Positionierung und Konzept
Der Renault Kadjar (C) basiert auf der CMF-Plattform der Renault-Nissan-Allianz und teilt sich viele technische Komponenten mit dem Nissan Qashqai. Als kompaktes SUV der unteren Mittelklasse schließt er im Modellprogramm die Lücke zwischen dem kleineren Captur und größeren Modellen wie dem Koleos. Die Ausstattungslinie Limited gehört zu den gehobenen Varianten und legt den Schwerpunkt auf Komfort und Alltagstauglichkeit. Im Wettbewerbsumfeld steht der Kadjar vor allem mit dem Peugeot 3008, dem Kia Sportage und dem Mitsubishi ASX im direkten Vergleich und orientiert sich eher an einem moderaten Preisniveau als an einer besonders luxuriösen Ausrichtung.
Design und Raumangebot
Mit knapp 4.450 mm Länge wirkt der Kadjar handlich und bietet im Innenraum viel Platz. Vorn sitzen auch große Personen bequem. Auf der Rückbank bleibt für zwei Erwachsene ausreichend Bein- und Kopffreiheit. Die leicht erhöhte Sitzposition erleichtert den Einstieg und verbessert die Übersicht im Stadtverkehr. Der Kofferraum fasst im Normalzustand 472 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 1.478 Liter. Das reicht für Familienurlaube und den Transport größerer Gegenstände. Die geteilt umklappbaren Rücksitzlehnen erzeugen bei Bedarf einen weitgehend ebenen Ladeboden. Eine Bodenfreiheit von 200 mm erlaubt Ausflüge auf unbefestigte Wege, ohne dass der Kadjar als Geländewagen ausgelegt ist.
Motor und Fahrverhalten
Der hier betrachtete Benziner mit 103 kW (140 PS) bietet ausgewogene Fahrleistungen und passt gut zum komfortorientierten Charakter des Fahrzeugs. Das Turbotriebwerk stellt sein Drehmoment früh bereit, was im Alltag frühes Hochschalten ermöglicht und den Verbrauch senkt. Das manuelle Sechsgang-Getriebe arbeitet ausreichend präzise und ist eher lang übersetzt. Dadurch bleiben Drehzahl und Geräuschniveau bei Autobahntempo moderat, für zügige Zwischenspurts ist gelegentlich ein Zurückschalten nötig. Die Federung fällt eher weich aus und dämpft Schlaglöcher wirksam, in schneller gefahrenen Kurven neigt sich die Karosserie spürbar. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und unterstützt entspanntes Rangieren, bietet jedoch weniger Rückmeldung als sportlicher abgestimmte Konkurrenten. Mit einer Anhängelast von 1.500 kg eignet sich der Kadjar für kleinere Wohnwagen oder Transportanhänger.
Innenraum und Bedienung
Das Cockpit wirkt übersichtlich, die Instrumente lassen sich klar ablesen. Weich geschäumte Oberflächen auf der Armaturentafel vermitteln einen soliden Eindruck, während im unteren Bereich deutlich sichtbare Hartkunststoffe zum Einsatz kommen. Die Sitze sind ausreichend konturiert und auch auf längeren Strecken bequem, ausgeprägter Seitenhalt spielt eine untergeordnete Rolle. Je nach Ausstattung steht ein Infotainmentsystem mit Touchscreen bereit, das Navigation und Smartphone-Integration über Apple CarPlay und Android Auto ermöglicht. Die Bedienstruktur erfordert eine kurze Eingewöhnung. Wichtige Funktionen wie die Klimaregelung bleiben über separate Tasten schnell erreichbar.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Mit seinem Normverbrauch und der CO2-Effizienzklasse C liegt der Kadjar bei den laufenden Kosten im Klassendurchschnitt. Die Zuladung von 382 kg fällt für ein SUV eher knapp aus, vor allem bei Fahrten mit voller Besetzung und viel Gepäck. Die Sicherheitsausstattung mit umfangreichem Airbagpaket, Stabilitätskontrolle und optionalen Assistenzsystemen gilt als zeitgemäß, im Euro-NCAP-Crashtest erzielte das Modell die Höchstwertung. In Pannenstatistiken zeigen vor allem frühe Baujahre Auffälligkeiten an der Starterbatterie, insgesamt bewegt sich die Baureihe im Mittelfeld. Insgesamt bietet der Renault Kadjar (C) als kompaktes SUV ein stimmiges Paket aus Platzangebot, Komfort und Alltagstauglichkeit, zeigt jedoch Einschränkungen bei Zuladung, Fahrdynamik und luxuriöser Ausstattung.