreizung zwischen mehr Komfort und direkterem Fahrverhalten. Zusammen mit der direkten, aber nicht nervösen Lenkung fährt sich der Ateca handlicher, als es die erhöhte Karosserie vermuten lässt.
Sicherheit und Assistenz
Beim Insassenschutz erreicht der Ateca im Crashtest die Bestnote. Dazu tragen die stabile Struktur und die umfangreiche Airbag-Ausstattung bei. Frontkollisionswarner mit City-Notbremsfunktion, Geschwindigkeitsregler und Müdigkeitserkennung gehören je nach Ausstattung zur Serie. Gegen Aufpreis stehen Spurhalte- und Spurwechselassistent sowie Querverkehrwarner zur Verfügung. In höherwertigen Ausstattungen ergänzen Abstandsregeltempomat mit Stoppfunktion, Stauassistent sowie Notfall- und Pre-Crash-System das Angebot. Damit bietet der Ateca ein Sicherheitsniveau auf Höhe vieler teurerer Konkurrenten. LED-Scheinwerfer mit guter Ausleuchtung verbessern sowohl Sicht als auch Wahrnehmung durch andere Verkehrsteilnehmer, im Vergleich zu frühen Baujahren mit Halogenlicht zeigt sich hier ein klarer Fortschritt.
Alltag, Kosten und Fazit
Im Alltag zeigt der Ateca einen variablen Innenraum, hohen Sitzkomfort und in passenden Versionen eine gute Zugkraft bei Anhängerbetrieb bis 1.800 kg. Die Benziner verbrauchen in der Praxis etwas mehr, bewegen sich jedoch im Rahmen des Segments, während die Diesel effizienter arbeiten. Ein fehlender Hybridantrieb fällt im Vergleich zu einigen Konkurrenten auf, dafür bleiben Technik und Wartung konventionell und überschaubar. Im Vergleich zu konzerninternen Rivalen wie Volkswagen Tiguan oder Skoda Karoq wirkt der Ateca meist günstiger, ohne bei Sicherheit und Nutzwert spürbare Nachteile zu zeigen. Insgesamt präsentiert sich der Seat Ateca (KH7) als ausgewogenes Kompakt-SUV mit gutem Raumangebot und solider Technik, das vor allem für Familien und Vielfahrer mit Platzbedarf eine vernünftige, wenn auch nicht in jedem Detail moderne Wahl darstellt.