Karosserie und Konzept
Der 2014 eingeführte Renault Twingo III tritt im Kleinstwagensegment mit Heckmotor und Hinterradantrieb an. Gegenüber dem frontgetriebenen Twingo II fällt die Karosserie etwas kürzer aus, der Radstand wächst und der Wendekreis schrumpft deutlich. Das kompakte Format erleichtert das Parken in engen Lücken. Der nun fünftürige Aufbau verbessert den Einstieg nach hinten, große Fensterflächen und die steile Front erhöhen die Übersicht im Alltag.
Innenraum und Variabilität
Im Innenraum dominiert ein funktionales Layout mit einfachen Kunststoffen. Die Verarbeitung wirkt solide, die Materialanmutung bleibt aber einfacher als in vielen Kleinwagen der nächsthöheren Klasse. Vorn bieten die Sitze ordentlichen Platz, wirken jedoch weich gepolstert. Hinten reicht der Raum für zwei Erwachsene auf kürzeren Strecken, das Einsteigen gelingt dank der hinteren Türen bequem, Ablagen sind dort knapp. Der Kofferraum fasst 188 Liter und wächst mit umgeklappter Rücksitzbank auf bis zu 980 Liter. Eine flach umklappbare Beifahrersitzlehne ermöglicht den Transport langer Gegenstände und steigert die Variabilität.
Fahrverhalten und Komfort
Das Fahrwerk wirkt eher straff und filtert kurze Schläge noch ordentlich, Querfugen dringen jedoch spürbar in den Innenraum und mindern auf schlechter Fahrbahn den Komfort. In der Stadt passt diese Abstimmung zum direkten Lenkgefühl und unterstützt das flinke Einlenken. Der Saugbenziner beschleunigt den Twingo im Alltagsverkehr ausreichend, verlangt aber nach Drehzahl, wenn es zügiger gehen soll. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert deutlich über 14 Sekunden, auf der Autobahn wirkt der Wagen entsprechend angestrengt, obwohl das 5-Gang-Getriebe die Drehzahlen im Reisetempo moderat hält. In der Praxis liegt der Verbrauch bei gut 5 l/100 km und bleibt für einen leichten Kleinstwagen durchschnittlich.
Sicherheit und Kosten
Die Sicherheitsausstattung liegt auf Klassenniveau. Frontairbags und Seitenairbags schützen die Vordersitze, Kopfairbags und Isofix-Halterungen hinten verbessern den Schutz für Fondpassagiere und Kinder. ABS und Stabilitätsprogramm gehören zur Serie und unterstützen bei kritischen Manövern. Moderne Assistenzsysteme wie Notbremsassistent oder Spurführung fehlen, dadurch bleibt der Twingo hinter manchem neueren Kleinwagen zurück. Das geringe Gewicht und der einfache Antrieb begrenzen Verschleiß und Werkstattkosten, Versicherung und Steuer fallen meist moderat aus und halten die Unterhaltskosten im Rahmen.
Fazit
Der Renault Twingo III richtet sich an Interessenten, die einen wendigen und günstigen Stadtwagen suchen und mit schlichtem Komfort auskommen. Die Kombination aus Heckmotor und Hinterradantrieb erleichtert Rangieren und Parken in engen Lücken. Dem stehen der kleine Kofferraum, der eher laute Innenraum und die begrenzten Reserven des Saugmotors gegenüber, die den Einsatz auf langen Strecken einschränken. Wer häufig lange Strecken fährt oder viele Assistenzsysteme erwartet, findet in klassischen Kleinwagen passendere Alternativen. Im dichten Stadtverkehr spielt der Twingo seine Übersicht und Wendigkeit aus, die niedrigen Betriebskosten machen ihn vor allem als Zweitwagen interessant.